Herzschlag kann individuelles Demenzrisiko anzeigen

Im Rahmen einer aktuellen Studie der Yonsei University in Seoul konnte festgestellt werden, dass ein zu schneller oder unregelmäßiger Herzschlag mit einem erhöhten Demenzrisiko verbunden ist. Damit kann der persönliche Herzrhythmus Aufschluss über die individuelle Erkrankungswahrscheinlichkeit geben. Die Untersuchungsergebnisse wurden in der englischsprachigen Fachzeitung „European Heart Journal“ präsentiert.

Vorhofflimmern ist extreme gesundheitliche Bedrohung

Den Wissenschaftlern zufolge kann Vorhofflimmern zu sogenannten Mini-Schlaganfälle führen, die die Blutgefäße im Gehirn verändern. Die beschädigten oder verstopften Gefäße lassen weniger sauerstoffreiches Blut in das Organ fließen – Gehirnzellen können absterben. Oftmals merken Betroffene davon akut nicht einmal etwas. Mit der Zeit wirkt sich das jedoch auf die allgemeine Denkleistung, das Gedächtnis und das Sprachvermögen aus. Für die häufigste Form der Demenz, Alzheimer, wurde das Erkrankungsrisiko laut den Studienautoren durch einen unregelmäßigen Herzschlag um stolze 31 Prozent erhöht.
Darüber hinaus wurde erkannt, dass Vorhofflimmern das Risiko für vaskuläre Demenz mehr als verdoppelt. Diese Art der Demenz wird durch eine verringerte Durchblutung des Gehirns ausgelöst. Das hohe Risiko blieb auch nachdem Personen, die einen Schlaganfall erlitten hatten, aus den Daten der Studie herausgefiltert worden waren, unverändert. Patienten mit Vorhofflimmern, die orale Antikoagulanzien einnahmen, wiesen anschließend aber ein etwa 40 Prozent reduziertes Risiko auf.

Die wichtigsten Daten im Überblick

Bei Vorhofflimmern handelt es sich um eine Herzkrankheit, bei der es zu einer unregelmäßigen und oftmals ungewöhnlich hohen Herzfrequenz kommt. Normalerweise sollte diese im Ruhezustand zwischen 60 und 100 Schläge pro Minute betragen. Bei Menschen mit Vorhofflimmern können es sogar mehr als 100 Schläge pro Minute sein. Dies führt zu Beschwerden wie Atemnot, Müdigkeit und Schwindel.
Für die neue Studie wurden insgesamt 262.611 Patienten im Alter über 60 Jahre beobachtet. Zu Beginn waren sie weder an Vorhofflimmern noch an Demenz erkrankt. Im Laufe der siebenjährigen Untersuchungsperiode wurde bei 10.435 der Probanden Vorhofflimmern diagnostiziert. 2.522 dieser Menschen (24 Prozent) erkrankten außerdem an Demenz. In Relation dazu gab es 36.322 Studienteilnehmer (14 Prozent), die Demenz entwickelten, vorher aber nicht an Vorhofflimmern litten. Die 3.092 Personen mit Vorhofflimmern, welche Antikoagulanzien oder Blutverdünner einnahmen, wiesen im Vergleich ein um 39 Prozent niedrigeres Demenzrisiko auf.

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