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Sommer, Sonne, Sonnenschein! Doch wie viel Sonnenlicht ist gesund?

von Miriam Gamauf Posted on 16.04.2022 06:0114.04.2022 12:02

Die Sonne ist das Licht, das das Leben auf der Erde erst ermöglicht. Pflanzen benötigen Sonnenlicht zur Photosynthese, Hühner legen mehr Eier, wenn man sie hellem Licht aussetzt und auch beim Menschen besteht ein enger Zusammenhang zwischen Licht und Gesundheit, der erst in den letzten Jahrzehnten stärker in den Fokus des wissenschaftlichen Interesses gerückt ist. Inwiefern Sonnenlicht also für das physische und psychische Wohlbefinden des Menschen relevant ist und ob es auch negative Auswirkungen auf den menschlichen Organismus hat, erfahren Sie im nachfolgenden Artikel.

Sonnenschein, Glück allein?

Licht spielt bei der Regulierung der inneren Uhr, dem sogenannten zirkadianen System, eine essentielle Rolle. Es steuert den Schlaf-Wach-Zyklus, adaptiert die Körpertemperatur und hält den Hormonhaushalt im Takt. So ist es sowohl bei der Produktion von Melatonin als auch von Serotonin maßgeblich beteiligt. Ersteres wird nachts von der Zirbeldrüse im Gehirn gebildet und ist an der Regulation des Tag-Nacht-Rhythmus beteiligt. Helles Licht wirkt über die Augen auf den Hypothalamus und unterdrückt dort die Ausschüttung von Melatonin. Wird die Melatoninproduktion gedrosselt, kommt es zu messbaren Veränderungen im Serotoninhaushalt, einem Neurotransmittersystem, das Schlaf- sowie Essgewohnheiten prägt, insbesondere jedoch die Stimmung beeinflusst bzw. aufhellt. Serotonin wird primär im Hypothalamus erzeugt und ermöglicht es Gehirnzellen und anderen Zellen im Nervensystem miteinander zu kommunizieren. Da Sonnenlicht dem Körper hilft, Serotonin auszuschütten, generiert der Hypothalamus in den kälteren Jahreszeiten weniger Serotonin. Dadurch steigt das Risiko, dass Symptome einer Depression oder Angststörung auftreten – ein Phänomen, das als „Winterdepression“ bekannt ist. Tatsächlich ist es bereits erwiesen, dass Menschen in Ländern mit überwiegend schlechtem Wetter, bewölkten Tagen und wenig Sonneneinstrahlung häufiger zu Depressionen neigen als Menschen, die in südlicheren Breitengraden zu Hause sind.

Sonnige Grüße … vom Immunsystem!

Über das Sonnenbaden erfreut sich nicht nur die Psyche, sondern auch das Immunsystem. Sonnenstrahlen tragen zur Senkung des Cholesterinspiegels in den Blutgefäßen bei, wodurch Blutfette in Vitamin D umgewandelt werden. Die von der Sonne emittierte UV-Strahlung fördert die Bildung des „Sonnenscheinvitamins“ zusätzlich. Vitamin D hegt eine Reihe gesundheitlicher Vorteile: Es hilft dem Körper bei der Calciumaufnahme sowie bei der Mineralisierung der Knochen, wodurch Krankheiten wie z.B. Multipler Sklerose und diversen Krebsarten, darunter Brust-, Prostata- und Darmkrebs, vorgebeugt werden können soll. Ein Mangel an Vitamin D kann dagegen schwerwiegende Störungen zur Folge haben: Bei Säuglingen und kleinen Kindern z.B. die „Englische Krankheit“ Rachitis (Knochenerweichung), im späteren Alter Osteoporose (Knochenschwund).

Weiters regt Sonneneinwirkung die Bildung weißer Blutkörperchen an, die dafür verantwortlich sind, den Organismus vor Fremdstoffen und Krankheitserregern zu schützen. Zudem soll Sonnenlicht Herzleiden verhindern können, da übers Jahr gesehen der Tod aufgrund von Herz- und Lungenkrankheiten am häufigsten im Winter eintritt. Forschungen legen außerdem nahe, dass Kinder, die sich vermehrt draußen in der Sonne aufhalten, eine geringere Wahrscheinlichkeit aufweisen, kurzsichtig zu werden. Laut Christopher Starr, Augenarzt am Weill Cornell Medical College, sollten Kinder mindestens ein bis drei Stunden am Tag draußen verbringen, um die Dopamin-Produktion zu stimulieren. Ein Mangel an Dopamin führe nämlich zu Kurzsichtigkeit.

Die Schattenseite der Medaille

Obgleich die Vorteile des Sonnenlichts deutlich überwiegen, sollen an dieser Stelle auch einige negative Aspekte hinsichtlich übermäßiger Sonnenlichtbestrahlung aufgezählt werden: Diese kann vermehrte Faltenbildung verursachen sowie zu einer vorzeigten Alterung führen. Die gesundheitlichen Bedenken sind nicht nur kosmetisch – Hautkrebs entsteht oftmals aufgrund von exzessiver UV-Strahlung. Deswegen sollte insbesondere im Sommer stets Sonnencreme aufgetragen werden, unabhängig davon, wie viel Zeit man in der Sonne verbringt. „Wir empfehlen, dass jeder täglich Sonnencreme mit Lichtschutzfaktor 30 oder höher auf der ungeschützten Haut auftragen sollte“, so auch Dr. Adam Friedman, Professor für Dermatologie an der George Washington University School of Medicine and Health Sciences.

Summa summarum lässt sich konstatieren, dass Sonnenlicht die lebenswichtigste Energiequelle ist, die uns Menschen zur Verfügung steht und unzählige gesundheitliche Vorteile birgt. Das Tanken von zehn bis 15 Minuten Sonne pro Tag kann die Vitamin D-Produktion ankurbeln und den Schlafrhythmus regulieren. Vor allem in den Sommermonaten ist es daher empfehlenswert, sich möglichst viel im Freien bei Sonnenschein aufzuhalten. Und immer daran denken: Sonnencreme nicht vergessen!

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