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Social-Media-Nutzung: Was bringen 15 Minuten weniger Scrollen am Tag?

von Laura Pfundner Posted on 20.03.2023 11:0614.03.2023 10:01

Man nimmt das Handy aus einem bestimmten Grund zur Hand, bekommt die Benachrichtigung einer Social-Media-App und schon versinkt man in dieser. Zehn Minuten später hat man schon lange vergessen, wofür man das Smartphone eigentlich entsperrt hat. Den Machern dieser Apps ist es gelungen, uns stundenlang in den Bann zu ziehen – zahlreiche Menschen verweilen jeden Tag in diversen sozialen Medien. Eine neue Studie zeigt, welchen positiven Einfluss eine Reduktion dieser Aktivität von nur 15 Minuten am Tag auf unsere Gesundheit haben kann.

Fast jeder macht mit

Über 72 Millionen Menschen in Deutschland nutzen soziale Medien aktiv. Durchschnittlich verfügt ein User dabei über fünf verschiedene Social-Media-Accounts, die auch regelmäßig genutzt werden und zu einer täglichen Verwendungsdauer von eineinhalb Stunden führen. Vor allem junge Menschen verbringen viel Zeit auf Instagram, TikTok und Co. und leiden unter ihren Auswirkungen.

Die Jagd nach Dopamin…

Einer der Hauptgründe der Nutzung dieser Apps ist, dass der Mensch – ein äußerst soziales Wesen – seine Bedürfnisse stillen will. Nie zuvor war es so einfach, mit anderen zu kommunizieren und sich auszutauschen – jederzeit und an jedem Ort. Viele Personen suchen in diesen Apps Bestätigung und Anerkennung und können diese dank Likes und Kommentaren schnell und einfach bekommen. Das sorgt für einen Anstieg des Dopaminspiegels: das sogenannte „Glückshormon“ sorgt für Zufriedenheit. Diese hält jedoch nicht lang an – somit erfolgt die Suche nach diesem Gefühl immer wieder auf ein Neues.

…endet oft unglücklich

All das hört sich im ersten Moment leider besser an, als es ist. Denn die Nutzung sozialer Medien bringt erwiesenermaßen diverse negative Auswirkungen mit sich. In einer Befragung aus dem Jahr 2019 gaben sechs von zehn junge Menschen sogar selbst an, dass sie weniger Zeit auf sozialen Medien glücklicher machen würde. Denn der ständige Vergleich mit einer Vielzahl anderer Menschen sorgt nicht nur für ein gesenktes Selbstwertgefühl, sondern kann im schlimmsten Fall in Essstörungen oder Depressionen enden. Ebenso leidet unser Schlaf enorm durch die exzessive Smartphone-Nutzung: Das Ein- und Durchschlafen wird erschwert und es ist kaum möglich, Erholung zu finden. Der Druck, in der schnelllebigen Welt der sozialen Medien immer irgendetwas zu verpassen, löst in vielen Menschen ein suchtähnliches Verhalten aus.

Weniger ist mehr?

In einer Studie der Swansea-University wurden nun neue Erkenntnisse zum Zusammenhang zwischen Social-Media-Nutzung und Gesundheit veröffentlicht. 50 Teilnehmende zwischen 19 und 30 Jahren wurden nach Zufallsverfahren in drei verschiedene Gruppen eingeteilt. Die erste Gruppe sollte keinerlei Veränderungen vornehmen, in der zweiten sollten soziale Medien täglich um fünfzehn Minuten weniger genutzt werden. Die dritte Gruppe sollte dasselbe wie die zweite machen, aber zusätzlich diese fünfzehn Minuten mit einer anderen Freizeitaktivität wie Lesen oder Sport füllen. Zu Beginn und am Ende der Studie wurden Fragebögen zu Gesundheit, Wohlbefinden und Social-Media-Verwendung ausgefüllt. Während der drei Monate wurden wöchentliche Reporte der Nutzungsdauer in den Apps erstellt.

In der zweiten Gruppe, die die Social-Media-Nutzung um 15 Minuten am Tag reduzierte, konnte eine durchschnittliche Verbesserung der Immunfunktion um 15 Prozent festgestellt werden. Das heißt, sie waren zum Beispiel weniger anfällig für Erkältungen und Grippen. Ebenso wiesen sie eine deutlich bessere Schlafqualität auf, sie wurde um 50 Prozent verbessert und depressive Symptome haben um ganze 30 Prozent abgenommen.

Entscheidungsfreiheit ist wichtig

Nur die zweite Gruppe konnte ihre Anwendungsdauer aktiv reduzieren, sie schafften durchschnittlich sogar 40 Minuten weniger anstelle der vorgegebenen 15 Minuten. In der ersten und dritten Gruppe wurden kaum Änderungen ermittelt. Die erste Gruppe, die keine Veränderungen vornehmen sollte, hat im Endeffekt sogar durchschnittlich zehn Minuten mehr auf sozialen Medien verbracht. Auch in der dritten Gruppe gab es statt der gewünschten Reduktion mehr Social-Media-Nutzung. Anhand der letzten Gruppe konnte gezeigt werden, dass Vorschreibungen bei Menschen eher Ablehnung bewirken. Man sollte somit eher die negativen Effekte, die mit intensiver Social-Media-Nutzung einhergehen, aufzeigen, und Menschen selbst entscheiden lassen, wie sie die neu gewonnene freie Zeit stattdessen nutzen möchten.

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