Jetzt wird es kahl… – Mit Elektro-Stimulation dem Haarausfall entgegenwirken?

Bis zu 80 % der mitteleuropäischen Männer leiden unter dem Problem des erblich bedingten Haarausfalls. Was mit einer zurückgehenden Haarlinie und Geheimratsecken beginnt, führt meistens sehr schnell zum kompletten Verlust des Kopfhaares. Mittel und Medikamente, die Abhilfe gegen den Haarausfall (Alopezie) versprechen, gibt es wie Sand am Meer. Ob diese wirklich helfen, ist die andere Frage. Die Nebenwirkungen, die die meisten haben, mal außen vorgelassen. Doch nun gibt es seit kurzer Zeit einen neuen Behandlungsansatz gegen Haarausfall – elektrische Impulse.

Stromreize gegen die Glatzenbildung?

Der neue Ansatz um einer Glatze vorzubeugen sind also Stromreize. Dabei soll ein tragbares Mini-Gerät auf dem Kopf angebracht werden, das kontinuierlich elektrische impulse an die Kopfhaut überträgt und somit Haarfollikel, die inaktiv sind, zur neuen Funktion anregen. Getestet wurde dieser Ansatz bereits an Nagetieren, bei denen er Erfolg zeigte. Nun muss er nur noch die Bewährungsprobe bei menschlichen Haaren bestehen.

Was ist der Grund für den Haarverlust?

Der Grund für den Verlust des Kopfhaares mit steigendem Alter liegt bei dem Großteil der Männer an den Genen. Ein weiterer Grund kann sein, dass die Haarwurzel überempfindlich auf das Geschlechtshormon Testosteron reagiert. Die bisherigen Therapie-Ansätze beliefen sich dabei bis her nur auf Lichttherapie oder Medikamente, die aber nur bedingt wirken und dazu meist noch Nebenwirkungen haben.

Weshalb eine Elektrotherapie ein Lichtblick am Horizont ist

Die elektrische Stimulation wird schon in vielen anderen Bereichen eingesetzt, vor allem, wenn es sich um Schmerztherapie handelt. Dabei gibt es verschiedene Formen der Elektrotherapie: Gleichstromtherapie, Niedrig- Mittel- und Hochfrequenztherapie.
Die elektrischen Impulse helfen dabei, die Muskulatur zu lockern oder das Muskelwachstum anzuregen, die Durchblutung zu fördern. Auch die Stimulation von Hirnbereichen und die Anregung des Stoffwechsels kann dadurch erlangt werden.
Deshalb kamen einige Forscher auf die Idee, dass die Elektrotherapie ebenfalls dabei helfen könnte, inaktive Haarfollikel zu reaktivieren. Haarfollikel sind für die Verankerung der Haarwurzel und auch für das Haarwachstum essenziell. Bei Männern, die unter Alopezie leiden, produzieren die Follikel nur noch kleine und dünne Haare beziehungsweise stellen die Haarproduktion komplett ein.

Wie funktioniert das mit der Elektro-Stimulation?

Damit diese nun wieder stimuliert werden, entwickelten die Forscher ein Gerät, das elektrische Impulse im Niedrigfrequenzbereich an die Kopfhaut übermittelt. Das Besondere daran ist, dass der dafür benötigte Strom mit der Hilfe von Nano-Generatoren erzeugt wird, die sich durch die ganz normalen Bewegungen des Trägers aufladen lassen. Die Generatoren sind dabei so klein, dass man sie problemlos unter einem Hut oder eine Kappe verstecken kann.

Der aktuelle Stand der Dinge

Bisher wurde diese Art der Therapie erfolgreich an Nagern getestet. Bei ihnen zeigten die Stromreize insofern eine Wirkung, dass die Dichte aktiver Haarfollikel deutlich anstieg und die Haare auch deutlich länger wurden. Verglichen zu konventionellen Medikamenten zeigte sich die Therapie als deutlich wirkungsvoller. Abgesehen von der Effektivität ist die Elektro-Stimulation nebenwirkungsarm – während manche Medikamente negative Begleiterscheinungen haben, wie zum Beispiel Depression oder sexuelle Funktionsstörungen.
Momentan warten die Forscher darauf, die Tests auch an Menschen durchzuführen. Zeigt sich auch dort der positive Effekt, dann können die elektronischen Impulse bereits bald in frühen Stadien bei Männern mit Haarausfall eingesetzt werden und sie somit eventuelle vor der Glatze bewahren.

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1 Comment
  • legeartis@yahoo.com'
    Daniel
    25.09.2019 12:17

    Hat man auch erforscht ob diese Elektrotherapie in der Nähe des Gehirns Tumoren verursachen kann? (auch als Langzeitfolge theoretisch nach Jahren möglich…)