Asthma-Sprays verpesten die Luft mit massenhaft Treibhausgasen

Eine neue Forschungsarbeit deckte kürzlich einen bisher stark unterschätzten Auslöser von Treibhausgasen: Inhalatoren für Krankheiten. Englische Wissenschaftler wiesen zum ersten Mal nach, wie groß der Effekt der Sprays auf die CO2-Bilanz wirklich ist.

Inhalatoren sorgen für schlechte Ökobilanz

Ein Forschungsteam der University of Cambridge stellte fest, dass herkömmliche Asthma-Sprays einen starken CO2-Ausstoß verursachen. Etwa 4 Prozent des kompletten Ausstoßes in England sollen auf derartige Inhalatoren zurückgehen. Im Rahmen der Studie wurde außerdem erkannt, dass ein Umstieg auf umweltfreundlichere Sprays nicht nur immense CO2-Einsparungen zur Folge hätte, sondern ebenfalls kostengünstiger wären. Die Untersuchungsergebnisse wurden jüngst im Fachblatt „BMJ Open“ veröffentlicht.

Umweltfreundliche Alternativen sind schon auf dem Markt

Der Studie zufolge könnte ein Tausch der Sprays gegen umweltfreundlichere Alternativen den schlechten Einfluss auf das Klima signifikant mindern. Die aktuellen Asthma-Sprays beinhalten häufig verflüssigte und komprimierte Gase als Treibmittel, damit das tatsächliche Arzneimittel zerstäubt wird. Seitdem FCKWs verboten wurden, wird dafür auf das Treibmittel Hydrofluoralkan (HFA) zurückgegriffen. Dieses schadet der Ozonschicht zwar nicht, ist aber trotzdem ein potentes Treibhausgas.
Den Wissenschaftlern zufolge wurden 2017 allein in England 50 Millionen solcher Inhalatoren verordnet, durchschnittlich verfügen sieben von zehn dieser Sprays über klimaschädliche Treibhausgase. Es existieren allerdings bereits effektive umweltfreundliche Optionen wie Trockenpulver- oder Nebelinhalatoren. Den Angaben diverser Anbieter zufolge bremst der höhere Preis jedoch die Nachfrage für die Alternativen. Die neue Studie konnte allerdings ermitteln, dass sich die Kosten durch den Umstieg sogar verringern können.
 
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Jede einzelne Umstellung hilft

Die Hersteller weigerten sich Angaben über die Mengen des HFA-Treibmittels in den Sprays zu machen, sodass die Wissenschaftler Patente, Publikationen und Leistungsstudien nach Daten durchstöberten. Auf diese Weise kamen sie auf einen Schätzwert über die Menge CO2, die durch die Inhalatoren ausgestoßen wird. Diesem zufolge gibt ein Spray bereits zwischen zehn und 37 Mal so viel Treibhausgase in die Luft ab wie ein Trockenpulverinhalator. Bei der Verordnungsrate von 2017 würde somit der Wechsel von nur einem von zehn Sprays einer Einsparung von 58 Kilotonnen CO2 entsprechen. Dies gleicht etwa 180.000 Autofahrten von je 650 Kilometern. Jeder Patient würde laut der Untersuchung jährlich 150 bis 400 Kilogramm Kohlendioxid-Emission zurückhalten. Damit handelt es sich um Mengen, die üblicherweise lediglich anhand von gezielten Umweltschutzmaßnahmen erzielt werden können.
Nichtsdestotrotz ist es von größter Wichtigkeit, dass Betroffene nicht einfach aufhören ihre üblichen Medikamente mit den Sprays einzunehmen. Beim nächsten Arztbesuch können sie dann aber die Option eines Umstiegs ansprechen. Der Arzt kann dann darüber entscheiden, ob ein umweltfreundlicherer Inhalator geeignet ist.

Korrekte Entsorgung

Die Klimaerwärmung stellt eine massive Bedrohung für die Gesundheit dar, die speziell Personen mit bereits entwickelten Lungenerkrankungen beeinträchtigt. Sollten keine alternativen Sprays infrage kommen, können Patienten zumindest auf eine adäquate Entsorgung der gebrauchten Inhalatoren achten. Diese sollten in den Hausmüll geworfen, sondern zu einem Wertstoffhof oder in die Apotheke gebracht werden. Darüber hinaus sollten nur vollständig entleerte Sprays entsorgt werden.

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