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Dauernd ängstlich und besorgt? So werden Sie Ihre Angststörung los

von Anna-Lena Schachtner Posted on 14.11.2022 05:1410.11.2022 14:46

Jeder kennt dieses Gefühl: Das Herz rast unkontrolliert, man bekommt Atemnot und schwitzt plötzlich sehr stark. So oder ähnlich äußert sich große Angst, beispielsweise kurz vor einem wichtigen Vortrag oder einem Bewerbungsgespräch. Dass man hin und wieder Angst hat, ist ganz normal. Unter einer Angststörung zu leiden bedeutet aber, dass man sich in Situationen fürchtet, mit denen die meisten anderen Menschen gar kein Problem haben. Die Ängste können mitunter so massiv sein, dass sie zur Dauerbelastung werden und die Betroffenen sich in ihrer Lebensführung eingeschränkt fühlen. Mehr als jede fünfte Frau und in etwa jeder zehnte Mann in Deutschland entwickelt innerhalb eines Jahres eine Angststörung.
Sie fragen sich, ob auch Sie an krankhafter Angst leiden? Wie genau sich eine Angststörung äußert und was man dagegen tun kann, klären wir im Folgenden.

Facetten der Angst

Die krankhafte Angst zeigt sich in unterschiedlichen Formen. Bei Phobien löst eine spezifische Situation oder eine bestimme Art von Tier oder Objekt die Angstattacken aus. Viele Betroffene haben beispielsweise eine Spinnen- oder Spritzenphobie. Andere bekommen Panik, wenn sie in einer großen Menschenmenge sind. Manche Betroffene haben auch eine soziale Phobie: Sie fürchten sich vor der Abwertung durch ihre Mitmenschen und sind ständig besorgt, dass sie sich vor Anderen blamieren könnten.

Eine Panikstörung ist hingegen gekennzeichnet durch plötzlich eintretende Panikattacken ohne spezifischen Auslöser. Dabei dauern die Angstanfälle meist nur wenige Minuten an. Häufig möchten die Betroffenen bestimmte Orte vermeiden, von denen sie im Falle einer Panikattacke nicht schnell wieder verschwinden könnten. Darüber hinaus haben sie Angst, dass andere Menschen ihre plötzlichen Angstanfälle mitbekommen und sich darüber lustig machen könnten.

Auch bei der Generalisierten Angststörung gibt es keine spezifischen Situationen, die bei den Betroffenen Angst auslösen. Vielmehr machen sie sich ständig Sorgen über alle möglichen Dinge – vor allem darüber, ob ihren Liebsten etwas zustoßen könnte. Die Ängste äußern sich in chronischen körperlichen Symptomen: Kopfschmerzen, Muskelverspannungen, innere Unruhe, manchmal auch Schwindel oder ständiges Herzrasen können Teil der psychischen Störung sein. Diese Beschwerden treten zwar nicht in so großer Intensität auf wie bei der Panikstörung und lösen auch keine plötzlichen Angstattacken aus, belasten die Betroffenen dafür aber ständig.

Wie man die Furcht überwindet

Bei Angststörungen ist psychotherapeutische Hilfe zu empfehlen. Im Rahmen einer sogenannten Expositionstherapie werden die Patienten dabei mit ihren Ängsten konfrontiert. Das kann beispielsweise so aussehen: Ein Patient mit Spinnenphobie soll sich das Tier zunächst nur vorstellen. Im Anschluss werden Bilder gezeigt, dann ein Video bis hin zur Konfrontation mit einer tatsächlichen Spinne. Die Betroffenen machen dadurch die Erfahrung, dass die Angst zu Beginn zwar extrem stark ist, nach einiger Zeit aber wieder abflaut. Sie erleben, dass sie der Furcht nicht hilflos ausgeliefert sind, sondern diese bewältigen können.

Pillen gegen die Angst?

Vor allem bei sozialen Phobien werden manchmal auch Antidepressiva eingesetzt. Diese wirken nämlich nicht nur gegen Depressionen, sondern helfen auch bei Ängsten. Allerdings können die Medikamente mit einigen Nebenwirkungen einhergehen. Deswegen sollte man immer abwägen, ob diese im individuellen Fall tatsächlich sinnvoll sind.
Des Weiteren können sogenannte Benzodiazepine die krankhafte Angst mildern. Hier ist aber Vorsicht geboten: Diese Medikamente können nämlich schnell eine Abhängigkeit erzeugen! Deswegen sollte man auf Benzodiazepine nicht zu häufig zurückgreifen. Menschen mit sozialen Ängsten sollten sie etwa nur dann nehmen, wenn ein wichtiges Ereignis ansteht, das man ohne Medikamente nicht durchzustehen glaubt. Besser ist es aber auf jeden Fall im Rahmen einer Psychotherapie nachhaltig an seinen Ängsten zu arbeiten.

Selbstfürsorge ist entscheidend

Wer seine dauerhaften Ängste nicht los wird und sich deshalb im Alltag eingeschränkt fühlt, sollte unbedingt psychotherapeutische Hilfe in Anspruch nehmen. Dennoch gibt es Möglichkeiten – zusätzlich zur professionellen Therapie – aktiv gegen die Angststörung zu werden: Verschiedene Entspannungstechniken, wie beispielsweise Yoga, können hilfreich sein die Ängste in den Griff zu bekommen. Auch ausreichend Bewegung, vor allem Ausdauersport, tut der Psyche gut. Man sollte seine Ängste außerdem nicht verheimlichen, sondern mit der Familie darüber sprechen. Verständnis und Unterstützung vonseiten der Liebsten stellen nämlich eine große Erleichterung für die Betroffenen dar.

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