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Unregelmäßiger Schlafrhythmus im Jugendalter: Neue Risikofaktoren entdeckt

von Adriana Schellander Posted on 16.03.2023 05:2710.03.2023 14:43

Chatten, Fernsehen oder noch schnell die Hausaufgaben für den nächsten Tag erledigen – all diese Aktivitäten halten Jugendliche oftmals noch lange wach. Aufgrund von Schule oder Ausbildung bleibt jedoch unter der Woche kaum Zeit zum Ausschlafen – Schlafdefizite werden somit meistens am Wochenende kompensiert. Was von vielen als typisches Verhalten im Jugendalter abgetan wird, kann jedoch laut einer aktuellen Studie mit negativen Gesundheitsfolgen einhergehen.

Schlafverhalten von Jugendlichen im Fokus

Im Rahmen eines Forschungsprojektes untersuchten Forscher der Penn State University die Auswirkungen eines unregelmäßigen Schlafrhythmus im Jugendalter. Das Ziel der Fachleute bestand darin herauszufinden, inwieweit Abweichungen des Schlafmittelpunkts den Zusammenhang zwischen Bluthochdruck und viszeraler Adipositas beeinflussen. Im Zuge dessen analysierten die Experten das Schlafverhalten, den Blutdruck sowie den viszeralen Fettanteil von 303 Jugendlichen, die bereits als Kinder am Forschungsprojekt Penn State Child Cohort study teilgenommen hatten. Die Mediziner erfassten das Schlafverhalten der Probanden durch einen sogenannten Aktometer – ein Gerät, welches die Schlafdauer, den Schlaf-Wach-Rhythmus sowie den Schlafmittelpunkt aufzeichnet. Die Schlafuntersuchungen fanden eine Nacht in einem speziellen Schlaflabor und sieben Tage lang im Wohnbereich der Versuchsteilnehmer statt.

Folgenschwere Fettablagerungen

Außerdem maßen die Fachleute das viszerale Bauchfett – jenes Fett, das die inneren Organe des Bauches umhüllt und mit Herzkreislauferkrankungen sowie Stoffwechselstörungen in Verbindung steht. Zur Erfassung verwendeten die Mediziner einen sogenannten DEXA-Scan (Dual-Energy X-ray Absorptiometry). Hierbei handelt es sich um ein digitales Röntgenverfahren, welches bereits mit geringer Strahlendosis sowohl die Knochendichte als auch den genauen Fettanteil ermitteln kann.

Verhängnisvoller Zusammenhang entdeckt

Im Zuge der Datenevaluierung stießen die Forscher auf beunruhigende Erkenntnisse – vor allem was jene Jugendliche anbelangt, deren Schlaf unter der Schulwoche um 45 Minuten oder mehr variierte: Bei diesen Probanden identifizierten die Mediziner einen klaren Zusammenhang zwischen einem Anstieg des viszeralen Bauchfettes, einem gesteigerten systolischen Blutdruck (Druck des Herzschlages) sowie einem erhöhten diastolischen Blutdruck (Druck auf die Gefäße). Was die restlichen Versuchsteilnehmer anbelangt, konnte hingegen keine Verbindung zwischen besagten Faktoren festgestellt werden.

Nachtaktivität als Risikofaktor

Darüber hinaus stellten die Experten fest, dass die Vermehrung des viszeralen Bauchfettes bei nachtaktiven Heranwachsenden mit einem Anstieg des systolischen und diastolischen Blutdrucks einherging. Eine derartige Korrelation konnte bei Probanden, die früher einschlafen und sich als Morgenmensch bezeichnen, nicht nachgewiesen werden. Als die Mediziner die Jugendlichen während ihrer Ferien beobachteten, hatte weder eine regelmäßige Schlafdauer noch ein verspäteter Schlafzeitpunkt signifikanten Einfluss auf den zuvor festgestellten Zusammenhang zwischen Blutdruck und viszeralem Bauchfett.

Rechtzeitige Intervention erforderlich

Das Forschungsteam zieht aus den vorliegenden Ergebnissen den Schluss, dass ein irregulärer Schlafrhythmus tendenziell Gewichtszunahmen forciert und Bluthochdruck begünstigt – zwei entscheidende Risikofaktoren für Herzkreislauferkrankungen. Zudem gehe unregelmäßiges Schlafverhalten laut den Fachleuten mit einem erhöhten Risiko für Depressionen und schlechtere Leistungen einher.„Kinderärzte sollten Jugendliche, die an Gewicht zunehmen oder bereits übergewichtig sind, genau beobachten und ihre Schlafgewohnheiten untersuchen, da ein regelmäßigerer Schlafrhythmus ihnen bei der Gewichtsabnahme helfen und langfristig ihre Herzgesundheit verbessern kann“, empfiehlt Studienautor Dr. Julio Fernandez-Mendoza. Außerdem sei es ratsam, Heranwachsende rechtzeitig die Bedeutung eines ausgeglichenen Schlafverhaltens zu vermitteln, um negative Folgen für die Gesundheit zu vermeiden.

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