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Gürtelrose: Mit Impfung Ausbruch verhindern

von Stefan Dunky Posted on 02.04.2021 12:1306.04.2021 07:43

Wer als Kind Windpocken hatte, ist in der Regel ein Leben lang immun gegen sie: Varizella-Zoster-Viren (VZV). Ab einem Alter von etwa 50 Jahren nimmt die Abwehrkraft des Immunsystems jedoch zunehmend ab. In Folge kann eine erneute Infektion erfolgen, die sich in Form von Herpes Zoster (Gürtelrose) zeigt. Aber auch Stress, andere Erkrankungen und immunsuppressive Therapien können die Krankheit auslösen. Was einige nicht wissen: Seit einigen Jahren ist eine effektive Impfung gegen eine Reinfektion möglich.

Empfehlung zeigt Wirkung

Lange eingesetzt für eine Impfung gegen Gürtelrose hat sich die ständige Impfkommission (STIKO) am Robert-Koch-Institut. Betrachtet man die Zahlen von 2004 bis 2018, zeigt diese eine erstaunlich gute Wirkung: Erkrankten zu Beginn des Zeitraums noch jährlich 750.000 Menschen daran, waren es im Jahr 2018 nur noch 20.448 Fälle. Wichtig ist jedoch vor einer Impfung ärztliche Beratung in Anspruch zu nehmen, da immungeschwächten Personen generell von einer Impfung abgeraten wird. Wenn aber bisher keine Infektion mit Windpocken erfolgte, ist der Schutz durch einen Impfstoff dringend empfohlen, um eine mögliche Ansteckung zu vermeiden.

Ansteckung mit Windpocken erneut möglich

Das Tückische am Ausbruch der Gürtelrose ist, dass Betroffene erneut Windpocken bekommen können. Auch Kontaktpersonen, die bisher keine Windpocken hatten, können sich auf diese Weise das erste Mal anstecken. Die Infektionsgefahr ist zudem relativ hoch, denn etwa 90 von 100 ansteckungsfähigen Menschen können sich nach einem Kontakt mit einem Erkrankten damit infizieren. Dabei werden die Viren über die sogenannte Tröpfcheninfektion weitergegeben, was hauptsächlich über den Luftweg erfolgt. Sogar normales Ausatmen kann bereits ausreichend Virenmengen in die Luft abgeben, wodurch sich in der Nähe befindliche Personen sehr leicht anstecken können.

Auslöser vermeiden

Gürtelrose-Erkrankte können selbst dazu beitragen, dass das Virus weiter im Körper schlummert und ein Risiko für einen Ausbruch minimiert wird. Folgende Auslöser, sogenannte Trigger, sollten vermieden werden:

  • Großer Stress, dazu gehört auch seelische Belastung.
  • Zu viel UV-Strahlung kann die Krankheit ebenfalls auslösen. Ein Sonnenbrand zeigt sich hier als besonders riskant.
  • Infekte durch andere Krankheiten, wie beispielsweise die Grippe oder Covid-19.
  • AIDS, welches in Folge einer HIV-Infektion ausgelöst werden kann, vor allem wenn länger keine Behandlung erfolgt.
  • Krebserkrankungen und damit einhergehende Chemotherapien, die folglich das Immunsystem schwächen.
  • Medikamente wie beispielsweise Blutdrucksenker (ACE-Hemmer, Betablocker), Cholesterinsenker (Statine), Schmerzmittel (ASS, Ibuprofen, Diflonac), Interferon, Malaria- und Rheumamittel sowie gewisse Antibiotika (Tetrazykline).
  • Genetisch bedingte Immundefekte: Erkrankungen, bei denen das Immunsystem geschwächt ist, da bestimmte Komponenten der Körperabwehr reduziert sind oder fehlen.

Impfstoffe teilweise nicht verfügbar

Für Ungeimpfte und Menschen, die die Krankheit bisher noch nicht hatten, ist eine Impfung daher mehr als ratsam. Hinzu kommt die Ansteckungsgefahr durch die schmerzhaften Bläschen der Gürtelrose, die unter Umständen aufplatzen können, denn die darin enthaltene Flüssigkeit ist höchst infektiös. Auch ist eine Übertragung auf andere Personen möglich, wenn ein Infizierter in Folge Flächen oder Gegenstände kontaminiert. Derzeit sind zwei Impfstoffe erhältlich, wobei die effektivere Variante immer wieder vergriffen ist. Grund dafür ist die hohe Wirksamkeit und die dadurch erhöhte Nachfrage, auf die der Hersteller nicht ausreichend vorbereitet war. Die nicht ganz so wirksame Variante wird Risikopatienten aber ebenfalls empfohlen, da eine Ansteckung unter Umständen lebensbedrohlich werden kann.

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