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Diagnose COPD: Wie die richtige Ernährung helfen kann

von Rike Ohlerich Posted on 12.03.2021 15:5512.03.2021 12:11

Von der Lungenerkrankung COPD („chronic obstructive pulmonary disease”), auch bekannt als Raucherhusten oder Raucherlunge, sind Millionen Menschen betroffen. Obwohl die Krankheit bisher nicht heilbar ist, kann man ihr Fortschreiten hinauszögern und die Beschwerden vermindern. Dabei spielt die richtige Ernährung eine große Rolle. Nicht nur für gesunde Menschen ist eine ausgewogene Ernährung der Schlüssel zum Erhalt der Gesundheit; Erkrankten kann eine angepasste Ernährungsweise dabei helfen ihre Symptome effektiv zu lindern und so ihre Lebensqualität zu verbessern.

Angepasste Ernährungsweise

An COPD leidende Menschen haben häufig einen erhöhten Energiebedarf, da die Krankheit körperlich kräfteraubend sein kann. Die Ernährung sollte dahingehend angepasst werden, da der Energiebedarf sich bis auf das Zehnfache erhöhen kann. Was das Problem verstärkt, ist die Appetitlosigkeit, die viele COPD-Erkrankte bei akuten Atembeschwerden verspüren. Das kann zur Folge haben, dass sie immer mehr abnehmen, ihr Normalgewicht nicht mehr halten können und schließlich Untergewicht entwickeln. Untergewichtigen Menschen fehlt oftmals Energie, die Ausdauer sinkt und das Atmen fällt noch schwerer als zuvor. Zugleich macht es anfälliger für Infekte oder andere Erkrankungen wie zum Beispiel Osteoporose, auch Knochenschwund genannt. Jedoch ist Übergewicht, das andere Extrem, ähnlich nachteilig, da es das Herz mehr fordert. Es muss mehr arbeiten, denn der Körper benötigt mehr Sauerstoff. Auf Dauer wird so die Atemhilfsmuskulatur geschwächt.

Symptome lindern mit den richtigen Lebensmitteln

Oft lassen sich Beschwerden auf die Ernährung zurückführen. Wenn diese angepasst wird, tritt in den meisten Fällen eine deutliche Verbesserung ein. Vor einer persönlichen Ernährungsberatung sollte das Vorhaben jedoch mit einem Arzt besprochen werden. So kann geklärt werden, inwiefern eine Umstellung sinnvoll sein kann. Grundsätzlich sollten COPD-Patienten auf eine ausgewogene Ernährung achten, damit der Körper mit der benötigten Energie versorgt wird. Nach Ernährungsmedizinern sollten dafür reichlich Obst und Gemüse, Vollkornprodukte und zwei bis drei Fleischmahlzeiten pro Woche in den Ernährungsplan integriert werden. Wer sich vegetarisch oder vegan ernährt, kann dies aber auch mit einer COPD-Diagnose weiterhin tun. Hier kann statt auf Fleisch auf Getreidearten wie Hafer oder Hirse, Erbsen und Linsen, Milchprodukte wie Joghurt- oder Quarkspeisen und Nüsse gesetzt werden. Diese Produkte helfen dabei den Eiweißbedarf zu decken.

Lieber öfter essen

Nicht nur die richtigen Lebensmittel sind wichtig bei der Behandlung von COPD, sondern auch die richtige Art zu essen. Generell sollten Erkrankte eher mehrere kleine Mahlzeiten pro Tag zu sich nehmen statt wenige große. Auf diese Weise kann das Essen leichter verdaut werden, es ist bekömmlicher und man bekommt währenddessen besser Luft. Auch sollte darauf geachtet werden, in Ruhe zu essen und viel Wasser oder Tee zu trinken. Eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme kann das Abhusten erleichtern, da der Schleim im Hals dünnflüssiger ist.

Ernährungsempfehlungen

Die Techniker Krankenkasse (TK) hat auf ihrer Website ein paar hilfreiche Ernährungstipps für COPD-Patienten zusammengefasst:

  • 10 bis 15 Prozent Eiweiß (0,8 Gramm Eiweiß pro Kilogramm Körpergewicht): Es sollten Fisch, fettarmes Fleisch, Milchprodukte und Eier bevorzugt werden. Pflanzliches Eiweiß erhält man aus Nüssen oder, wie oben schon erwähnt, komplexen Getreidesorten. Hülsenfrüchte könnten eher ungünstig sein, da sie eine blähende Wirkung haben und somit auf das Zwerchfell drücken, was das Atmen erschwert.
  • 25 bis 30 Prozent Fett: Vorrangig sollte hier zu hochwertigen pflanzlichen Fetten (zum Beispiel Rapsöl oder natives Olivenöl) gegriffen werden. Diese enthalten mehrfach ungesättigte Fettsäuren und helfen ungünstiges LDL-Cholesterin zu senken. Tierische Fette sollten nur in Maßen genossen werden.
  • Circa 50 bis 60 Prozent Kohlenhydrate: Hier sind besonders sogenannte komplexe Kohlenhydrate von Vorteil. Sie stecken zum Beispiel in den Vollkornvarianten von Nudeln, Reis oder Kartoffeln.
  • Vitamine: Mithilfe von Gemüse, Salat und frischem Obst und den darin enthaltenen Vitaminen und Nährstoffen wird das Immunsystem gestärkt.
  • Hochkalorische Trinknahrung: Falls Sie trotz angepasster Ernährung weiter abnehmen, können Sie auf hochkalorische Trinknahrung aus der Apotheke zurückgreifen, um ein Energiedefizit auszugleichen. Dies sollte jedoch vorab mit einem Arzt besprochen werden.
  • Trinken: Wie bereits erwähnt, ist die Flüssigkeitsaufnahme mit der wichtigste Bestandteil einer ausgewogenen Ernährungsweise. Die TK empfiehlt etwa 1,5 bis 2 Liter Flüssigkeit pro Tag zu sich zu nehmen. Das kann in der Form von kalten oder warmen Getränken sein, wobei warme Getränke den schleimlösenden Effekt noch mehr unterstützen können.
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