Wirkstoff gegen Coronaviren doch schon in Sicht? Diese Pflanze gibt Hoffnung

Ein neues Mittel könnte zukünftig das gefürchtete Coronavirus tatsächlich zerstören. Einer neuen Studie zufolge verhinderte eine von einem pflanzlichen Stoff inspirierte Substanz kürzlich siegreich die Vermehrung der Erreger. Die Verbindung bekämpfe darüber hinaus auch weitere Viren wie Lassa oder Zika. Dies ist zumindest im Rahmen von Zellversuchen der Fall. Ob die Substanz als Arzneimittel zugelassen werden wird und wie lange dies dauern wird, ist allerdings noch nicht geklärt.

Es geht schneller voran als gedacht

Das neue Coronavirus hat sich in den letzten Wochen von China aus immer weiter ausgebreitet. Mittlerweile kam es zu über 7.000 Krankheitsfällen, 170 Infizierte sind an dem Virus gestorben. Auch in die USA und nach Europa haben es die Erreger nun geschafft, Deutschland kämpft bereits mit ersten Fällen: Bei vier Menschen wurde hierzulande nun bereits 2019-nCoV festgestellt. Mit dieser Ausbreitung wird selbstverständlich auch die Notwendigkeit von Behandlungsmöglichkeiten immer dringlicher. Bislang konnten Ärzte die Krankheitsausbrüche größtenteils nur symptomatisch therapieren. Forscher auf der ganzen Welt arbeiten bereits an einem Wirkstoff gegen das Virus – nun haben sie es tatsächlich schon geschafft Substanzen zu identifizieren, die zumindest bei Labortests Coronaviren zerstören konnten.

Wirksamer Stoff aus der Natur

Christin Müller von der Justus-Liebig-Universität Gießen stellte mit ihren Kollegen einen chancenreichen Stoff vor: Silvestrol. Die Natursubstanz befindet sich in asiatischen Mahagonigewächsen der Gattung Aglaia, die in Borneo bereits seit langer Zeit als natürliches Heilmittel gegen zahlreiche Krankheiten angewendet werden.
Es war bereits bekannt, dass Silvestrol antiviral wirkt und auch Coronaviren zerstört, denn der Stoff hemmt das Enzym elF4A in den Körperzellen, das für die Viren unverzichtbar ist. Das Enzym wird üblicherweise von ihnen „erobert“ und die von ihm produzierten Proteine zur Vermehrung genutzt. Dies sind natürlich großartige Neuigkeiten – eine Hürde trübte den Erfolg jedoch leicht: Silvestrol ist chemisch nur schwer zu gewinnen. Mitautor Arnold Grünweller von der Philipps-Universität Marburg zufolge wäre es deshalb unumgänglich für die Herstellung des Wirkstoffes gegen Coronaviren immer wieder neu auf die Pflanze zurückzugreifen.

Imitationsversuch bereits geglückt

Um eine weniger komplexe Alternative aufzuspüren, fokussierten die Forscher sich jedoch schließlich auf ein künstliches Pendant zum Naturstoff. Dabei handelt es sich um das Molekül CR-31-B, das eine ähnliche Struktur wie Silvestrol aufweist. Das Molekül ist allerdings nicht so komplex und besitzt eine chemische Gruppe weniger. Dadurch kann es einfacher synthetisiert werden, sollte aber immer noch effektiv gegen Viren sein. Ob dies auch tatsächlich der Fall ist untersuchten die Wissenschaftler nun an Zellen, die sie vorher mit Viren infiziert hatten, und gaben Silvestrol oder CR-31-B zu den Kulturen. Das Resultat ließ aufatmen, denn die Viruskonzentration nahm ab – egal, welches Mittel hinzugegeben worden war.

Infektion mit Coronavirus bleibt weiter problematisch

Die antivirale Wirkung der beiden Mittel war bei allen getesteten Virusarten annähernd gleich, darunter auch Lassa-, Zika- und Krim-Kongo-Fieber-Viren. Nur im Kampf gegen Hepatitis E konnte der künstliche Wirkstoff nicht ganz so überzeugen wie der natürliche. Die Effektivität der künstlichen Substanz stimmt somit größtenteils mit der des Naturstoffs überein und das gegen ein enorm breites Spektrum von Viren.
Bis Patienten mit dem Mittel therapiert werden können, wird es allerdings noch längere Zeit dauern, denn gerade für Moleküle, die solch eine Breitband-Wirkung gegen Viren aufweisen, nimmt eine Zulassung als Medikament viel Aufwand und damit Zeit in Anspruch. Daher ist der Wirkstoff für die aktuell stattfindende Coronavirus-Welle leider nicht von Bedeutung. Die Wissenschaftler sind jedoch positiv gestimmt, dass es dank derartigen Wirkstoffen eines Tages starke Waffen gegen Coronaviren geben wird. Auch in der Krebsforschung wird aktuell ein Molekül klinisch erprobt, welches viel mit Cr-31-B gemeinsam hat.

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