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Wenig Bewegung in der Kindheit lässt das Herz schwerer werden

von Anna-Lena Schachtner Posted on 18.09.2023 05:4715.09.2023 13:32
Kinder spielen mit Smartphone und Tablet

Fernsehen, Videospiele, Social Media: Digitale Unterhaltungsmöglichkeiten verlocken Kinder und Jugendliche dazu, viel Zeit vor dem Bildschirm zu verbringen und sich immer weniger zu bewegen. Eine Studie von Forschern der University of Eastern Finland konnte nun zeigen: Bewegungsmangel in der Kindheit führt später zu einem höheren Gewicht des Herzens – und erhöht das Risiko für tödliche Herz-Kreislauf-Krankheiten.

Werden unsportliche Kinder später häufiger krank?

Für die Studie, deren Ergebnisse kürzlich auf dem Kongress der European Society of Cardiology vorgestellt wurden, rekrutierte man bereits Anfang der 1990er Jahre insgesamt 766 elfjährige Kinder. Die Probanden trugen eine Woche lang Smartwatches, um zu erfassen, wie viele Stunden pro Tag sie im Sitzen verbrachten. Dies wurde wiederholt, als die Kinder 15 Jahre alt waren und schließlich nochmals im jungen Erwachsenenalter von 24 Jahren. Außerdem wurde im Alter von 17 und 24 Jahren das Gewicht des linken Herz-Ventrikels erfasst. Dieses Maß liefert Hinweise auf das Risiko für Herzkrankheiten.

Zu viel Sitzen macht das Herz schwerer

Die Daten zeigten: Von der Kindheit bis ins Erwachsenenalter verbrachten die Probanden immer mehr Zeit im Sitzen. Die elfjährigen Kinder hatten im Durchschnitt etwa sechs Stunden pro Tag keinerlei Bewegung, mit fünfzehn Jahren waren es bereits fast acht Stunden. Als die Probanden 24 Jahre alt waren, saßen sie schließlich knapp neun Stunden pro Tag. Besonders besorgniserregend: Je weniger die Probanden sich täglich bewegten, umso schwerer wurde ihr Herz. Der Einfluss anderer schädlicher Faktoren wie Bluthochdruck oder ein hoher Körperfettanteil wurde dabei bereits herausgerechnet.

Wie aus vorheriger Forschung bekannt ist, erleiden Menschen mit einem hohen Gewicht des linken Ventrikels häufiger Herzinfarkte und Schlaganfälle. Außerdem haben sie ein größeres generelles Sterberisiko. Dr. Agbaje, einer der Studienautoren, rät in Anbetracht der schockierenden Ergebnisse: „Eltern sollten ihre Kinder und Teenager dazu ermutigen sich mehr zu bewegen, indem sie sie auf einen Spaziergang mitnehmen oder indem sie die Zeit reduzieren, die mit Social Media und Videospielen verbracht wird.“

So viel sollten sich Kinder bewegen

Laut den offiziellen Empfehlungen der WHO sollten sich Kinder im Durchschnitt mindestens eine Stunde pro Tag in moderatem bis intensivem Ausmaß bewegen. Mehrere Studien konnten belegen, dass dies positive Auswirkungen auf verschiedenste Aspekte der körperlichen und psychischen Gesundheit hat. Dass Kinder und Jugendliche ausreichend Sport machen, liegt jedoch nicht nur in der Verantwortung der Eltern: Das Robert-Koch-Institut betont, dass auch in Schulen und Kitas mehr Bewegungsprogramme eingeführt werden sollten. Außerdem sei es wichtig, dass ausreichend Spiel- und Sportplätze in der Wohnumgebung von Kindern geschaffen werden.

Bildquellen

  • : Pexels.com; Jessica Lewis
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