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Wie chronische Entzündungen durch die Ernährung verhindert werden können

von Laura Pfundner Posted on 06.04.2023 11:5527.03.2023 20:48

Entzündungen an sich spielen im Kampf gegen Infektionen eine wichtige Rolle für unseren Körper. Heutzutage leidet jedoch eine steigende Anzahl der Menschen, vor allem in der westlichen Welt, an chronischen Entzündungsprozessen. Mit ihnen steigt das Risiko für verschiedenste Erkrankungen im Körper – ob Gicht, Atherosklerose oder Krebs. Können Ernährungsmaßnahmen diesen Vorgang verhindern?

Krank im Alter

Ein Begriff, der in den letzten Jahren in Forschungsberichten immer häufiger auftaucht, ist das sogenannte „inflammaging“ – eine Zusammensetzung aus den englischen Wörtern für Entzündung (“inflammation”) und Altern (“aging”). Das Älterwerden ist häufig geprägt von niedrig-gradigen, chronischen Entzündungsprozessen, die womöglich mitverantwortlich für die Entstehung vieler altersassoziierter Erkrankungen sind. Dazu gehören unter anderem Atherosklerose, kardiovaskuläre Erkrankungen, Typ-2-Diabetes, Übergewicht, Arthritis, Osteoporose und Krebs. Neben dem wahrscheinlicheren Ausbruch derartiger Gesundheitsprobleme kommt es auch zu einem insgesamt beschleunigten Alterungsvorgang.

Typische Charakterisierungsmerkmale des „inflammaging“ sind gesteigerte Werte von entzündungsfördernden Cytokinen, wie Interleukin-6 und Tumornekrosefaktor-α, sowie ein Anstieg von Entzündungsmarkern wie dem C-reaktiven-Protein und Serum-Amyloid-A-Protein im Blutplasma. Deren Kombination gemeinsam mit genetischen Einflüssen und Umweltfaktoren kann diverse Krankheiten auslösen.

Lange unbemerkt

Ein Problem chronischer Entzündungen ist, dass sie schleichend entstehen können und daher oft lange unbemerkt bleiben. Gute Indikatoren für entzündliche Prozesse im Körper sind Schmerzen, ein geschwächtes Immunsystem, Konzentrationsprobleme und ein allgemeines Gefühl von Abgeschlagenheit. Gefördert werden sie vor allem durch negative Lebensstilfaktoren wie eine ungesunde Ernährung, Bewegungs- und Schlafmangel, Rauchen, starker Alkoholkonsum und ein konstant hohes Stresslevel. Auch Übergewicht, vor allem vermehrte Fettablagerungen um den Bauchraum, können Entzündungsvorgänge verstärken.

Welche Lebensmittel Entzündungen hemmen

Grundsätzlich lässt sich sagen, dass Entzündungen im Organismus vor allem durch zuckerhaltige Lebensmittel, Weizenprodukte und zu viel Fleisch- und Wurstprodukte gefördert werden. Daher sollten speziell Vollkornprodukte, Obst, Gemüse, Fisch und Nüsse den Rahmen einer gesunden, entzündungshemmenden Ernährung bilden. Eine Gewichtsreduktion kann ebenfalls dabei helfen, Entzündungsvorgänge im Körper zu vermindern.

Hochwertige Fette und Öle

Eicosapentaensäure (EPA) und Docosahexaensäure (DHA) sind Omega-3-Fettsäuren, die essenziell für unsere Gesundheit sind und als Gegenspieler der entzündungsfördernden Arachidonsäure wirken. Gute Quellen sind zum einen Kaltwasserfische wie Thunfisch, Lachs und Hering, Meeresfrüchte und pflanzliche Öle wie Rapsöl, Leinsamenöl und Walnussöl.

Die Kraft der Vitamine

Vitamine sind unentbehrlich für einen gesunden Organismus und wirken durch ihre antioxidative Wirkung auch schützend gegen chronische Entzündungen. Obst und Gemüse sind vollgepackt mit wertvollen Vitaminen und sollten daher drei bis fünf Mal täglich konsumiert werden. Besonders hilfreich gegen Entzündungsprozesse sind:

  • Paprika: bei Vitamin C denken die meisten zuallererst an Zitrusfrüchte – doch der wahre Held ist die (rote) Paprika. Sie enthält sogar eine drei Mal höhere Dosis des Vitamins und das macht sie zu einem der vitaminreichsten Gemüsesorten, die es gibt. Um von der vollen Power der Inhaltsstoffe zu profitieren, verzehrt man sie am besten roh, da Vitamin C relativ hitzeempfindlich ist.
  • Zwiebel- und Lauchgemüse: neben den Vitaminen A, B, C und E sind diese Gemüsesorten auch voll mit Mineralstoffen wie Natrium, Kalium, Magnesium und Phosphor. Die Färbung der roten Zwiebel geht auf einen sekundären Pflanzeninhaltsstoff namens Anthocyan zurück, der zusätzlich antioxidativ wirkt. Das bedeutet, dass Schadstoffe im Körper abgefangen und Zellen somit geschützt werden.
  • Kirschen und Beerenfrüchte: auch sie enthalten viel Vitamin C und zellschützende Anthocyane und können vor Entzündungen, Arthritis und Diabetes schützen.
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