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Allergie beim Haareschneiden? Studie deckt Gesundheitsrisiken in der Friseurbranche auf

von Adriana Schellander Posted on 31.08.2021 05:4331.08.2021 14:02

Egal ob beim Schneiden, Kämmen oder Rasieren – im Friseuralltag ist eine angemessene Ausstattung unabdingbar. Laut einer aktuellen Studie geht der regelmäßige Umgang mit Werkzeugen wie Scheren, Rasiermessern oder Haarclips jedoch nicht ohne gesundheitliche Risiken einher: Die Forscher entdeckten einen alarmierend hohen Anteil der Schadstoffe Nickel und Kobalt in zahlreichen Friseurutensilien.

Schadstoffemission in Friseurwerkzeugen untersucht

Aus früheren Forschungsprojekten ging bereits hervor, dass Metallwerkzeuge in Friseurbetrieben oftmals Nickel absondern. Die Freisetzung von Kobalt galt bislang allerdings als unzureichend erforscht. Im Rahmen ihrer Masterarbeit analysierte die Studienautorin Cara Symanzik an der Abteilung für Dermatologie, Umweltmedizin und Gesundheitstheorie der Universität Osnabrück die Emission gesundheitsschädlicher Stoffe anhand 475 Friseurutensilien aus drei Bundesländern.
Dazu zählten unter anderem Abteilklammern, Haarclips, Rasiermesser, Handbrausen, Pinzetten, Scheren und Rührbesen. Sämtliche Werkzeuge kamen im Friseuralltag regelmäßig zur Verwendung und befanden sich teilweise schon länger im Betriebsinventar. Die Evaluierung der Metallanalysen deckte auf, dass 131 von 475 Metallutensilien Nickel abgeben, beim Chemo-Kobalt-Test wurde eine Metallfreisetzung bei 10 von 475 Werkzeugen festgestellt.

Alarmierende Nickelbelastung

„Alle kobaltfreisetzenden Metallwerkzeuge setzten gleichzeitig Nickel frei und nickelfreisetzende Werkzeuge fanden sich in jedem besuchten Friseursalon unabhängig vom Preissegment und der geografischen Lage“, verdeutlicht Symanzik. Die hohe Nickelfreisetzung sei möglicherweise in der Vielfalt der analysierten Metallutensilien begründet. Kobaltemissionen fielen hingegen im Vergleich zu Forschungen in anderen Berufsfeldern moderat aus.

Allergie begünstigt permanente Hautschäden

Durch die Befragung von 70 Friseuren konnte das Auftreten von Kobalt- und Nickelallergien erfasst werden. Die Auswertung der Daten ergab, dass 11,4 Prozent der Probanden an einer Nickelallergie und 2,9 Prozent zudem an einer Kobaltallergie litten. Diese Angaben stimmen mit aktuellen Forschungsergebnissen überein, laut denen Metallallergien in der Friseurbranche vermehrt auftreten. Eine Nickelallergie äußert sich in Form von juckenden Hautrötungen, welche meist von Blasen, Knoten oder Krusten begleitet werden. Wird die Haut über einen längeren Zeitraum nickelhaltigen Produkten ausgesetzt, kann die Allergie schon bei alltäglichen Tätigkeiten zur Belastung werden. Sobald sich nämlich chronische Entzündungen entwickelt haben, können Allergene und Erreger ungehindert ins Gewebe eindringen und weitere schmerzhafte Hautirritationen verursachen. Eine Kobaltallergie macht sich durch ähnliche Symptome bemerkbar.

Sofortiges Handeln gefragt

„Eine beruflich bedingte Allergie stellt ein besonderes Problem dar, das im schlimmsten Fall zum vorzeitigen Ausscheiden aus dem Beruf führen kann“, betont Professor Dr. Swen Malte John von der Universität Osnabrück. Damit einer Kontaktallergie im Berufsalltag vorgebeugt werden kann, seien sofort präventive Schritte erforderlich. Obwohl sämtliche Arbeitsutensilien den geltenden EU-Vorschriften entsprechen, können sie dennoch zu ernstzunehmenden Gesundheitsproblemen führen. Dies sei insbesondere dann der Fall, wenn die nickellose Beschichtung der Werkzeuge bei längerem Gebrauch abgenützt wird. Darüber hinaus mangelt es an eindeutigen Grenzwertvorschriften, was die Nutzung von Kobalt in Metallutensilien anbelangt.

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