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RS-Virus: Endlich eine Impfung gegen die tödliche Infektion?

von Anna-Lena Schachtner Posted on 09.11.2022 05:1407.11.2022 17:25

Für Babys und Kinder ist das sogenannte RS-Virus potentiell tödlich: Der Erreger ist der häufigste Grund, warum Kleinkinder krankheitsbedingt sterben. Im Winter ist die Gefahr für eine Infektion mit dem Respiratorischen Synzytial-Virus (kurz: RS-Virus) am größten, wobei sich die meisten Menschen über Tröpfcheninfektion anstecken. Das Virus breitet sich dann vor allem in der Lunge aus und führt zu Entzündungen der Bronchien. Auch grippeähnliche Symptome können auftreten.
Die Mehrheit aller Kleinkinder infiziert sich irgendwann mit dem RS-Virus, viele davon noch im Säuglingsalter. Der Pharmakonzern Pfizer hat nun verkündet einen Impfstoff gegen diese große Gefahr für unsere Kleinsten gefunden zu haben.

Geringeres Risiko für Säuglinge

An ca. 7.400 schwangeren Frauen in mehreren Ländern wurde der Impfstoff des US-amerikanischen Unternehmens getestet. Die Teilnehmerinnen wurden dabei in den letzten Monaten ihrer Schwangerschaft geimpft. Das Ergebnis: Eine Impfung der Mütter führte dazu, dass das Erkrankungsrisiko für Säuglinge in der Anfangszeit ihres Lebens stark reduziert wurde. Nach Angaben von Pfizer betrug die Effektivität des Impfstoffs gegen schwere Erkrankungen durch das RS-Virus ungefähr 82 Prozent in den ersten drei Lebensmonaten und ca. 70 Prozent im ersten halben Jahr. Negative Konsequenzen sind nach Angaben von Pfizer nicht aufgetreten, weder bei den Müttern noch bei den Kindern. Außerdem sei der Wirkstoff die erste Impfung gegen das RS-Virus, das bei Müttern verabreicht wird.

Impfung der Mütter = Schutz für die Kinder?

Bei der sogenannten maternalen Immunisierung ist das Ziel, dass die Föten die Abwehrkräfte ihrer Mütter abbekommen. Das geschieht z.B. über das Nabelschnurblut. Außerdem ist es möglich, dass die Kinder nach der Geburt durch das Stillen von den Antikörpern ihrer Mütter profitieren. Auch ohne Impfung werden häufig Abwehrkräfte von der schwangeren Frau auf das Ungeborene übertragen. Es handelt sich dabei um eine Einrichtung der Natur, die sich die Forscher nun zunutze gemacht haben.

Was Corona mit dem RS-Virus zu tun hat

Das RS-Virus war vor allem im Jahr 2021 in aller Munde, da damals früher als gewöhnlich viele Fälle von RSV-Infektionen auftraten, nämlich schon im September. Außerdem wurden auch mehr Kinder als üblich aufgrund einer schweren Erkrankung am RS-Virus in eine Klinik eingeliefert. Ein Grund dafür war die Corona-Pandemie: Die Kontaktbeschränkungen haben zu weniger Ansteckungen geführt, sowohl mit Corona als auch mit dem RS-Virus. Viele kleine Kinder konnten dadurch aber keinen Immunschutz aufbauen. Nach dem Ende des Lockdowns hatte das RS-Virus dann wieder Gelegenheit sich vermehrt auszubreiten und es traf besonders viele Kinder.

Wie geht es weiter?

Laut Markus Rose, Experte für Lungenmedizin am Olgahospital in Stuttgart, sollte noch genauer erforscht werden, was passiert, wenn es zu einer Frühgeburt kommt. Dauert die Schwangerschaft nicht lange genug, kann es nämlich sein, dass das Kind die Abwehrkräfte nicht in ausreichendem Maß in den eigenen Körper aufgenommen hat.
Auch wenn noch nicht alle Fragen beantwortet sind, zeigen die Forschungsergebnisse nach Angaben von Pfizer dennoch: Das Vakzin ist wirksam, um schwere RSV-Infektionen bei Säuglingen zu verhindern. Das Unternehmen hat daher bereits den Antrag zur Zulassung des Impfstoffs in den USA gestellt. Ob und wann dieser in Deutschland zugelassen wird, lässt sich anhand der Pressemitteilung des Konzerns noch nicht sagen.

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