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COVID-19ForschungKrankheitenNewsPsychologie

Covid-19: Ältere Generation geplagt von psychischen Problemen und Schlafstörungen

von Helena Riess Posted on 07.05.2021 07:1207.05.2021 16:05

Aktuell wird viel über die psychischen Auswirkungen der Pandemie bei Jugendlichen diskutiert. Doch auch auf die Psyche der älteren Generation hat die Corona-Krise Einfluss. Viele Senioren klagen über eine Verschlechterung ihres psychischen Gesundheitszustands oder der Schlafqualität – nicht zuletzt durch Ängste und Sorgen sowie Einsamkeit, die mit der Corona-Pandemie einhergehen.

Amerikanische Umfrage zeigt psychische Folgen

Dies bestätigte eine Umfrage der University of Michigan, welche unter 2.000 Beteiligten zwischen 50 und 80 Jahren durchgeführt wurde. Der Durchführungszeitraum war Ende Jänner 2021 – ein Punkt, an dem die Infektionszahlen auch in ganz Deutschland erhöht waren und die ersten Impfstoffe der älteren Generation verabreicht wurden. Etwa jeder fünfte Teilnehmer der Umfrage berichtete in diesem Rahmen über eine Verschlechterung des psychischen Gesundheitszustands oder des Schlafverhaltens im Vergleich mit der Zeit des ersten Lockdowns.

Geplagt von negativen Gefühlen

Darüber hinaus berichtete ein Viertel, dass sich Gefühle wie Sorgen oder Ängste durch Corona verstärkt hätten. Ebenso gab ein Viertel jener, deren körperlicher Gesundheitszustand eher schlecht war, an, auch eine Verschlechterung der mentalen Gesundheit erlebt zu haben. Innerhalb der zwei Wochen vor der Umfrage fühlten sich 28 Prozent deprimiert oder hoffnungslos. Fast die Hälfte sprach von übermäßigem psychischem Stress.

Pandemie führt häufig zu Schlafproblemen

Besonders gravierend bewerteten die Forschenden die Auswirkungen auf die Schlafqualität. Denn fast zwei Drittel gaben an innerhalb der vergangenen Woche unter Ein- oder Durchschlafproblemen gelitten zu haben. Im Vergleich mit früheren vergleichbaren Umfragen habe sich die Zahl der Betroffenen somit verdoppelt. Nahezu jeder Zweite berichtete davon sich einsam zu fühlen. Vor der Pandemie waren lediglich 28 Prozent in dieser Lage.

Viele achten auf ihre Gesundheit

Ungefähr ein Drittel versuchte seit dem ersten Lockdown die eigene Lebensweise mithilfe von ausreichender Bewegung und gesunder Ernährung zu verbessern, um die psychische Gesundheit zu fördern. Eine positive Erkenntnis der Umfrage war, dass immerhin zwei Drittel der Befragten ihren derzeitigen mentalen Gesundheitszustand als sehr gut bewerteten. Über 80 Prozent gaben an sich gleich gut oder besser zu fühlen als 20 Jahre zuvor.

Psychische Versorgung fördern

Derzeit werden immer mehr Menschen geimpft – insbesondere jene, die der älteren Generation angehören. Deshalb sind wir nun an einem Punkt, an dem sich einiges ändert. Auf der einen Seite gibt uns die aktuelle Lage Hoffnung, denn die Impfung ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Normalität. Andererseits können die damit verbundenen Umstände für einige Personen auch strapazierend sein. Um etwaigen negativen Folgen dieser stressigen Zeit auf die Psyche der Menschen vorzubeugen, ist es gerade jetzt besonders wichtig Vorsorgeuntersuchungen sowie gegebenenfalls baldige Behandlungsmöglichkeiten – im Bereich der psychischen Gesundheit – zu sichern. Besonders jene, die ohne Hilfe schwer Zugang zum psychischen Gesundheitsbereich haben (wie finanziell oder gesamtgesundheitlich benachteiligte Gruppen) sollten dringend die notwendige Unterstützung erhalten. Dazu appellieren Forschende der University of Michigan in einer aktuellen Pressemitteilung.

Über 50-Jährige aufgeschlossen gegenüber Therapien

Die neue Umfrage ergab, dass ältere Personen in Bezug auf psychische Unterstützung aufgeschlossener sind als bisher angenommen. 71 Prozent waren der Meinung künftig freiwillig psychische Beratung nutzen zu wollen. 13 Prozent gaben zudem an sich während der Corona-Krise bereits mit ihrem Arzt über neu aufgetretene mentale Beschwerden ausgetauscht zu haben. Der 29 Prozent große Anteil der Befragten, welcher nicht unweigerlich eine psychische Hilfestellung in Anspruch nehmen würde, begründete dies aus folgenden Gründen: Finanzielle Sorgen bezüglich der Therapiekosten, Scham oder fehlendes Vertrauen in die Effektivität einer solchen Behandlung. Alles in allem ist ein großer Teil der über 50-Jährigen von den negativen Begleiterscheinungen der Pandemie betroffen. „Wir müssen weiterhin Unterstützung bieten, während wir die Pandemie überwinden und mit den Nachwirkungen fertig werden“, so die Experten.

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