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Corona-Impfung und weiblicher Zyklus – diese Folgen sind zu erwarten

von Miriam Gamauf Posted on 08.02.2022 15:5607.02.2022 13:40

Nach der Verabreichung des COVID-19-Vakzins berichteten zahlreiche Frauen bereits von atypischen Verläufen ihrer Menstruation und dem verspäten Einsetzen ihrer Monatsblutung. Zwei Studien konnten nun nachweisen, dass die COVID-19-Impfung beim weiblichen Zyklus tatsächlich minimale Veränderungen hervorrufen kann – diese Störungen jedoch ungefährlich und nur von kurzer Dauer sind.

Wenn die Periode auf sich warten lässt

Die Periode verzögert sich, setzt früher oder später ein als erwartet, es kommt zu Zwischenblutungen sowie Blutungen ungewöhnlicher Intensität oder dem gänzlichen Ausbleiben der Menstruation. Für viele Frauen gehört das zur Normalität, für andere ist es ein Grund, nervös zu werden. Die Einflussfaktoren, die Auswirkungen auf den weiblichen Zyklus haben, sind mannigfaltig: Anhaltender Stress, unzureichend Schlaf oder Krankheiten können den weiblichen Hormonhaushalt und somit den Verlauf der Periode stören. Auch die Einnahme von Hormonen, wie beispielsweise in Form der „Pille danach“, kann zu Zyklusschwankungen führen. Oftmals ist es einfach eine Laune der Natur, die die Regel von der Norm abweichen lässt.
Dennoch erstatteten Dutzende Frauen, u.a. in sozialen Netzwerken, darüber Bericht, dass sie nach ihrer Corona-Impfung Verzögerungen oder Unregelmäßigkeiten ihrer Periode feststellen konnten. Mehr als 36.000 Frauen gaben an, dass es nach der Verabreichung des Vakzins bei ihnen zu Schmierblutungen, früheren Blutungen (oft kurz nach der Impfung), stärkeren Blutungen oder eigenartig schmerzhaften Perioden kam. Dadurch waren sich viele der Korrelation zwischen COVID-Impfung und Menstruation sicher, in diversen Impfstoffstudien wurde der weibliche Zyklus jedoch nicht oder nur am Rande thematisiert.

Neue Studien bestätigen Einfluss auf Menstruation

Zwei aktuelle Beobachtungsstudien – eine aus den USA, eine aus Norwegen – befassten sich nun mit der Thematik und konnten tatsächlich einen Zusammenhang der Corona-Impfung mit Menstruationsstörungen feststellen. Diese seien jedoch nur von kurzer Dauer und würden verglichen mit natürlichen Zyklusschwankungen ausschließlich kleine Abweichungen, die einmalig nach der Impfung auftreten können, hervorrufen.
Die US-Kohortenstudie, finanziert vom National Institute of Health (NIH), ergab, dass sich die Periode der Frauen nach der Impfung um etwas weniger als einen Tag verschob: Nach Verabreichung der ersten Dosis belief sich die Verspätung des Einsetzens der Menstruation um durchschnittlich 0,7 Tage, nach der zweiten Impfung um 0,9 Tage. Bei 358 Frauen, die die zweite Impfdosis noch im selben Zyklus wie die erste erhielten, setzte die Periode mehr als zwei Tage später als in den vorausgegangenen Zyklen ein. Bei rund zehn Prozent von ihnen konnte eine Verschiebung der Menstruation um mindestens acht Tage verzeichnet werden. Beim sechsten Beobachtungszyklus angelangt, hatten sich die Zyklusschwankungen jedoch wieder eingependelt und die Menstruation normalisiert.
Die Studie aus Norwegen konnte ähnliche Daten generieren: Am häufigsten kam es zu einer Veränderung des Menstruationszyklus in der frühen Follikelphase, also dem Abschnitt kurz nach der Menstruation und dem nächsten Eisprung. Die meisten Frauen konstatierten ebenfalls stärkere Blutungen nach der Impfstoffverabreichung als sonst. Zwei von drei Frauen berichteten dies auch nach der zweiten Dosis. Der Zyklus der norwegischen Probandinnen regulierte sich, ähnlich dem der US-amerikanischen Frauen, nach spätestens zwei Monaten jedoch wieder.

Kein Grund zur Sorge

Betroffene Frauen können unbesorgt sein, da die International Federation of Gynecology and Obstetrics eine Veränderung der Zykluslänge als völlig normal einstuft, wenn sie weniger als acht Tage beträgt. Stress als mögliche Ursache für die verspätete Periode schließen die WissenschaftlerInnen ebenfalls nicht aus, da Impfungen eine starke Immunantwort auslösen und für den Körper primär eines bedeuten: Stress. Victoria Male, Expertin für Reproduktionsmedizin am Imperial College London, kommentierte die Ergebnisse der Studien im Fachmagazin „British Medical Journal“. Sie argumentierte, dass es für die Wissenschaft nun wichtig sei die Mechanismen, die für die Zyklusstörungen nach der Impfung verantwortlich seien, zu analysieren sowie etwaige Risikogruppen ausfindig zu machen. Zudem müsse weiterhin Aufklärungsarbeit betrieben werden: Es bestehe kein Grund die Impfung zu meiden, da langfristige körperliche oder reproduktive Schäden aufgrund der COVID-Impfung ausgeschlossen werden können.

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