Praxisgebühr: Merkel denkt nun doch über Abschaffung nach


Langsam kommt Bewegung in den Streit um die Praxisgebühr. Angesicht der erneuten hohen Überschüsse der gesetzlichen Krankenversicherung denkt nun auch die Bundeskanzlerin über eine Abschaffung der Praxisgebühr nach. Das erklärte zumindest der Regierungssprecher am vergangenen Freitag.

Seit Monaten wird über die Sinnigkeit der Praxisgebühr gestritten. Angesicht der Milliardenüberschüsse in der gesetzlichen Krankenversicherung fordert der Bundesgesundheitsminister, Daniel Bahr, schon seit längerem die Abschaffung der Praxisgebühr. Doch bis jetzt hatte die Bundeskanzlerin, Angela Merkel, dem immer eine Abfuhr erteilt.

29 Milliarden Überschuss bis Jahresende

Doch nun scheint auch die Bundeskanzlerin über eine Abschaffung der Praxisgebühr nachzudenken, das teilte zumindest der Regierungssprecher, Steffen Seibert, in einer aktuellen Erklärung mit. Zum Nachdenken könnte die Bundeskanzlerin das noch dicker gewordenen Finanzpolster der gesetzlichen Krankenversicherung bewogen haben.

Experten gehen davon aus, dass der Überschuss in der gesetzlichen Krankenversicherung bis zum Ende des laufenden Jahres auf bis zu 29 Milliarden Euro anwachsen könnte. Die Einnahmen durch die Praxisgebühr betragen pro Jahr hingegen nur zwei Milliarden Euro.

80 Euro Prämie für Versicherte

Das dicke Finanzpolster bewegt in der Zwischenzeit auch einige gesetzliche Krankenkassen dazu, Prämien an ihre Versicherten auszuzahlen. So wollen zum Beispiel die Techniker Krankenkassen und die

Wird die Praxisgebühr nun doch abgeschafft?

KKH Allianz ihren Versicherten die Praxisgebühr zurückerstatten. Allerdings nur, wenn sie ein gesundes Verhalten nachweisen können.

Die Techniker Krankenkasse will seinen Versicherten eine Prämie in Höhe von 80 Euro ausschütten. Die Prämienausschüttung könnte auch viele Versicherte dazu bewegen, zu der Techniker Krankenkasse zu wechseln.

Ausgabe sollen 2013 wieder deutlich steigen

Kritiker der Prämienauszahlungen heben aber schon wieder den Zeigefinger: Im kommenden Jahr sollen die Ausgaben pro Versicherten um durchschnittlich 4,6 Prozent auf das neue Rekordhoch von 190 Milliarden Euro anwachsen. Unter Umständen werden dann die Einnahmen aus der Praxisgebühr wieder gebraucht.

Doch ganz ersatzlos soll die Praxisgebühr nicht gestrichen werden. Das erklärte sogar der Bundesgesundheitsminister, Daniel Bahr, in einem Interview im Februar dieses Jahres. So wäre es durchaus denkbar, dass die Versicherten pro Arztbesuch eine kleine Kopfpauschale zahlen müssen, damit die Arztbesuche endlich sinken.

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