• News
    • Company News
  • Krankheit
    • COVID-19
    • Forschung
  • Ratgeber
    • Krankenkassen
    • Politik
  • Ernährung
  • DoktorWeigl.de
HealthNews
HealthNews
  • News
    • Company News
  • Krankheit
    • COVID-19
    • Forschung
  • Ratgeber
    • Krankenkassen
    • Politik
  • Ernährung
  • DoktorWeigl.de
ErnährungForschungKrankheitenMedikamenteNews

Wundermittel Edelkastanie hilft im Kampf gegen resistente Keime

johanna.freyborn@chello.at' von Johanna Freyborn Posted on 12.07.2021 05:3909.07.2021 13:55

Wir alle kennen sie: Ob man sie nun im Herbst mit seinen jüngeren Verwandten sammelt, um anschließend eine Halskette aus ihnen zu basteln oder sie im Winter beim Maroni-Verkäufer um die Ecke verspeist – die Nussfrüchte der Edelkastanie bestechen durch ihr warmes Braun und ihren guten Geschmack. Eine in Frontiers veröffentlichte Studie weist nun erneut auf die Wirksamkeit ihrer Blätter im Kampf gegen Staphylococcus (S.) aureus hin. Ein Bakterium, das hauptsächlich in Krankenhäusern eine große Problematik darstellt, weil viele seiner Stämme bereits Antibiotika-resistent sind.

Vom Begleiter zum Angreifer

S. aureus ist vor allem im Nasenvorhof, dem eigentlichen Reservoir des Bakteriums, bei 15 bis 40 Prozent der gesunden Erwachsenen zu finden und kann sich unter anderem auf Hände und Rachen ausbreiten. Normalerweise bilden Haut und Schleimhaut natürliche Barrieren gegen das Bakterium. Ist der Körper aber durch Hautverletzungen, eine geschwächte Immunabwehr oder einen Immundefekt wie zum Beispiel Diabetes mellitus beeinträchtigt, begünstigt das das Auftreten einer Staphylokokken-Infektion. Häufigstes Krankheitsbild sind Hautinfektionen, die Abszesse hervorrufen können und sehr ansteckend sind. Neben der möglichen Selbstinfektion überträgt es sich auch beim Hautkontakt über die Hände (Schmierinfektion).

Methicillin-resistenter S. aureus (MRSA)

Seit den 1960er Jahren kommt es durch den erhöhten Einsatz von Antibiotika zu einer zunehmend auftretenden Staphylokokken-Art, dem sogenannten Methicillin-resistenten S. aureus (MRSA). Die Bezeichnung leitet sich davon ab, dass Bakterien mithilfe von Methicillin, einer Art Penicillin, das zur Gruppe der Beta-Laktam-Antibiotika gezählt wird, auf Resistenzen getestet werden. Erreicht haben sie diese Resistenz durch die Bildung eines zusätzlichen Penicillin-Bindungsproteins (PBP2a), das nur geringe Affinität für Beta-Laktam-Antibiotika hat. Der Name ist jedoch etwas irreführend, da die meisten der MRSA-Stämme auch gegen andere Antibiotika-Gruppen resistent sind, also multiresistent.

MRSA und ihre Rolle in Krankenhäusern

MRSA ist in Europa der häufigste Auslöser von nosokomialen Infektionen, also sogenannten „Krankenhausinfektionen”. Bezogen auf alle Infektionen mit S. aureus, machen MRSA in Deutschland knapp 21 Prozent des klinisch relevanten Untersuchungsmaterials aus und verursachen etwa 37 Prozent der nosokomialen Infektionen auf Intensivstationen. Da in Krankenhäusern vermehrt Antibiotika eingesetzt werden, ist das Personal oft Träger resistenter Stämme. Die Schmierinfektion ist hierbei nicht zu unterschätzen und die strikte Einhaltung der Hygienevorschriften oft entscheidend.

