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Donuts, Burger & Co: Chronische Infektionen durch westliche Ernährung begünstigt?

von Melissa Untersmayr Posted on 01.05.2021 06:2703.05.2021 09:56

Stark verarbeitet, reich an Fetten und Zucker – die westliche Esskultur ist immer stärker von diesem Ernährungsstil geprägt. Ungesunde Ernährung gilt als Auslöser vieler Wohlstandskrankheiten, darunter Adipositas (Fettleibigkeit), Diabetes Typ 2 und Bluthochdruck. Amerikanische Forscher haben nun herausgefunden, dass eine Ernährung mit vielen verarbeiteten Lebensmitteln auch das chronische Auftreten geringgradiger Infektionen und Entzündungen fördert.

Veränderte Infektionsdynamik

Eine Untersuchung von Forschern der Georgia State University zeigt, dass eine Ernährung mit übermäßigem Anteil an verarbeiteten Produkten die Dynamik einer Citrobacter-Infektion verändert. Während die anfängliche Kolonisation noch gut bekämpft werden kann, treten im Nachhinein häufiger andauernde Infektionen auf: Diese sind mit milden Entzündungen und einer Insulinresistenz verbunden, wodurch sich das Risiko für Diabetes mellitus abermals erhöht. Die Fachleute stellten die Hypothese auf, dass eine westlich geprägte Ernährung zu einer Prävalenz von chronisch-entzündlichen Erkrankungen führen kann: Mögliche Krankheitsbilder seien Darmerkrankungen, metabolische Syndrome oder aber auch Krebs. Die Ergebnisse der Studie wurden im englischsprachigen Journal „PLOS Pathogens“ publiziert.

Kein Nagerfutter für Labormäuse

Konkret führte das Forschungsteam Experimente mit Mäusen durch, bei denen die Tiere einer drastischen Ernährungsumstellung unterzogen wurden. Es sollte festgestellt werden, ob sich der Wechsel zu einer stark verarbeiteten Ernährung nach westlichem Vorbild auf die Infektion mit dem Erreger Citrobacter rodentium auswirkt. Der Erreger ähnelt Escherichia coli-Bakterien, welche natürlicher Bestandteil der menschlichen Darmflora sind. E. coli ist jedoch auch ein Indikatorkeim für fäkale Verunreinigungen und kann schwerwiegende Harnwegs- und Magen-Darm-Infektionen verursachen.

Darmmikrobiota benötigen Ballaststoffe

Zur typisch westlich geprägten Ernährung zählen große Mengen an verarbeiteten Lebensmitteln, viel rotes Fleisch und fettreiche Milchprodukte, sowie zuckerreiche und abgepackte Nahrung. Meist geht diese Ernährungsform mit einem Mangel an Ballaststoffen einher. Darmmikrobiota (Mikroorganismen im Darm) sind jedoch erheblich auf die komplexen Kohlenhydrate angewiesen, um ihre gesundheitsfördernden Funktionen aufrecht zu erhalten: Dazu gehört beispielsweise auch der Schutz vor bakteriellen Infektionen. Anhand der Ernährungsumstellung bei Mäusen von Getreide-basiertem Futter auf eine ballaststoffarme Fütterung zeigt sich deutlich, dass eine westliche Ernährung die Reduktion von nützlichen Darmbakterien zur Folge hat.

Ernährung beeinflusst Infektionsverlauf

Jene Mäuse, die eine Ernährungsumstellung erfuhren, waren nicht mehr fähig, den Erreger Citrobacter rodentium im Dickdarm unschädlich zu machen. Außerdem waren genesene Tiere bei einer erneuten Infektion anfälliger für die Entwicklung chronischer Entzündungen. Das zeigt, dass Veränderungen der Darmmikrobiota und ihrer Metaboliten (Stoffwechselprodukte) durch die Ernährung den Verlauf und die Folgen einer Infektion beeinflussen können, erklärt Studienleiter Dr. Andrew Gewirtz. Die Umgestaltung der Darmmikrobiota durch Nährstoffe, welche nützliche Bakterien unterstützen und Krankheitserregern entgegenwirken, könnte künftig ein Mittel zur umfangreichen Gesundheitsförderung werden.

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