Corona kann lebensgefährliche Blutgerinnsel hervorrufen

Auf der ganzen Welt wird Covid-19 in erster Linie als Lungenkrankheit definiert und behandelt. Bei vielen Betroffenen kommt es jedoch auch zu Komplikationen auf Grund von Blutgerinnseln. Diese Beobachtung spricht dafür, dass die Ateminsuffizienz bei Covid-19 nicht nur durch die Entwicklung des akuten Atemnotsyndroms entsteht, sondern auch durch mikrovaskuläre thrombotische Prozesse.

Zusammenhang ist deutlich

Im Rahmen einer neuen Studie der University of Edinburgh fanden Wissenschaftler heraus, dass mikrovaskuläre thrombotische Prozesse offenbar an der Entwicklung einer Ateminsuffizienz bei Covid-19 beteiligt sind. Die Untersuchungsergebnisse wurden in dem englischsprachigen Fachjournal „Radiology“ vorgestellt.
Die Forschungsarbeit behandelte Prävention, Diagnose und Therapie von Komplikationen durch Blutgerinnsel bei Covid-19-Patienten. Aktuelle Berichte konnten eine starke Verbindung zwischen erhöhten D-Dimer-Werten und einer schlechten Prognose belegen, sodass die Angst vor thrombotischen Komplikationen zunahm.

Betrifft Covid-19 primär die Lunge?

Die Analyse jeglicher verfügbaren medizinischen, laborchemischen und bildgebenden Daten zu Covid-19 ergab, dass die Symptome und diagnostischen Tests an sich nicht nur aus einer beeinträchtigten Lungenventilation hervorgehen. Aktuelle Beobachtungen weisen nun stattdessen darauf hin, dass daran auch thrombotische Prozesse beteiligt sein könnten. Diese Erkenntnis könnte enorme Folgen für diagnostische und therapeutische Verfahren haben. Dem Forschungsteam zufolge wurde eine enge Verbindung zwischen D-Dimer-Werten, dem Krankheitsverlauf und den Merkmalen des Thorax CTs festgestellt. Letztere können eine Venenthrombose anzeigen. Zudem haben diverse Untersuchungen bei Covid-19-Patienten ergeben, dass erhöhte D-Dimer-Spiegel und eine schwere Krankheit bzw. eine schlechte Prognose zusammenhängen. Laut den Wissenschaftlern muss der Erstdiagnose und Behandlung des prothrombotischen und thrombotischen Zustands zahlreicher Betroffener unbedingt besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden.

Covid-19 zieht mit der Zeit jegliche Organe in Mitleidenschaft

Mithilfe von bildgebenden und pathologischen Untersuchungen wurde erkannt, dass Covid-19 ein thrombotisch-entzündlicher Prozess ist. Zuerst beeinträchtigt dieser die Lungenperfusion, dann der Reihe nach alle anderen Organe des Körpers. Eine andere Forschungsarbeit kam zu vergleichbaren Resultaten und zeigte auf, dass SARS-CoV-2 systemische Gefäßentzündungen hervorrufen kann.
Bei einem hochgradig thrombotischen Syndrom kommt es zu einer Makrothrombose und Embolie, sodass eine strikte Thromboseprävention angebracht ist. Darüber hinaus sollte eine angemessene bildgebende Beobachtung mit frühzeitiger Antikoagulanzien-Therapie erfolgen, wenn ein Verdacht auf eine venöse Thromboembolie besteht. Das diagnostische und therapeutische Management ist je nach Symptomen und individuellem Risiko des Patienten unterschiedlich. Zu den allgemeinen Empfehlungen zählen jedoch eine Prophylaxe mit Heparin, Thorax-CT, CT-Lungenangiographie und regelmäßige D-Dimer-Tests.
 
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Verbindung zu Lungenembolie

Auch eine Verbindung zwischen Covid-19 und Lungenembolie wurde erkannt. Eine Analyse von 106 Lungen-CT-Angiogrammen deckte auf, dass 32 Patienten (30 Prozent) unter einer akuten Lungenembolie litten. Diese Zahlen sind um ein Vielfaches höher als bei sehr kranken Personen ohne Covid-19 (1,3 Prozent) oder Menschen in der Notaufnahme (3-10 Prozent). Die Untersuchung wurde über einen Monat lang in einem tertiären Versorgungszentrum in Frankreich vorgenommen.
Die Forscher haben resümiert, dass Covid-19 nicht nur eine Lungeninfektion ist, sondern auch andere Organe betrifft und das Thromboserisiko ansteigen lässt. Dadurch nimmt auch die Wahrscheinlichkeit lebensgefährlicher Ereignisse zu, die eine angemessene Behandlung unverzichtbar machen.

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