Bedarf an Alternativen steigt

Um dieser Plage nun nachhaltig entgegenwirken zu können und insbesondere weitere Resistenzen zu verhindern, machten sich Forscher nun auf die Suche nach Alternativen. Ein Team aus dem US-Bundesstaat Atlanta befragte dafür jahrelang Heilkundige aus dem Mittelmeerraum und stieß dabei wiederholte Male auf die Edelkastanie. In Italien werden ihre Blätter traditionell zu Tee gekocht, um damit Hautausschläge und Verbrennungen zu behandeln. Inspiriert von dieser Technik extrahierte das Team 94 verschiedene Inhaltsstoffe, die den Blättern des Buchengewächses vermutlich als Abwehrstoffe gegen Pilzbefall und Insekten dienen. Im Gegensatz zu Beta-Laktam-Antibiotika, die die Zellwandsynthese der Bakterien hemmen, zielt das Extrakt der Edelkastanie darauf ab ihre Toxinproduktion zu blockieren, sie also unschädlich zu machen ohne sie dabei abzutöten.

Bakterien-Kommunikation wird gestört

Um Toxine produzieren zu können, müssen Bakterien in der Lage sein miteinander zu „kommunizieren“. Dieser Prozess wird Quorum-Sensing genannt. Hierbei tasten sich die Bakterien gegenseitig ab, was dazu führt, dass die Toxinproduktion und ihre Vermehrung angeregt werden. Das Extrakt aus der Edelkastanie dockt genau an dieser Stelle an und blockiert ihre Kommunikation. Dadurch, dass die Bakterien bei diesem Prozess nicht abgetötet werden, konnte bei deren Behandlung auch nach zwei Wochen keine Bildung von Resistenzen beobachtet werden.

Vielversprechendes Naturheilmittel

Nicht nur, dass die bedrohlichen Resistenzen dadurch verhindert werden können – Experimente mit Mäusen und Menschen zeugen auch von der generellen Wirksamkeit des Extrakts. Infektionen sind damit sehr viel besser abgeklungen und die Mikroflora der menschlichen Haut blieb intakt. Cassandra L. Quave, Mitwirkende in der Studie, appelliert daran, dass man sich zukünftig mehr auf die Behandlung der Patienten als auf das Bakterium selbst konzentrieren sollte. Es gehe vor allem darum, es so zu schwächen, dass sowohl das menschliche Immunsystem als auch Antibiotika wieder eine faire Chance bekommen, dagegen ankämpfen zu können.

Wundermittel Edelkastanie hilft im Kampf gegen resistente Keime

Vorheriger Artikel

Disease Interception: Wie Krankheiten noch vor dem Ausbruch verhindert werden können
Wundermittel Edelkastanie hilft im Kampf gegen resistente Keime

Nächster Artikel

Virus mit Virus bekämpfen: So wollen US-Forscher bald COVID-19 therapieren
Auch interessant
Tödliche Doppelgänger: So minimieren Sie das Risiko beim Pilze sammeln
Tödliche Doppelgänger: So minimieren Sie das Risiko beim Pilze sammeln
Posted on 06.09.2021 16:3107.09.2021 09:05
Unsichtbare Gefahr: Feinstaub noch schädlicher als angenommen
Unsichtbare Gefahr: Feinstaub noch schädlicher als angenommen
Posted on 19.03.2021 17:3222.03.2021 11:00
Abwehrmechanismus entschlüsselt: Synthetische RNA soll Zelltod von Tumoren auslösen
Abwehrmechanismus entschlüsselt: Synthetische RNA soll Zelltod von Tumoren auslösen
Posted on 27.07.2021 05:2126.07.2021 12:05
Covaxin: Was Indiens Corona-Impfstoff für die Pandemie bedeutet
Covaxin: Was Indiens Corona-Impfstoff für die Pandemie bedeutet
Posted on 09.11.2021 05:3608.11.2021 09:22
Trugschluss Low-Carb-Diät: Warum die Schlankheitskur keinen entscheidenden Vorteil birgt
Trugschluss Low-Carb-Diät: Warum die Schlankheitskur keinen entscheidenden Vorteil birgt
Posted on 04.02.2022 14:4704.02.2022 09:38
Pestizid-Spuren in roten Chilis gefunden
Pestizid-Spuren in roten Chilis gefunden
Posted on 27.04.2019 17:2129.06.2020 15:17

Was meinen Sie? Antwort abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

No Comments Yet.

powered by Symptoma.de | Datenschutz | Impressum