Brustkrebsdiagnose ist bei Männern häufiger ein Todesurteil

Brustkrebs ist die häufigste Krebsart bei Frauen. Zwar können Männer gleichwohl betroffen sein, doch dies kommt nur selten vor. Nichtsdestotrotz endet die Krankheit für Männer weit häufiger tödlich. Einer neuen Untersuchung zufolge ist ihre Sterblichkeit in jeglichen Stadien der Erkrankung höher als bei gleichaltrigen weiblichen Betroffenen.

Männer sterben mit höherer Wahrscheinlichkeit als Frauen

Männer mit der Diagnose Brustkrebs kommen häufiger ums Leben als Frauen mit der Erkrankung. Zu dieser Erkenntnis gelangten die Wissenschaftler um Dr. Xiao-Ou Shu vom Vanderbilt University Medical Center in den USA. Im Rahmen der Studie nahmen die Forscher einen Vergleich zwischen den Sterblichkeitsraten von männlichen und weiblichen Brustkrebspatienten vor. Die Untersuchungsergebnisse wurden im Fachblatt „JAMA Oncology“ präsentiert.
Auf Basis der National Cancer Database wurden 16.025 männliche und 1.800.708 weibliche Brustkrebsbetroffene identifiziert, die im Laufe des Jahres 2014 die Diagnose bekommen hatten. Im Vergleich verfügten die Männer innerhalb von fünf Jahren nach der Krebsdiagnose über eine 19 Prozent höhere Gesamtmortalität als Frauen im selben Krankheitsstadium, obwohl klinische Merkmale wie die Krebsart, Therapie und Zugang zu Pflege in der Auswertung berücksichtigt wurden. Diese Differenz sind den Wissenschaftlern nach allem Anschein nach auf biologische Abweichungen zurückzuführen. Es könnten allerdings auch anderweitige Faktoren, wie beispielsweise eine reduzierte Effektivität der Behandlung oder ein ungesünderer Lebensstil, eine Rolle spielen.

Hintergründe sind unklar

Fast 85 Prozent der Brustkrebserkrankungen bei Männern sind Östrogenrezeptor-positiv (ER+), sodass eine Hormontherapie effektiv sein müsste. Bei Frauen sind es nur 75 Prozent, doch scheinbar ist bei ihnen die Methode trotzdem häufiger erfolgreich. Eigentlich sollten Männer hier besser abschneiden und eine geringere Mortalität aufweisen als Frauen, wenn die Behandlung genauso wirksam ist – doch offenbar ist genau das Gegenteil der Fall.
Auf Grund dieser Diskrepanz ergibt sich die Frage, ob zwischen den Geschlechtern noch weitere biologische Unterschiede bezüglich Östrogenrezeptor-positivem Brustkrebs existieren. Daher muss nun weitere Forschung mit dem Fokus auf männlichen Brustkrebspatienten betrieben werden. Dafür ist allerdings internationale Zusammenarbeit notwendig, denn da nur wenige Männer erkranken reichen die Daten auf nationaler Ebene leider nicht aus.

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