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So beeinträchtigt Bauchfett unser Gehirn

von Adriana Schellander Posted on 07.08.2021 16:3404.08.2021 16:57

Eingeschränkte körperliche Leistungsfähigkeit, Gelenkverschleiß und ein erhöhtes Erkrankungsrisiko – diese negativen Auswirkungen von Fettleibigkeit sind wohl den meisten schon bekannt. Laut einer aktuellen Studie könnte Adipositas jedoch auch für kognitiven Verfall verantwortlich sein.

Zu viel Bauchfett schadet der Gesundheit

Grundsätzlich übernimmt sogenanntes viszerales Fett eine wichtige Funktion im Körper: Es schützt lebensnotwendige Organe wie Bauchspeicheldrüse, Niere und Leber und sorgt für ausreichend Abstand zwischen den Organen. Dennoch birgt ein zu hoher Anteil an Bauchfett Gesundheitsrisiken, denn dieses Fett ist äußerst stoffwechselaktiv: Es setzt Fettsäuren und Hormone frei und schüttet entzündungsfördernde Botenstoffe aus. Werden zu viele dieser Stoffe abgesondert, können wichtige Organe beschädigt werden, sodass sich das Risiko für chronische Krankheiten erhöht. Darüber hinaus beeinflusst Bauchfett das Fetthormon Adiponectin, welches für die Regulierung des Körperfettes zuständig ist. Viszeralfett hemmt jedoch dieses bedeutende Fetthormon, wodurch der Körper überschüssige Lipide produziert.

Subkutane Lipide – das gute Fett?

Im Gegensatz zum Viszeralfett befindet sich dieses Fett direkt unter der Haut und ist somit gut sichtbar. In erster Linie dient es dem Körper als Energiespeicher und Wärmeisolator. Obwohl subkutanes Fett optisch nicht immer als schön angesehen wird, ist es nicht in jedem Fall gesundheitsschädlich. Im Übermaß kann sich jedoch auch dieser Fetttyp als gefährlich herausstellen: Zu viele dieser Lipide belasten nicht nur die Gelenke und den Bewegungsapparat, sondern beeinträchtigen darüber hinaus das Herz-Kreislauf-System.

Auswirkungen von Fett auf unser Gehirn untersucht

Forschern der südkoreanischen Gachon University zufolge stellt viszerales Fett nicht nur eine körperliche, sondern auch eine geistige Bedrohung dar. Im Rahmen einer Studie versuchten die Mediziner herauszufinden, wie sich Bauchfett auf die Dicke der Hirnrinde auswirkt. Im Zuge dessen wurden 316 ältere Personen ohne Demenz untersucht. Die Experten maßen sowohl das viszerale als auch das subkutane Fett mittels Computertomografien und ermittelten anschließend den Umfang der Hirnrinde mithilfe von Magnetresonanzbildern.

Viszerales Fett beeinträchtigt kognitive Leistungen

Je nach Anteil des viszeralen Fettes wurden die Probanden in fünf Gruppen unterteilt. Bei den Untersuchungen der Fettwerte und des Hirnrindenumfangs zeigten sich signifikante Unterschiede zwischen den Gruppen. Anders als Versuchsteilnehmer mit wenig Bauchfett wiesen Testpersonen mit einem hohen Fettanteil eine verkleinerte Hirnrinde auf. Was das subkutane Fett anbelangt, konnten die Forscher jedoch keinen ausschlaggebenden Unterschied feststellen. Laut den Experten könnten diese Erkenntnisse eine Erklärung für Neurodegenerationen und kognitive Einschränkungen bei Adipositas liefern.

Welche Aufgaben übernimmt die Hirnrinde?

Dieser Teil des Gehirns kann als Zentrum zahlreicher kognitiver Vorgänge betrachtet werden, denn durch die Hirnrinde werden Reize aus der Umwelt wahrgenommen. Der sogenannte Cortex trägt folglich dazu bei, insbesondere komplexe Informationen rasch zu verarbeiten und anschließend im Gedächtnis zu behalten. Somit spielt diese Gehirnregion vor allem bei Lernprozessen eine ausschlaggebende Rolle. Darüber hinaus ermöglicht die Gehirnrinde die Planung und Ausführung unserer Handlungen. Wird der Cortex beschädigt, können Sprachstörungen, Orientierungsverlust und ein verringertes Gedächtnisvermögen die Folge sein. Neben der mentalen Leistungsfähigkeit kann außerdem die Motorik beeinträchtigt werden – Muskelzittern, chronische Verspannungen und verlangsamte Bewegungen stellen hierbei erste Anzeichen dar.

So kann Bauchfett effizient abgebaut werden

In den meisten Fällen ist ein zu hoher Anteil an Viszeralfett auf einen ungesunden Lebensstil zurückzuführen. Durch eine Ernährungsumstellung kombiniert mit mehr Bewegung kann das überschüssige Fett allerdings gezielt abgebaut werden:

  • Geregelte Kalorienzufuhr: Der tägliche Kalorienbedarf hängt von Geschlecht, Größe und Gewicht ab. Wer sein Viszeralfett verringern möchte, sollte die benötigte Menge nicht überschreiten.
  • Keine süßen Snacks: Viele Zwischenmahlzeiten wie Kuchen, Chips oder Schokoriegel enthalten reichlich Zucker und Fett, aber wenig Nährstoffe. Eine gesündere Alternative stellen Obst und Nüsse dar.
  • Reichlich Gemüse: Bei einer gesundheitsfördernden Ernährung sollten diese Lebensmittel ganz oben auf dem Speiseplan stehen – sie sind nicht nur kalorienarm, sondern auch ballaststoffreich und sorgen für ein langanhaltendes Sättigungsgefühl.
  • Ungesüßte Getränke: Kalorienreiche Getränke wie Softdrinks oder Alkohol begünstigen ungewollte Fettansammlungen. Wer gesündere Erfrischungen bevorzugt, kann auf zuckerfreie Tees oder Wasser zurückgreifen. Um dennoch von einem abwechslungsreichen Geschmack zu profitieren, können die Getränke mit Zitronenmelisse, frischer Pfefferminze oder Beeren verfeinert werden.
  • Regelmäßige Bewegung: Zur Fettreduktion empfiehlt sich eine ausgewogene Kombination aus Ausdauersport und Krafttraining. Doch auch schon durch alltägliche Bewegungen wie Treppensteigen, kurze Fußwege oder Radfahren können Kalorien verbrannt werden.

 

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