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Nächster Rückruf: Lidl und Aldi verkauften Hackfleisch mit Plastikfremdkörpern

von redaktion Posted on 23.07.2021 11:4827.07.2021 09:39

Es ist nicht das erste Mal in dieser Woche, dass Lidl einen Produktrückruf startet: Dieses Mal geht die Gesundheitsgefahr von verpacktem Hackfleisch aus. Aldi und Lidl warnen vor roten Plastikfremdkörpern, die vereinzelt in Produkten des Herstellers „WestfalenLand Fleischwaren GmbH“ gefunden wurden. Dass noch mehr betroffene Exemplare im Umlauf sind, könne nicht ausgeschlossen werden. Vom Verzehr wird daher abgeraten.

Diese Produkte sind betroffen

In einer Kundenmitteilung informiert Aldi darüber, dass in folgenden Produkten bis zu drei Millimeter große Kunststoffteile nachgewiesen wurden:

„Rinderhackfleisch XXL, 800g, Meine Metzgerei“ – Verbrauchsdaten: 20.07. bzw. 21. 07. 2021

„Rinderhackfleisch im Schlauchbeutel, 500g, Landjunker“ – Verbrauchsdaten: 19.07 bzw. 21.07.2021

Zusätzlich sind die besagten Produkte auch am folgenden Identitätskennzeichen zu identifizieren: „DE NW 88888 EG“. Kunden können sich den Kaufpreis nun auch ohne Kassenbon in allen Lidl- bzw. Aldi-Filialen zurückerstatten lassen.

Wie sich verschlucktes Plastik bemerkbar macht

In der Regel kommen Beschwerden bei verschluckten Fremdkörpern nur sehr selten vor.  Es besteht dennoch die Möglichkeit, dass die Plastikteile in einem Abschnitt des Verdauungstrakts hängen bleiben. Betrifft das beispielsweise die Speiseröhre, kann das zu heftigem Würgereiz führen; stecken sie im Magen fest, so entstehen in der Regel Bauchschmerzen. Wenn das verschluckte Teilchen besonders spitz ist, kann dies im schlimmsten Fall sogar zur Beschädigung von Verdauungsorganen führen.

So gefährlich sind Chemikalien in Plastik

Bisphenol A (BPA) ist die am häufigsten produzierte Chemikalie der Welt. Sie wird bei der Herstellung von Hartplastik hinzugefügt, um das Material besonders hart zu machen. Ist es in der Nahrung kontaminiert, gelangt BPA direkt in die Blutlaufbahn. Mittlerweile kann es daher bei etwa 90 Prozent der Bevölkerung in industrialisierten Staaten zumindest in kleinen Mengen im Körper nachgewiesen werden. Das sei laut der Europäischen Lebensmittelbehörde vorerst kein großes Problem, weil eine Dosis von 5 Milligramm pro Tag bzw. pro Körpergewicht kein gesundheitliches Risiko darstelle. Das Umweltbundesamt weist allerdings darauf hin, dass die Aufnahme von Bisphenol A in niedrigen Mengen spezielle Auswirkungen auf den Menschen haben könnte, die in der Risikoevaluierung nicht berücksichtigt wurden. So hat man bei einer Studie etwa beobachtet, dass Nagetiere durch BPA eine veränderte Gehirnstruktur sowie eine vergrößerte Prostata und eine niedrigere Spermienkonzentration aufwiesen. Andere Untersuchungen ergaben, dass BPA potenziell negative Auswirkungen auf den Hormonhaushalt habe, jedoch gelten diese Studien als umstritten. Die genauen Effekte der Chemikalie sind noch nicht vollständig geklärt und werden unter Gesundheitsforschern kontrovers diskutiert.

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