Jahreszeit bei der Geburt entscheidet über späteres Risiko für Herzprobleme

Das Geburtsdatum ist allem Anschein nach ein Indikator für mögliche spätere Herzkrankheiten. Einer neuen Studie zufolge wird das allgemeine Risiko für Herzprobleme vom Geburtsmonat beeinflusst. Den Untersuchungsergebnissen zufolge verfügen im Dezember geborene Menschen hierbei über das niedrigste Risiko. Personen, die zwischen März und Juli das Licht der Welt erblickten, sind am meisten gefährdet. Laut den Studienautoren weisen Menschen, die im Herbst oder Winter geboren wurden, demnach offenbar ein generell niedrigeres Risiko für Herzkrankheiten auf als solche, die im Frühjahr oder Sommer geboren wurden. Die Forschungsarbeit wurde in der aktuellen Weihnachtsausgabe des Fachblattes „The BMJ“ vorgestellt.

Erkenntnisse durch die Langzeitstudie

Die genauen Gründe für den Einfluss des Geburtszeitpunktes auf die Herzgesundheit sind bislang noch unklar. Die Wissenschaftler vermuten allerdings, dass saisonale Schwankungen während der Schwangerschaft eine Ursache sind, denn diese wirken sich auf die Ernährung aus und bestimmen, wie viel natürliches Licht verfügbar ist.
Bereits im Jahr 1976 wurde eine Langzeitstudie mit 116.911 Krankenschwestern in den USA durchgeführt. Anfangs waren die Probandinnen zwischen 30 und 55 Jahre alt. Sie beantworteten alle zwei Jahre Fragebögen bezüglich ihres Gesundheitszustandes. Bis zum Jahr 2014 kam es unter den Teilnehmerinnen zu 43.248 Todesfällen, 8.360 davon im Zusammenhang mit Herzkrankheiten.
Die Forschungsgruppe analysierte anhand der vorhandenen Informationen die Verbindungen zwischen Gesamtmortalität, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Geburtsmonat und -uhrzeit. Darüber hinaus ermittelten die Wissenschaftler auch den Einfluss familiärer und sozioökonomischer Faktoren auf die Herzgesundheit.

Verbindung zwischen Geburtsmonat und Herzkrankheiten

Die Auswertung zeigte einen starken Zusammenhang zwischen dem Geburtsmonat und dem Sterberisiko durch eine Herz-Kreislauf-Erkrankung. Frauen, deren Geburtstag zwischen März und Juli lag, wiesen ein erhöhtes Risiko auf, an einer Herzkrankheit zu versterben. Im April geborene Frauen hatten den Ergebnissen zufolge dabei die höchste Sterblichkeitsrate. Frauen, die im November oder Dezember geboren wurden, verfügten wiederum über ein niedrigeres Risiko ihr Leben an Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu verlieren. Die relative Risikodifferenz zwischen dem höchsten Risikomonat (April) und dem niedrigsten Risikomonat (Dezember) lag bei zehn Prozent.

Ergebnisse sind nicht neu

Dem Forschungsteam zufolge wurde dieser saisonale Effekt schon im Rahmen früherer Untersuchungen betrachtet. Familiäre und sozioökonomische Faktoren haben allem Anschein nach hier weniger Einfluss. Den Ergebnissen zufolge verändert der Geburtsmonat jedoch nicht die Gesamtmortalität, sondern hat nur einen Einfluss auf die Mortalität durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Es sind allerdings noch weitere Untersuchungen notwendig, um den Hintergründen dieses Effektes nachzugehen.

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