Wie der Klimawandel uns krank macht

Viele Menschen haben zwar das Gefühl, dass der Klimawandel ihre Gesundheit beeinträchtigt, haben dafür jedoch keine Beweise. Anders ist das bei der Wissenschaft, denn inzwischen beschäftigen sich viele anerkannte Forschungseinrichtungen mit den Auswirkungen des Klimawandels auf die Natur wie auch auf die Menschen. So hat beispielsweise der Lancet Countdown 2017 einen Bericht über diese verschiedenen Forschungsergebnisse zusammen gefasst. Einen ähnlichen Bericht ist bereits 2015 veröffentlicht worden, in dem bereits darauf hingewiesen wurde, dass der Klimawandel die Errungenschaften der letzten 50 Jahre im Gesundheitswesen gefährdet.

Der neue Report zum Einfluss des Klimawandels

Im neuen Lancet Report werden 40 Indikatoren dafür genannt, welchen Einfluss der Klimawandel auf die Menschen in fünf unterschiedlichen Bereichen hat. Leider kommt bereits dieser Bericht zu dem Ergebnis, dass die bisher entstandenen Schäden nicht mehr rückgängig gemacht werden können. Zudem bedroht jede weitere Verzögerung im Kampf gegen den Wandel des Klimas die Existenzgrundlage der Menschen und auch viele Menschenleben selbst. Damit sind nicht nur die Auswirkungen von Wetterphänomenen wie Tsunamis oder Hurrikans gemeint, die ganze Landstriche verwüsten. Auch die Veränderung der Umwelt und ihrer Bedingungen beeinflusst die bekannten natürlichen Gegebenheiten.

Ernten verschlechtern sich und mehr Krankheiten

Da sich die Erde zunehmend erwärmt, können sich Schädlinge immer weiter ausbreiten wie auch die Tiere, die aus anderen Gebieten einwandern, neue Arten von Krankheiten einschleppen. Früher war beispielsweise der Lebensraum der Aedes agypti, der bekannten Gelbfiebermücke, lediglich auf die Tropen beschränkt. Inzwischen breitet sich die Gelbfiebermücke auch in Südeuropa aus und überträgt den Zikavirus und verbreitet das Dengue-Fieber. Sie kommt sogar im Süden der USA vor und findet sich bereits in Australien. Im Jahr 1970 notierte die WHO weltweit 9 Länder, in denen das Dengue Fieber vorkam. Heute ist es in über 100 Ländern zu finden.

Unterernährung ist wieder auf dem Vormarsch

Aber nicht nur die Krankheiten breiten sich aus, sondern der Klimawandel verursacht auch große Ernteschäden, wodurch die Unterernährung erneut zu einem wachsenden Problem wird. Dazu kommen noch Mangelerscheinungen, denn die steigenden Temperaturen lassen zunehmend die Ernten verdorren. Jährlich sinkt der Ertrag der Weizenernte um 6 Prozent, während der Ertrag der Reisernten sogar um 10 Prozent zurückgeht, wenn sich die Erdatmosphäre um ein weiteres Grad Celsius erwärmt. In den sich erwärmenden Gewässern leben zunehmend immer weniger Fische und fallen als Proteinquelle und Quelle für wichtige Nährstoffe wie Omega-3-Fettsäuren oder Zink aus, die sonst nur schwer zugeführt werden können.

Forscher aus vielen Bereichen wollen zusammenarbeiten

Diese Ergebnisse werden von Wissenschaftlern aus vielen Disziplinen zusammengetragen und in einer wachsenden Zusammenarbeit aufeinander abgestimmt und analysiert. Durch die Zusammenarbeit von ganz unterschiedlichen wissenschaftlichen Disziplinen können die Auswirkungen besser erfasst und zu einem Gesamtbild zusammengesetzt werden. Dabei spielt die gegenseitige Beeinflussung der verschiedenen Auswirkungen aufeinander eine Rolle und wird dementsprechend als Konsequenz eingeschätzt und aufgelistet. Nur so können die Forscher gegen den Klimawandel ein wahrscheinliches Szenario für die Entwicklung in den nächsten Jahrzehnten erstellen. Als Grundlage für diese Hochrechnung der vorhandenen Daten, dienen immer möglichst exakte Messungen und Datensammlungen.

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