Starkes Übergewicht verändert das Gehirn von Kindern

Fettleibige Kinder weisen im Vergleich zu normalgewichtigen Kindern einen dünneren präfrontalen Kortex auf. Gewichtsprobleme wirken sich demnach auf das Gehirn aus. Dies könnte die exekutive Funktion beeinträchtigen und eine Erklärung für ein schlechteres Arbeitsgedächtnis bei Kindern mit einem höheren BMI liefern.

Adipöse Kinder haben oft eine dünnere Hirnrinde

Eine neue Studie der University of Vermont in Zusammenarbeit mit der international renommierten Yale University hat ergeben, dass fettleibige Kinder über einen dünneren präfrontalen Kortex verfügen, was offenbar zu einer Beeinträchtigung der exekutiven Funktionen führt. Die Untersuchungsergebnisse wurden in dem englischsprachigen Fachblatt „JAMA Pediatrics“ vorgestellt.
Der Forschungsarbeit zufolge haben adipöse Kinder einen dünneren präfrontalen Kortex als normalgewichtige Kinder. Vorangegangene Untersuchungen haben schon aufgezeigt, dass ein dünner präfrontaler Kortex mit einer verringerten exekutiven Funktion in Zusammenhang steht. Dies wurde bereits bei Kindern mit einem höheren BMI beobachtet.
Ein dünnerer Kortex könnte ein bedeutsamer Faktor für eine eingeschränkte exekutive Funktion bei fettleibigen Kindern sein. Die Studienergebnisse legen eine enorm wichtige Verbindung dar: Kinder mit einem höheren BMI tendieren dazu eine dünnere Hirnrinde aufzuweisen, speziell in der präfrontalen Region.

Studiendetails

Für die Forschung wurden Daten einer Studie mit Kindern ausgewertet. Diese wurden zehn Jahre lang medizinisch überwacht und dabei alle zwei Jahre untersucht und befragt. Die Untersuchungen umfassten eine Reihe von Tests, Blutproben und Gehirnscans.
Die neue Studie wertete die Ergebnisse von 3.190 Neun- und Zehnjährigen aus. Die Resultate bestätigten die Ergebnisse der früheren Untersuchung, die ermittelt hatte, dass Probanden mit einem höheren BMI offenbar ein schlechteres Arbeitsgedächtnis aufweisen.
 
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Hintergründe der Veränderung

Insgesamt 18 kortikale Regionen wurden signifikant invers mit dem BMI in Verbindung gebracht. Die größten Korrelationen gab es im präfrontalen Kortex. Die Untersuchungsergebnisse legen nahe, dass der BMI mit der präfrontalen Kortexentwicklung und verringerten exekutiven Funktionen wie beispielsweise die des Arbeitsgedächtnisses in Zusammenhang steht.
Letztendlich ist die Hypothese der neuen Studie, dass die Dicke der Großhirnrinde die Verbindung zwischen BMI und exekutiven Funktionen steuert. Es wurde eine häufige Ausdünnung der Großhirnrinde beobachtet. Dies ist von höchster Relevanz, denn es ist bekannt, dass exekutive Funktionen, das Gedächtnis und die Fähigkeit zu planen in dieser Gehirnregion kontrolliert werden. Nun soll weiter untersucht werden, wie genau diese drei Variablen miteinander verbunden sind.

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