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Seitenstechen: Woher es kommt und was wir dagegen tun können

von Elisabeth Rabl Posted on 13.08.2020 12:0013.08.2020 11:42

Wir alle kennen es: Nun hat man sich endlich mal wieder überwunden, laufen zu gehen, da spürt man schon nach wenigen Metern schmerzhafte Stiche in der Körperseite. Doch warum haben wir eigentlich Seitenstechen? Und kann das unangenehme Zwicken gefährlich sein?

Gefährlich oder schlicht nervig?

Auch wenn es sich manchmal nicht so anfühlt, ist Seitenstechen in der Regel harmlos. Der Internist Prof. Ulrich R. Fölsch beruhigt: Hinweis auf eine ernstzunehmende Krankheit sei es keiner, eher eine Art „Unpässlichkeit“. Nur wenn die Schmerzen länger anhalten, sollte man sie medizinisch abklären lassen.
Für gewöhnlich trifft Seitenstechen meist Menschen, die Ausdauersport betreiben. Hier in erster Linie beim Laufen, manchmal auch beim Schwimmen oder Radfahren. Außerdem haben Guttrainierte weniger oft Seitenstechen als sportliche Laien. Aber was sind die Ursachen des nervigen Wegbegleiters?

Genaue Ursachen unklar

Es ist noch nicht klar belegt, woher die Schmerzen stammen. Der Grund dafür ist ein einfacher: Wenn man Seitenstechen untersuchen will, ist es meist schon wieder weg. Ärztliche Untersuchungen gestalten sich deshalb schwierig. Jedoch gibt es einige Erklärungsansätze bezüglich der Ursachen.

Umverteilung des Blutes

Die Umverteilung des Blutes bei sportlicher Aktivität könnte ein Grund sein. Die Muskulatur benötigt mehr Blut, der Blutfluss in inneren Organen wird reduziert. Untersuchungen zeigen dies etwa bei Leber und Milz. In der Folge können sich die beiden Organe verformen und es entsteht ein leichter Zug an deren Gewebestrukturen. Dies spüren wir – so die Theorie – durch das bekannte stechende Gefühl.
Dazu passt auch, dass Seitenstechen eher auftritt, wenn man vor dem Sport viel gegessen oder getrunken hat. Denn für das Verdauen benötigt der Magen-Darm-Trakt ebenfalls viel Blut. Es kommt infolge zu einem „Konkurrenzkampf“ zwischen Muskulatur, Verdauungstrakt und anderen inneren Organen.

Zwerchfelltheorie

Ebenso könnte das Zwerchfell schuld sein. Diese Muskelplatte liegt unter der Lunge, trennt die Brusthöhle vom Bauchraum und spielt eine zentrale Rolle bei der Atemtätigkeit. Bei sportlicher Aktivität kommt es oft zu einer verflachten Atmung, wodurch das Zwerchfell nicht ausreichend durchblutet wird. Besonders für Untrainierte könnte dies mitunter zu einer Verkrampfung und infolge zu Seitenstechen führen.
Einige Experten halten jedoch gegen diese Theorie, dass das Zwerchfell durch ständiges Atmen einer der besttrainierten Muskeln unseres Körpers ist.

Gas im Darm

Ein weiterer Ansatz ist die Theorie der „Gasblasen“. Durch die Erschütterungen beim Laufen kann sich an den Enden des Dickdarms eine Gasblase bilden, die den Darm ausdehnt und Schmerzen erzeugt. Auch Blähungen und Verstopfungen könnten Seitenstechen auslösen.

So vermeiden Sie Seitenstechen

Klarer als die Ursachen ist zum Glück, was man dagegen tun kann. Expertinnen und Experten empfehlen folgende Maßnahmen:

  1. Aufrechte Körperhaltung: Wer verkrampft und geduckt losläuft, riskiert eher einen Seitenstich. Eine stabile und aufrechte Rumpfhaltung ist das A und O für erfolgreiches Laufen.
  2. Bewusst Atmen: Gleichmäßig und bewusst tief in den Bauch atmen, dann kann man einer Verkrampfung vorbeugen oder sie bei auftretendem Seitenstechen wieder lösen. Achten Sie darauf, nicht in den Brustkorb zu atmen und die Schultern anzuheben, sondern konzentrieren Sie den Luftstrom im Bauch. Das Ausatmen ist ebenso wichtig wie das Einatmen.
  3. Tempo verringern: Bei stärkerem Seitenstechen muss man nicht gleich stehenbleiben. Es reicht oft, langsamer zu werden und bewusst zu atmen.
  4. Eine Entspannungsübung für Zwerchfell und Bauchhöhle ist folgende: Beim Einatmen die Arme über den Kopf führen, beim Ausatmen den Oberkörper nach vorne neigen und die Arme baumeln lassen.
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