Spezielles Lungentraining fördert die Gesundheit

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Training für die Lunge kann die körperliche und geistige Gesundheit stärken. Mithilfe von gezielten Atemübungen können die körperliche Leistungs- und die Denkfähigkeit trainiert werden. Nur fünf Minuten täglich sind ausreichend – schwere Gewichte oder anstrengende Laufeinheiten sind überflüssig. Das „Inspiratory Muscle Strength Training“ macht eine Reduktion des Herzinfarktrisikos plus eine Steigerung der sportlichen und geistigen Leistung so möglich.

Mehr Gesundheit dank Inspiratory Muscle Strength Training

Im Rahmen einer Analyse der University of Colorado Boulder wurde festgestellt, dass das Inspiratory Muscle Strength Training (IMST) die Gesundheit vielseitig fördern kann. Dabei handelt es sich um Übungen, die nicht zeitintensiv sind und Körper und Geist trotzdem umfassend unterstützen. Das Krafttraining fordert die Muskeln, mit denen man einatmet und führt so zu vielen gesundheitlichen Vorteilen – sowohl physisch als auch mental. Die Übungen können einfach und schnell durchgeführt werden, beispielsweise zuhause oder im Büro. Umziehen muss man sich dafür nicht extra. Das Training wirkt blutdrucksenkend und steigert die kognitive und körperliche Leistungsfähigkeit.

Trainingsablauf

Das IMST wurde bereits während der 80er Jahre entwickelt, um Patienten von Beatmungsgeräten zu entwöhnen. Während des Trainings muss kräftig durch den speziellen inspiratorischen Muskeltrainer eingeatmet werden. Dieser erzeugt dabei einen starken Widerstand, als würde man durch einen Strohhalm saugen und dieser zurücksaugen.

Besserer Schlaf und idealer Blutdruck

Bei der frühen Anwendung bei Personen mit Lungenerkrankungen wurde eine tägliche Therapie mit geringem Widerstand und einer Dauer von 30 Minuten durchgeführt, um die Lungenkapazität zu steigern. Wissenschaftler der Universität von Arizona veröffentlichten im Jahr 2016 Untersuchungsergebnisse. Diesen zufolge tragen nur 30 Inhalationen täglich zu einer größeren Resistenz bei Menschen mit obstruktiver Schlafapnoe zu einem besseren Schlaf bei. Betroffene neigen zu schwächeren Atemmuskeln. Nach nur sechs Wochen wiesen die Teilnehmer nicht nur ein stärkeres Zwerchfell und ausgeprägtere andere inspiratorische Muskeln auf, sondern schliefen erholsamer und verfügten über einen niedrigeren systolischen Blutdruck. Dieser sank um durchschnittlich 12mmHg. Der systolische Blutdruck gibt Auskunft über den Druck innerhalb der Gefäße, wenn das Herz schlägt. Typischerweise erhöht er sich mit zunehmendem Alter, was Blutgefäßschädigungen und ein erhöhtes Herzinfarktrisiko mit sich bringt. Auch kognitiver Verfall und Nierenschäden sind charakteristische Folgeerscheinungen. Im Rahmen anderer Studien konnte bereits gezeigt werden, dass 30 Minuten Atemübungen täglich blutdrucksenkend wirken. Dies wird staatlichen Schätzungen zufolge jedoch nur von fünf Prozent der Erwachsenen durchgeführt. Stolze 65 Prozent der Personen mittleren Alters weisen heutzutage einen zu hohen systolischen Blutdruck auf.

Ergebnisse noch nicht verlässlich

Für die Zukunft ist es wichtig auf Interventionen zurückgreifen zu können, die sicher zu einer positiven Entwicklung beitragen und möglichst wenig Zeit in Anspruch nehmen. Andernfalls ist die Chance groß, dass die verhältnismäßig viel beschäftigten Betroffenen im mittleren Lebensabschnitt sie nicht oder nicht regelmäßig durchführen werden. Bei etwa 50 Prozent der Tests konnten die Forscher bei den Studienteilnehmern, die IMST betrieben hatten, starke Blutdrucksenkungen und Funktionsverbesserungen der großen Arterien beobachten. Die Probanden konnten außerdem bessere Ergebnisse bei kognitiven Aufgaben und Gedächtnisproben erzielen, sowie längere Zeit auf dem Laufband durchhalten. Ihre Herzfrequenz und ihr Sauerstoffverbrauch war während der Trainingseinheit zudem niedriger.
Die Wissenschaftler nehmen an, dass dank der besseren Funktion der Atemmuskulatur durch IMST eine geringere Menge Blut benötigt wird und das Blut deshalb auch besser in den Beinen verteilt wird. Dadurch konnte diese Gruppe wohl auch länger trainieren. Ein paar Läufer und Radfahrer benutzen aus diesem Grund schon kommerziell erhältliche inspiratorische Muskeltrainer. Die Studienergebnisse sind jedoch noch nicht aussagekräftig genug, weitere Untersuchungen müssen erfolgen.

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