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ErnährungNewsRatgeber

Gefährlicher Überschuss: Dieser Nährstoff kann der kindlichen Gesundheit schaden

von Adriana Schellander Posted on 20.08.2021 11:3619.08.2021 16:43

Starke Muskeln, schöne Haut und stabile Knochen – all dies ist einem ausgeglichenen Proteinhaushalt zu verdanken. Immer mehr Eltern möchten, dass auch ihre Kinder vom stärkenden Eiweiß profitieren und setzen deshalb zahlreiche proteinhaltige Gerichte auf deren Speiseplan. Ernährungsexperten der amerikanischen Cleveland Clinic warnen nun jedoch vor den ernstzunehmenden Gefahren eines Proteinüberschusses im Kindesalter.

Wie viel Proteine benötigt mein Kind?

Eltern stellen sich häufig die Frage wie viel Protein für ihr Kind angemessen ist. Ernährungsberatern zufolge hänge der Bedarf hauptsächlich von Alter, Geschlecht und der physischen Betätigung ab. Generell raten Fachleute zehn bis 30 Prozent des Kalorienbedarfs mit Proteinen zu decken. Kinder im Alter von vier bis neun Jahren sollten pro Tag etwa 19 Gramm Protein zu sich nehmen. Heranwachsende zwischen neun und 13 Jahren benötigen hingegen schon 34 Gramm. Bei Jugendlichen ab 14 Jahren variiert der Proteinbedarf je nach Geschlecht. Während Jungen mit 52 Gramm ihren täglichen Bedarf decken, brauchen Mädchen normalerweise lediglich 46 Gramm. Mediziner empfehlen im Kindes- und Jugendalter nicht mehr als zwei eiweißhaltige Mahlzeiten pro Tag zu konsumieren. Selbst wer sich in jungen Jahren schon vermehrt sportlich betätigt, kommt trotz des leicht gesteigerten Eiweißbedarfs normalerweise auch ohne Proteinpräparate aus.

Auf vielfältige Proteinquellen achten

Der tägliche Eiweißbedarf kann sowohl mit pflanzlichen als auch mit tierischen Produkten gedeckt werden. Fleisch gilt als eine der verbreitetsten Proteinquellen. Darüber hinaus versorgt es den Organismus mit Zink, Eisen und Vitamin B. Dennoch sollten Fleischprodukte ausschließlich in Maßen auf den Teller kommen – zu viel Fleisch erhöht nicht nur das Risiko für Herzkrankheiten, sondern begünstigt zusätzlich Bluthochdruck und Diabetes. Selbst wenn sich Hülsenfrüchte und Gemüse unter Kindern meist keiner allzu großen Beliebtheit erfreuen, sollte man seinen Nachwuchs trotzdem dazu motivieren diesen Proteinträgern eine Chance zu geben. Im Gegensatz zu tierischen Fetten entlasten diese Lebensmittel nämlich den Stoffwechsel und schonen den Cholesterinspiegel. Auch ein tägliches Glas Milch kann die kindliche Entwicklung fördern: Milchprodukte bereichern den Körper nicht nur mit Proteinen, sondern auch mit anderen wichtigen Nährstoffen wie Kalzium oder Vitamin B2. Diese sorgen für stabile Knochen und Zähne sowie einen ausgeglichenen Energiestoffwechsel.

Gesundheitsgefahr durch Proteinüberschuss

Eiweiße gelten als unentbehrliche Nährstoffe im menschlichen Körper. Insbesondere Kinder benötigen ausreichend Protein für ihr Wachstum und den Aufbau der Muskeln. Im moderaten Ausmaß ist Eiweiß in der Kinderernährung also nicht nur ungefährlich, sondern sogar essenziell für die Entwicklung. Wer auf ein ausgewogenes Essverhalten seines Nachwuchses achtet, hat deshalb kaum etwas zu befürchten. Ernährungsexperten raten Eltern allerdings dringlichst davon ab, ihren Kindern proteinhaltige Ergänzungspräparate zur Verfügung zu stellen. Diese würden eine Überversorgung provozieren, welche in folgenden gravierenden Gesundheitsproblemen resultieren kann:

  • Übergewicht: Wer zu viel Protein zu sich nimmt, führt seinem Körper auch überschüssige Kalorien zu. Sobald die Kalorien nicht mehr verbrannt werden können, kommt es zu Fettansammlungen. Bei Babys und Kleinkindern ist besondere Vorsicht geboten, denn für Säuglinge, die in ihren ersten Lebensjahren mit zu viel Protein ernährt werden, besteht ein dreifach erhöhtes Übergewichtsrisiko.
  • Belastung für die Niere: Für die Verwertung überschüssiger Proteine sind in erster Linie die Nieren verantwortlich. Nimmt der Eiweißkonsum jedoch ein Übermaß an, ist das Entgiftungsorgan nicht mehr dazu in der Lage die Proteine effektiv auszuscheiden. Dies kann zu einer langanhaltenden Nierenschwäche führen, die wiederum die Giftstoffvermehrung im Körper vorantreibt.
  • Geschwächte Leber: Bei der Verarbeitung von Eiweiß entsteht Stickstoff in der Leber. In erhöhter Konzentration kann dieses chemische Element dazu führen, dass die Giftstoffverwertung stark eingeschränkt wird. Darüber hinaus beeinträchtigt ein zu hoher Stickstoffgehalt die Nährstoffaufnahme.
  • Verdauungsprobleme: Wer in seiner Ernährung Proteine stets über Ballaststoffe stellt, riskiert seine Darmflora aus dem Gleichgewicht zu bringen. Dies begünstigt nicht nur Erkrankungen im Verdauungstrakt, sondern auch Stuhlunregelmäßigkeiten.

Erhöhten Bedarf ärztlich abklären

Obwohl in den meisten Fällen für Kinder eindeutig kein Bedarf an proteinhaltigen Nahrungsergänzungsmitteln besteht, gibt es dennoch Ausnahmen, in denen sich eine erhöhte Proteinaufnahme als sinnvoll erweisen kann. So können beispielsweise Proteinergänzungsmittel in moderatem Maß Untergewicht im Kindesalter entgegenwirken. Nichtsdestotrotz sollten sie keinesfalls als Hauptnährstoffquelle eingesetzt werden, sondern lediglich die Standardernährung ergänzen. Bevor Eltern ihrem Nachwuchs jedoch entsprechende Präparate anbieten, sollten sie auf jeden Fall ärztliche Beratung in Anspruch nehmen. Heranwachsende, die bereits in jungem Alter einen veganen oder vegetarischen Lebensstil bevorzugen, weisen oftmals einen Eiweißmangel auf – doch selbst in diesem Fall gibt es gesunde Alternativen zu künstlichen Präparaten und Fleisch; beispielsweise garantieren Hülsenfrüchte, Erbsen, Brokkoli und Spinat auch bei pflanzlicher Ernährungsweise eine umfangreiche Eiweißversorgung. Kinder und Jugendliche, die unter bestimmten Stoffwechselerkrankungen leiden, können unter Umständen ebenfalls Vorteile aus einer proteinreichen Ernährung ziehen.

 

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