Unentwegt am Husten? Diese Krankheit könnte dahinterstecken

Die chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) gehört neben Herzinfarkten und Schlaganfällen zu den drei häufigsten Todesursachen der Welt. Die Aufklärung rund um die Erkrankung lässt erschreckenderweise jedoch immer noch stark zu wünschen übrig – viele Menschen wissen nichts darüber und nehmen Warnsignale daher nicht ernst. Auch Lungenfachärzte warnen vor der Gefahr der dritthäufigsten Todesursache.

Anzeichen werden oftmals ignoriert

Klare Symptome werden häufig nicht ernst genommen, in vielen Fällen wird erst sehr spät ein Arzt miteinbezogen. Je früher COPD behandelt wird, desto besser sind die Möglichkeiten die Erkrankung aufzuhalten. Durch die Verzögerung geht somit wertvolle Zeit verloren, die von größter Wichtigkeit wäre. COPD ist nicht heilbar und führt unbehandelt irgendwann zu einem schrecklichen Tod durch Ersticken.

AHA-Symptome: So erkennen Sie COPD

Der Österreichischen Gesellschaft für Pneumologie (ÖGP) zufolge ist es entscheidend schon erste Warnsignale der Erkrankung wie hartnäckigen Husten ernst zu nehmen und sich in ärztliche Obhut zu begeben. Jedoch gibt es auch einige Risikofaktoren, die es nötig machen, die Möglichkeit einer COPD ausschließen zu lassen. Die sogenannten AHA-Symptome treten oftmals als erste Anzeichen der Erkrankung auf. Dabei handelt es sich um Auswurf, Husten, Atemnot – Symptome, die oftmals auf andere Faktoren zurückgeführt werden. Zu Beginn ist die Atmung meist nur leicht beeinträchtigt, zu Atemnot kommt es erst bei körperlicher Belastung. Gerade weil die Beschwerden von Betroffenen oft nicht richtig bemerkt, erkannt und ernstgenommen werden, ist die Krankheit so gefährlich.

Nur ein Arzt kann helfen

Noch bis vor wenigen Jahren gab es nur wenige therapeutische Möglichkeiten gegen COPD, doch heute schafft es die moderne Präzisionstherapie dagegen vorzugehen. Dabei ist jedoch wichtig, dass die Erkrankung so früh wie möglich diagnostiziert und therapiert wird.
Speziell in der kalten Jahreszeit wird chronischer Husten oft als Erkältung abgetan oder einer Grippe zugeschrieben. Da es sich jedoch tatsächlich um COPD handeln kann, sollten Patienten mit länger andauerndem Husten unbedingt einen Arzt aufsuchen. Spätestens wenn der Husten sich bereits über einen Zeitraum von mehr als acht Wochen hinzieht sollten die Alarmglocken läuten. Anhand einer Spirometrie, eines einfachen Lungenfunktionstests, kann der Arzt schnell bedeutsame erste Schlüsse über den Gesundheitszustand ziehen.
Die Diagnose und Behandlung sollten unbedingt schon erfolgen, wenn die Beschwerden noch nicht extrem stark ausgeprägt sind. Nur wenn der Betroffene sich noch bemühen kann die Symptome gut zu verbergen, ist dies noch nicht der Fall. Je früher mit der Therapie begonnen wird, umso vielversprechender ist die Prognose. Zwar kann COPD nicht geheilt werden, aber der Verlauf kann durchaus verlangsamt bzw. sogar gestoppt werden.

