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ErnährungNewsRatgeber

Neuer Trend Seed Cycling: Was steckt dahinter und funktioniert es wirklich?

von Laura Posted on 01.04.2021 11:2601.04.2021 16:39

Beim sogenannten Seed Cycling handelt es sich um einen neuen Trend, welcher besonders bei Frauen wirksam sein soll. Durch die Aufnahme verschiedener Samen je nach Zyklusabschnitt soll der weibliche Hormonaushalt reguliert werden. Man sollte folglich darauf achten, in den verschiedenen Phasen nur bestimmte Arten von Samen zu essen. So verspricht Seed Cycling bei langfristiger Durchführung die Linderung hormonell bedingter Beschwerden, welche vom Prämenstruellen Syndrom über einen unerfüllten Schwangerschaftswunsch bis hin zu Wechseljahresbeschwerden, hormoneller Akne und Endometriose reichen.

Das sollten Sie beachten

An sich ist die Durchführung relativ unkompliziert: Es bedarf lediglich der Integration bestimmter Samensorten in die Ernährung – allerdings zum gegebenen Zeitpunkt, um so die gewünschte Hormonproduktion anzukurbeln beziehungsweise zu regulieren. Bei Unterleibsschmerzen handelt es sich beispielsweise meist um ein hormonelles Ungleichgewicht der beiden entscheidenden Hormone Östrogen und Progesteron. Um die Produktion dieser auf natürliche Art wieder zu stabilisieren, kann Seed Cycling hilfreich sein. In der Regel nimmt man vier verschiedene Samenarten zu sich: Leinsamen, Sesam, Sonnenblumen- und Kürbiskerne. Sie werden an die Zyklusphase angepasst. Täglich werden zwei Sorten verwendet. Dabei genügen bereits zwei Esslöffel der Samen in zerkleinerter Form. Man kann sie entweder über den Salat oder das Müsli geben oder verzehrt sie noch besser pur, um so die Bioverfügbarkeit der enthaltenen Stoffe zu erhöhen. So wird es empfohlen, in den ersten zwei Wochen des Zyklus jeweils einen Esslöffel Kürbiskerne sowie Leinsamen zu sich zu nehmen und in der zweiten Zyklushälfte auf Sesam und Sonnenblumenkerne umzusteigen.

Wie hilfreich ist Seed Cycling?

Zwar fehlen zureichend wissenschaftliche Belege zur Wirkung von Seed Cycling, jedoch gibt es viele Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen der Einnahme bestimmter Samen und dem Ausgleich des weiblichen Hormonsystems. So enthalten Leinsamen beispielsweise Phytoöstrogene, welche den weiblichen Östrogenspiegel in Balance bringen können. Insbesondere bei einem zu niedrigen Östrogenspiegel soll der Konsum von Leinsamen hormonfördernd wirken. Auch umgekehrt sollen Leinsamen einen zu hohen Östrogenspiegel leicht regulieren können.

Aktuelle Studienlage

Kleinere Studien aus dem Jahr 2017, die im Journal of Education and Health Promotion veröffentlicht wurden, ergaben eine Verbesserung des Zyklusrhythmus sowie des Hormonspiegels bei Frauen bei der Einnahme von Leinsamen. Zudem verlängerte sich die Lutealphase, welche den Zeitraum vom Eisprung bis hin zum ersten Menstruationstag umfasst. Auch prämenstruell bedingte Brustschmerzen konnten effektiv verringert werden.
Eine weitere Studie zeigte bei Frauen in den Wechseljahren einen leichten Anstieg des Östrogenspiegels sowie eine Verringerung der damit verbundenen Symptome wie Hitzewallungen oder Scheidentrockenheit. Doch es wurden ebenfalls Studien durchgeführt, die keine nennenswerte Veränderung durch die Einnahme der Samen aufzeigten. Jedoch sei gesagt, dass die zusätzliche Zuführung gesunder Fette, Mineralstoffe sowie Vitamine durch die Samen in jedem Fall positiv ist. Um nun gezielt seinen Hormonhaushalt zu verbessern, erfordert es gegebenenfalls weitere Schritte. Bei einer natürlichen Herangehensweise könnte man zusätzlich weitere phytoöstrogenhaltige Nahrungsmittel wie Sojaprodukte oder Cashewkerne zu sich nehmen. Bei schwerwiegenderen Symptomen sollte man jedoch stets ärztlichen Rat einholen und Therapiemöglichkeiten besprechen.

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