Sind lebensgefährliche Schwangerschaftskomplikationen in Zukunft vorhersagbar?

Bei einer Schwangerschaft gibt es diverse mögliche Komplikationen, die auftreten können. Die sogenannte Präeklampsie (Schwangerschaftsvergiftung) gehört dabei zu den größten Gefahren für Mutter und Baby. Nun soll ein innovativer Test das Risiko für diese Bedrohung einfach bestimmen, sodass rechtzeitig entsprechende Gegenmaßnahmen durchgeführt werden können. Australische Wissenschaftler der Edith Cowan University (ECU) in Perth haben den Test geschaffen, der das Risiko einer Präeklampsie einfach und relativ exakt vorhersagen kann.

Todesrisiko Präeklampsie soll durch Test angekündigt werden

Jedes Jahr kommen 76.000 Mütter und etwa eine halbe Million Babys auf der ganzen Welt durch eine Schwangerschaftsvergiftung ums Leben. Diese erschreckenden Mengen könnten mithilfe des neuen Tests signifikant gesenkt werden. Die Studienergebnisse dazu wurden im Fachblatt „EPMA Journal“ vorgestellt.
Wenn eine Präeklampsie frühzeitig diagnostiziert wird, gibt es verschiedene Therapieoptionen. In Entwicklungsländern gehört sie jedoch bis heute zu den häufigsten Todesursachen für Mütter und ihre Kinder. Auf Grund dessen machte es sich ein Forschungsteam aus Australien zur Aufgabe, ein simples Testverfahren zu entwickeln, welches eine schnelle und kostengünstige Risikobestimmung ermöglicht. Mit der Unterstützung von 593 schwangeren Frauen aus Ghana analysierten die Wissenschaftler die Genauigkeit ihres Tests. Die Probandinnen beantworteten zuerst einen eigens entwickelten Fragebogen zu Themen wie Herzgesundheit, Immunsystem, Müdigkeit, psychische Verfassung und Verdauung. Aus ihren Antworten ergab sich ein Punktewert bezüglich ihrer Allgemeingesundheit, der als Vorhersage chronischer Erkrankungen dienen kann.61 Prozent der Teilnehmerinnen, die eine hohe Punktzahl erhielten, entwickelten eine Schwangerschaftsvergiftung. Bei den Frauen mit einem niedrigen Wert waren es hingegen nur 17 Prozent. Wurden diese Ergebnisse durch einen Bluttest ergänzt, der den Calcium- und Magnesiumspiegel der Damen ermittelte, konnte in annähernd 80 Prozent der Fälle die Entwicklung einer Präeklampsie korrekt vorherbestimmt werden.
 
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Frühzeitige Diagnose könnte viele Tode verhindern

Die Bluttests und der Fragebogen sind kostengünstige Verfahren, wodurch sie auch in Entwicklungsländern angewendet werden können. Dort führen Schwangerschaftsvergiftungen nach wie vor zu den meisten Todesfällen. Eine frühzeitige Warnung könnte dort tausende Leben von Müttern und Babys retten, da Medikamente zur Blutdrucksenkung dann zur Bekämpfung der Präeklampsien genutzt werden können. Sollten diese nicht anschlagen, gibt es immer noch die Option einer vorzeitigen Entbindung, beispielsweise durch einen Kaiserschnitt, damit Mutter und Kind überleben.

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