Sellerie: Was steckt hinter dem Hype um den grünen Saft?

Seit einiger Zeit stößt man überall im Internet auf den neuen „grünen Gesundheitstrend“: Ein Glas puren Selleriesaft am Morgen. Das Getränk soll den Stoffwechsel ankurbeln, entschlacken und beim Abnehmen helfen, sowie sogar bei gesundheitlichen Problemen Abhilfe schaffen. Doch ist das neue „Superfood“ wirklich so ein Wundermittel?

Schlank und beschwerdefrei mit Staudengemüse?

Insbesondere der US-amerikanische Autor Anthony Williams hat den Trend rund um Sellerie heraufbeschworen. Der frisch gepresste Gemüsesaft wird mittlerweile von zahlreichen Menschen als der ultimative Gesundheits-Drink angepriesen. Auf Social Media wird die knallgrüne Flüssigkeit als Anti-Aging-Mittel und Heilkur bei Bluthochdruck, Reizdarmsyndrom und weiteren Krankheitsbildern beworben. Auch Abnehmwillige soll der Saft auf ihrem Weg unterstützen, wenn beharrlich jeden Morgen ein halber Liter auf nüchternen Magen getrunken wird. Wissenschaftliche Belege für die „Selleriewunder“ existieren bislang jedoch nicht.
Der Gedanke mit einer großen Menge Obst und Gemüse Prävention zu betreiben, ist jedoch nicht neu. Bis zum heutigen Tag hat es allerdings keine einzelne Sorte davon geschafft, uns schön, schlank und gesund zu machen. Laut Harald Seitz, Ernährungswissenschaftler vom Bundeszentrum für Ernährung (BZfE), ist vor allem ein generell gesunder Lebensstil mit einer ausgewogenen Ernährung entscheidend. Dadurch bleibt der Körper fit und bekommt alle nötigen Nährstoffe. Ein Glas Selleriesaft schadet dabei keinesfalls, ist aber auch kein Muss, wenn man den Geschmack nicht besonders mag.
In diesem Zusammenhang sei auch eine Untersuchung von Forschern der University of Alabama erwähnt, die vor ein paar Monaten in der „Academy of Nutrition & Dietetics“ publiziert wurde. Diese hat aufgezeigt, dass der Verzehr von Sellerie und anderen vermeintlichen „Zero-Calorie-Nahrungsmitteln“ entgegen der verbreiteten Annahme nicht mehr Kalorien durch die Verdauung verbrennen, als sie liefern.

Anwendungsmöglichkeiten und Vorteile

Dem BZfE zufolge ist der grüne Staudensellerie ein Mittelmeergemüse. In den USA ist es deutlich beliebter als hierzulande. Die fleischigen Blattstiele mit ihrem besonderen Geschmack schmecken vor allem mit Dip oder kleingeschnitten im Salat hervorragend. Weitere Möglichkeiten Sellerie in den Speiseplan zu integrieren sind Eintöpfe, Suppen oder Nudelsoßen. Diese erhalten durch das Gemüse eine milde Würze. Vor der Weiterverarbeitung einfach den Wurzelansatz abtrennen und die Stangen mit Wasser säubern. Die Stielfasern können mit einem Messer abgezogen werden.
Dem BZfE zufolge ist die Verarbeitung zu Saft tendenziell noch untypisch. Für die Zubereitung des Drinks die Stangen in Stücke schneiden und dann mit einem Mixer oder Entsafter verarbeiten. Geschmacklich harmoniert der Saft auch gut mit Apfel, Gurke oder Möhre. Mittlerweile werden auch einige Fertigprodukte in Bio- oder Supermärkten angeboten, frisch zubereitet ist der Saft jedoch mit Abstand am besten.
Bekanntlich ist Stangensellerie gut für die Verdauung und sorgt für eine ausreichende Versorgung mit Mineralstoffen wie Calcium, Kalium, Magnesium und Natrium. Darüber hinaus versorgt sie den Körper mit Provitamin A, Vitamin E, sekundären Pflanzenstoffe und ätherischen Ölen. Dank des hohen Wasseranteils von mehr als 90 Prozent hat das Gemüse sehr wenig Kalorien (21 pro 100 Gramm). Beim Selleriekauf sollte unbedingt auf Qualität geachtet werden und nur frische, knackige Stangen den Weg in den Einkaufskorb finden. Bis zur Verarbeitung sollte das Staudengemüse dann im Gemüsefach des Kühlschranks gelagert werden.

Was meinen Sie?

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

No Comments Yet.