Durchbruch in der Alzheimer-Früherkennung: Wissenschaftler registrieren Krankheit 14 Jahre vorher

14 Jahre vor der klinischen Diagnose Demenz erkennen – das haben deutsche Forscher vor Kurzem tatsächlich geschafft. Möglich machte dies der Nachweis einer mangelhaften Faltung des Proteins Amyloid-ß im Blut, ein Zeichen für ein deutlich erhöhtes Erkrankungsrisiko bei symptomfreien Menschen.

Bis heute kein Heilmittel

Durch das Nachweisverfahren ist es potenziell möglich auf eine nicht-invasive und kostengünstige Art und Weise Risikopatienten zu identifizieren. Bei Betroffenen könnten unter Umständen dann Medikamente wirken, die in klinischen Studien keinen Effekt gezeigt haben. Möglicherweise könnte der Beleg über fehlgefaltetes Amyloid-ß im Blut somit dabei helfen, endlich ein Mittel gegen Alzheimer zu finden. Gegen Alzheimer-Demenz existiert nach wie vor keine wirksame Behandlung. Bislang kann die Erkrankung erst lange Zeit nach ihrem biologischen Ausbruch klinisch festgestellt werden. In den meisten Fällen wird die Krankheit erst diagnostiziert, wenn charakteristische Anzeichen wie Vergesslichkeit auftreten und anderen Personen auffallen. Zu diesem Zeitpunkt sind allerdings stets schon massive Schäden am Gehirn vorhanden, die nicht mehr behoben werden können.

Neue Erkenntnisse geben Hoffnung

Forscher des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ), der Ruhr-Universität Bochum (RUB), des Krebsregisters Saarland und der Netzwerk Alternsforschung der Universität Heidelberg konnten jüngst aufzeigen, dass es bei Alzheimer zu einer fehlerhaften Faltung des Amyloid-ß-Proteins kommt. Diese startet bereits 15 bis 20 Jahre vor dem Aufkommen erster Symptome. Ein neu entwickeltes Verfahren ist offenbar in der Lage das Blut bezüglich der Amyloid-Protein-Faltung zu untersuchen.
Mittlerweile gibt es deshalb Hoffnung anhand neuer Behandlungsmethoden während der symptomfreien Frühphase der Erkrankung präventiv einzuschreiten. Damit derartige Ansätze im Rahmen von Studien überprüft werden können, ist es zuerst wichtig, Risikogruppen für die Entwicklung von Alzheimer zu identifizieren.

Forschung ist noch nicht abgeschlossen

Im Fokus der aktuellen Forschungsarbeit lag die Prüfung des Laborwertes, um die Eignung für eine Risikostratifizierung größerer Bevölkerungsgruppen festzustellen. Die fehlerhafte Faltung des Amyloid-ß-Proteins hat sich bereits mit Abstand als aussagekräftigster Risikomarker erwiesen. Es sind jedoch noch weitere Forschungsarbeiten notwendig, um sicherzustellen, dass das Laborverfahren tatsächlich für die Ermittlung des Alzheimerrisikos bei beschwerdefreien Personen geeignet ist. Die Zuverlässigkeit des Prozesses soll nun bei größeren Gruppen auf die Probe gestellt werden.
Das Risiko für andere Formen von Demenz, die beispielsweise auf einer unzureichenden Durchblutung des Gehirns basieren, kann mit der neuen Methode nicht ermittelt werden. Das Verfahren ist speziell für Alzheimer-Risikopatienten.

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