Vitamin C rettet Menschen mit Blutvergiftung

Vitamin-C-Injektionen können einer neuen Studie zufolge die Überlebensrate bei Blutvergiftungen stark anheben. Diese Art der Therapie könnte die Behandlung von Blutvergiftungen grundlegend verändern. Möglicherweise können so viele Leben gerettet werden.

Mit Vitamin C gegen Sepsis

Zuerst mag das Resultat der aktuellen Forschungsarbeit enttäuschend wirken, denn positive Auswirkungen von Vitamin C auf Organfunktionsstörungen, Entzündungsmarker und Gefäßverletzungen konnten keine festgestellt werden. Dennoch war die Gesamtmortalität bei den Probanden durch die Therapie signifikant geringer. Das Risiko an einer Sepsis zu sterben, wurde durch Vitamin-C-Injektionen stark reduziert. Die überraschenden Untersuchungsergebnisse wurden im Fachjournal „JAMA“ vorgestellt.
Bei einer Blutvergiftung oder „Sepsis“ handelt es sich um eine Abwehrreaktion auf eine ausbreitende Infektion. Im schlimmsten Fall kommt es zu Multiorganversagen und letztendlich zum Tod. Bei stationären Aufenthalten ist die Sepsis eine der häufigsten Todesursachen. Allein in den USA lassen etwa 300.000 Menschen jährlich ihr Leben auf Grund einer Blutvergiftung. In vielen Fällen erreichen die Erreger beispielsweise durch eine Lungenentzündung über kleinste Verletzungen der Atemwege die Blutbahn.

Neuer Therapieansatz im klinischen Test

Bei der neuen Untersuchung wurde nachgeforscht, ob Vitamin C eine wirksamere Behandlungsmöglichkeit für Organversagen bei Sepsis darstellt als der übliche Versorgungsstandard. Insgesamt bekamen 167 Patienten mit Blutvergiftung und akuten Atemwegsbeschwerden auf sieben US-amerikanischen Intensivstationen regelmäßig ein Placebo oder eine Vitamin-C-Therapie.
Bei dieser Studie konnten zwar keine Belege dafür beobachtet werden, dass Vitamin C Organversagen durch Sepsis verbessert, allerdings hat es die Dauer des Krankenhausaufenthaltes stark gesenkt. Durchschnittlich haben die Vitamin-C-Probanden nach vier Wochen drei Tage weniger auf der Intensivstation (sieben statt zehn Tagen) verbracht und waren nach zwei Monaten rund eine Woche weniger im Krankenhaus (15 statt 22 Tage) als die Placebo-Teilnehmer.

Mortalität wird verringert

Die intravenöse Vitamin-C-Behandlung konnte zudem die Sterberate durch Sepsis von 46 Prozent (Placebo-Gruppe) auf unter 30 Prozent senken (nach vier Wochen). Die neue Therapie könnte die Zukunft der Sepsis-Behandlung revolutionieren. Es sind jedoch noch weitere Forschungsarbeiten nötig, um die ersten Ergebnisse dieser randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten multizentrischen Untersuchung zu bestätigen.
Zukünftige Studien können möglicherweise noch positivere Resultate erreichen, da höhere Dosen von Vitamin C plus längere Verabreichungsperioden potenziell noch besser anschlagen. Eventuell könnten Vitamin-C-Injektionen auch bei anderen Erkrankungen eingesetzt werden, die in vielen Fällen Entzündungen im Körper auslösen. Dazu zählen unter anderem Vorhofflimmern und weitere Herzkrankheiten. Aktuell wird bereits der Effekt von Vitamin C bei Mukoviszidose und Kopfverletzungen untersucht.

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