Rauchen und Feinstaubbelastung gehören zu den Risikofaktoren

Rauchen ist der größte Risikofaktor für die Entwicklung von COPD. Die meisten Betroffenen sind aktive oder ehemalige Raucher. Tabakrauch enthält eine Vielzahl Substanzen, die Entzündungsreaktionen hervorrufen und das Lungengewebe angreifen. Auf diese Weise wird die Produktion von Bronchialschleim angeregt und gleichzeitig der Selbstreinigungsmechanismus der Atemwege eingeschränkt. Als Folge können Fremdstoffe nicht mehr ausreichend beseitigt werden und das Lungengewebe wird immer weiter geschädigt. Dies gilt jedoch nicht nur für Aktiv-, sondern auch für Passivraucher.
Ein weiterer Risikofaktor sind häufige Atemwegserkrankungen in der Kindheit, sodass eine gewisse Vorbelastung vorhanden ist. Auch eine hohe Feinstaubbelastung durch Verkehr und Industrie, sowie Schadstoffe aus Luft- und Umweltverschmutzung am Wohnort oder dem Arbeitsplatz können zur Entstehung von COPD beitragen. Beschäftigte bei Autolackierereien, in Viehställen, im Bergbau oder auf Baustellen sind beispielsweise besonders gefährdet. Dasselbe gilt für Feuerwehrleute und Schweißer.
Darüber hinaus sind Personen, die von einer schweren seltenen Erbkrankheit betroffen sind, ebenfalls stark COPD-gefährdet. Bei dieser Erkrankung handelt es sich um den sogenannten Alpha-1-Antitrypsin-Mangel. Menschen dieser Risikogruppe sollten spätestens ab dem 50. Lebensjahr einen Lungenfacharzt aufsuchen, um abklären zu lassen, ob eine COPD besteht – auch, wenn derjenige nicht unter langfristigem Husten leidet.

COPD beeinträchtigt den ganzen Körper

COPD kann auch mit weiteren Lungenerkrankungen verbunden sein. Beispielsweise kommt es bei Betroffenen öfter zu Lungenkrebs,-fibrose oder -hochdruck, sowie Atemstörungen während des Schlafens, als bei Gleichaltrigen ohne Probleme mit der Lunge.
Zusätzlich leidet der gesamte Körper unter COPD. Zu den Folgen der Lungenkrankheit zählen Blutarmut, Bluthochdruck, Diabetes mellitus, Gewichtsabnahme, Muskelverlust, Osteoporose und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Auch Auswirkungen auf die Psyche kommen vor, insbesondere Angstzustände und Depressionen, welche sich mit dem Fortschreiten der Krankheit verschlimmern und die Lebensqualität weiter einschränken.
Im späteren Verlauf von COPD müssen die Patienten permanent durch eine „Nasenbrille“ mit Sauerstoff versorgt werden, da sie durchgehend mit Atemnot kämpfen. Die modernen mobilen Sauerstoffgeräte der heutigen Zeit sind zwar enorm hilfreich, limitieren den Aktions- und Bewegungsradius der Patienten jedoch trotzdem. Zudem sind die Geräte für jedermann sichtbar und machen sie sofort als Kranke kenntlich. Viele Betroffene fühlen sich damit nicht wohl und isolieren sich deshalb zunehmend von ihrem sozialen Umfeld.

Moderne Behandlungsmethoden

Auf Grund des besseren Verständnisses der verschiedenen Ausprägungsformen und Zusammenhänge der Krankheit, sowie neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen konnten bereits wichtige Fortschritte im Kampf gegen COPD erzielt werden. Moderne diagnostische Optionen, neue Medikamente und Begleittherapien versorgen die Patienten heutzutage um ein Vielfaches besser und mit weniger Nebenwirkungen als früher. Auch wenn alle Betroffenen die gleichen Beschwerden haben, so sind die Ausprägungsformen der Erkrankung verschieden. Dies ist wichtig, da die Therapie immer der Ausprägung entsprechend erfolgen muss.
Zu den unterschiedlichen Behandlungsoptionen zählen unter anderem inhalative Medikamente, nicht-invasive Atemunterstützung, Sauerstofftherapie und Ventile zur Reduktion der Lungenüberblähung. Diese therapeutischen Möglichkeiten können immer mehr dort verwendet werden, wo sie am vielversprechendsten wirken. Nebenwirkungen werden verhindert, Kosten werden gespart und es wird wichtige Zeit gewonnen. Plus: Die Patienten bekommen die für sie passende Behandlung, sodass ihre Lebensqualität wieder steigt.

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