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Zombie-Pilze wie bei “The Last of Us”: Ein realistisches Szenario?

von Anna-Lena Schachtner Posted on 20.03.2023 05:3210.03.2023 16:32

Könnte die Menschheit von einem Pilz heimgesucht werden, der Infizierte in Zombies verwandelt? Das zumindest geschieht in der amerikanischen Serie „The Last of Us“, die nicht nur auf Fiktion basiert – den darin beschriebenen Pilz gibt es nämlich tatsächlich. Wird er auch in der Realität zur Gefahr?

Zombie-Pilz übernimmt mentale Kontrolle

Der Pilz, um den sich die Handlung der Serie dreht, ist der sogenannte Ophiocordyceps unilateralis. Dieser ist für Insekten und Spinnen eine ernsthafte Bedrohung: Bei Ameisen etwa frisst sich der Pilz durch den gesamten Organismus und befällt schließlich das Gehirn. Somit übernimmt er die Kontrolle über den Körper und bewirkt, dass sich das Insekt an Stellen begibt, an denen sich der Pilz gut verbreiten kann. Die fremdgesteuerte Ameise klettert zum Beispiel auf einen Baum, wo sie sich in der Rinde verbeißt und verendet. Nachdem der Pilz somit seine Destination erreicht hat, platzt er regelrecht aus dem Panzer der Ameise. Seine Sporen verteilen sich dann vom Baum aus in der Umgebung.

Infizierung auch bei Menschen möglich?

Das Ganze klingt grausam, ist aber auch eine sinnvolle Einrichtung der Natur, die verhindert, dass Ameisenpopulationen explodieren. Glücklicherweise wählt der Pilz als Opfer nur wirbellose Tiere aus – wir Menschen sind davon nicht betroffen. Um die Kontrolle über den menschlichen Organismus zu übernehmen, hat der Pilz nämlich nicht die richtigen Voraussetzungen, da er vor allem mit unserer hohen Körpertemperatur nicht gut klarkommt. Er müsste sich also erst erheblich weiterentwickeln, bevor er unserer Spezies zur Bedrohung werden könnte. Derzeit ist es sehr unrealistisch, dass das passieren wird. Eine Entwarnung gibt es dennoch nicht: Andere Pilzarten können den Menschen nämlich sehr wohl befallen und gefährliche Krankheiten auslösen – und der Klimawandel leistet seinen Beitrag.

Pilze – eine zunehmende Bedrohung für Menschen

Das Problem bei Pilzinfektionen: Anders als Bakterien und Viren haben Pilze Zellkerne. Behandlungen, die sich gegen die Pilze richten, schaden somit auch häufig den menschlichen Zellen. Außerdem werden die Pilze durch den Einsatz von Fungiziden in der Landwirtschaft zunehmend resistent, was eine Therapie noch schwieriger macht.
Hinzu kommt, dass der Klimawandel die Pilze aufgrund der immer weiter steigenden Temperaturen bedrohlicher werden lässt: So konnte eine Studie zeigen, dass ein Pilz der Cryptococcus-Familie, mit dem sich auch Menschen anstecken können, durch Hitze anpassungsfähiger wird. Waldbrände tragen zudem zur Ausbreitung von gefährlichen Pilzsporen bei, da diese über den Rauch auch in weit entfernte Regionen gelangen.

Immungeschwächte Menschen besonders gefährdet

Pilzinfektionen kosten jedes Jahr schätzungsweise 1,7 Millionen Menschen das Leben. Gefährlich sind sie vor allem für diejenigen, die aufgrund von anderen Krankheiten sowieso schon geschwächt sind. Ein Beispiel hierfür ist der Black Fungus, welcher während der Corona-Pandemie unter anderem in Indien bei vielen Menschen zusätzlich zu Covid-19 eine sogenannte Mukormykose verursacht hat. Diese Krankheit führt zu Entstellungen im Gesicht und kann sogar das Gehirn schädigen. Ein anderer gefährlicher Pilzerreger, der vor allem in Afrika und Amerika ein Problem ist, löst Histoplasmose aus. Mittlerweile ist er wahrscheinlich aufgrund der Erderwärmung schon nach Südeuropa vorgedrungen.

Gibt es Hoffnung im Kampf gegen Pilze?

Es gibt jedoch auch eine gute Nachricht: Forscher arbeiten schon an neuen Behandlungsmöglichkeiten für die Infektionen. Bis diese auf den Markt kommen, kann man sich schützen, indem man um Risikogebiete einen großen Bogen schlägt; dazu zählen etwa Fledermaushöhlen in Amerika. Wer ein geschwächtes Immunsystem hat, sollte sich außerdem Komposthaufen nicht zu sehr nähern. Allgemein gilt: Schimmel vermeiden und Maßnahmen für ein starkes Immunsystem ergreifen.

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