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Psychosomatik: Hinter chronischen Schmerzen kann die Psyche stecken

von Anna-Lena Schachtner Posted on 27.02.2023 05:4827.02.2023 14:53

Leiden Sie häufig unter Kopfschmerzen, Verdauungsproblemen oder anderen unspezifischen Symptomen, für die Ihre Ärzte bisher keine Erklärung finden konnten? Möglicherweise handelt es sich dabei um sogenannte psychosomatische Symptome. Lesen Sie hier, welchen Einfluss die Psyche auf Ihr körperliches Wohlbefinden hat.

Was bedeutet „Psychosomatik“?

Eine Trennung zwischen organisch und psychisch verursachten Beschwerden ist in vielen Fällen wenig sinnvoll. Diese Erkenntnis hat sich unter Experten in den letzten Jahren zunehmend etabliert. Alle gesundheitlichen Probleme entstehen durch eine Kombination körperlicher, psychischer und sozialer Umstände, wie viele Ärzte mittlerweile annehmen. Krankheiten, bei denen die Psyche eine große Rolle spielt, bezeichnet man als „psychosomatische“ Beschwerden. Dazu gehören etwa chronische Schmerzen, Verdauungsprobleme oder Schwindelanfälle, die sich nicht oder nicht ausschließlich auf organische Ursachen zurückführen lassen.

Anzeichen psychosomatischer Beschwerden

Es gibt verschiedene Arten psychosomatischer Störungen. Zum einen zählen dazu chronische Schmerzstörungen. Diese können z.B. den Rücken, die Muskeln und Gelenke betreffen oder sich in Form von ständigen Kopfschmerzen äußern. Manchmal lassen sich hierbei tatsächlich Störungen von bestimmten Körperfunktionen als Ursache finden. Allerdings reichen diese Faktoren nicht aus, um zu erklären, warum der Patient so starke Schmerzen empfindet.

Von Somatisierungsstörungen spricht man, wenn die Betroffenen über eine Vielzahl von somatischen Beschwerden klagen. Diese ändern sich bei manchen Patienten häufig und treten in vielen Fällen zusammen mit Problemen im sozialen Umfeld auf. Zu den sonstigen somatoformen Störungen werden etwa Juckreiz oder Wahrnehmungsveränderungen gezählt, die keine körperlichen, sondern psychische Ursachen haben.

Bei sogenannten hypochondrischen Störungen machen sich die Patienten ständig Sorgen, dass sie schwer krank sein könnten. Daher fokussieren sie sich auf jede noch so kleine Körperempfindung und glauben, diese seien die Symptome einer bedrohlichen organischen Krankheit. Selbst wenn die Ärzte keine Ursachen für die Beschwerden finden, beruhigt das die Betroffenen nur für kurze Zeit.

Warum sich die Psyche auf den Körper schlägt

Körperliche Ursachen, aber auch psychische Probleme und Belastungen durch das soziale Umfeld wirken bei der Entstehung von psychosomatischen Symptomen zusammen. Auslösende Stressoren sind womöglich ein großer Leistungsdruck im Beruf, Streit mit Kollegen, Konflikte in der Beziehung oder der Familie, finanzielle Sorgen oder Trauer um eine verstorbene nahestehende Person. All diese Faktoren belasten die Psyche und somit auch den Körper. Es kommt zu Veränderungen im sogenannten vegetativen Nervensystem, das den Herzschlag, die Verdauung und den Schlaf kontrolliert. Die körperlichen Beschwerden haben dann wiederum einen negativen Einfluss auf das psychische Wohlbefinden.

Schuld an den Beschwerden sind aber nicht nur äußere Stressoren, sondern auch ein ungünstiger Umgang damit. Die Art und Weise, wie wir Menschen auf belastende Ereignisse reagieren, wurde uns zu einem Teil durch die Erziehung vermittelt. Vorteilhaft ist es etwa in Stresssituationen selbst tätig zu werden, um Lösungen zu finden. Andere neigen hingegen dazu sich als das Opfer der äußeren Umstände zu betrachten und fühlen sich in Anbetracht von Problemen wie gelähmt. Das hat negative Auswirkungen auf die Psyche.

Behandlung: Psychotherapie und Sport

Patienten mit psychosomatischen Beschwerden wird meist eine Psychotherapie empfohlen. Diese kann zum Beispiel dabei helfen innere Konflikte aufzulösen, die die Betroffenen seit ihrer Kindheit quälen und die Symptome aufrechterhalten. Des Weiteren helfen Entspannungsübungen dabei das vegetative Nervensystem wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Wichtig ist außerdem ein geregelter Tagesablauf mit gleichmäßigen Schlafenszeiten: Man sollte nicht länger als bis 7 Uhr morgens schlafen und nicht nach 23 Uhr ins Bett gehen. Außerdem empfiehlt es sich mehrmals pro Woche moderaten Ausdauersport zu treiben. Auch das Pflegen von sozialen Kontakten hilft dabei mit psychischen Belastungen besser umzugehen. Liegen neben den somatischen Beschwerden auch Symptome einer Depression, Angst- oder Zwangsstörung oder einer anderen psychischen Krankheit vor, kann die Einnahme von Medikamenten in Frage kommen.

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