Resistente Keime: Doch mehr Todesfälle in Kliniken als angenommen?


Offensichtlich sterben mehr Menschen an resistenten Keimen als angenommen. Das Bundesgesundheitsministerium geht von maximal 15.000 Todesfällen in deutschen Kliniken aus. Experten gehen hingegen von mindestens 30.000 Todesfällen aus. Ein besonders großes Problem mit resistenten Keimen hat das Bundesland Niedersachsen.

Keiner von uns geht gern in ein Krankenhaus. Die Gründe hierfür sind vielfältig. Ein Grund sind zum Beispiel resistente Keime, gegen die auch oft keine Antibiotika helfen. Einer aktuellen Untersuchung zufolge sterben mehr Menschen an diesen Keinem als bis jetzt angenommen. Das Bundesgesundheitsministerium versucht die Zahlen zu beschönigen.

In den vergangenen Jahren galten Antibiotika als ultimative Waffe gegen Keime in deutschen Krankenhäusern bei Infektionskrankheiten. Doch immer mehr Keime haben sich auf die meisten Antibiotika eingestellt. Daher gibt es auch immer mehr resistente Keime, was im Umkehrschluss auch bedeutet, dass es immer mehr Tote durch diese Keime gibt.

Bundesgesundheitsministerium geht von maximal 15.000 Todesfällen aus

Aus den aktuellen Daten der deutschen Krankenhäuser geht nun hervor, dass allein im vergangenen Jahr mindestens 30.000 Patienten in deutschen Krankenhäusern an solchen resistenten Keimen starben. Das Bundesgesundheitsministerium dementiert diese Zahlen und erklärte, dass die Zahl im Höchstfall bei 7500 bis 15.000 liegen dürfte.

Die Deutsche Gesellschaft für Krankenhaushygiene geht im Gegensatz dazu von 30.000 bis 40.000 Toten im vergangenen Jahr aus. Das Bundesgesundheitsministerium erklärte in einer Stellungnahme, dass die Deutsche Gesellschaft für Krankenhaushygiene von einer falschen Annahme ausgeht. So setzt die Gesellschaft Tote die einen resistenten Keim in sich tragen gleich mit Toten die wirklich durch einen resistenten Keim starben.

Meisten resistenten keime kommen aus der Landwirtschaft

Allerdings sind die Statistiken zu resistenten Keimen auch schwer durchschaubar. So werden viele Fakten in diesen Statistiken erst gar nicht erfasst. Sicher ist allerdings, dass viele Menschen in Deutschland resistente Keime in sich tragen. Besonders häufig betroffen sind Menschen, die häufigen Kontakt zu Tieren haben, wie zum Beispiel Landwirte. Aber Menschen die auf Bauernhöfen Eier und Milch kaufen sind ebenfalls gefährdet.

Besonders kritisch ist die Situation in dem Bundesland Niedersachsen, weil es von Landwirtschaft und Massentierhaltung geprägt ist. Gerade hier bekommen viele Tiere Antibiotika, wodurch sich resistente Keime entwickeln, die wiederum auf den Besitzer der Tiere übergehen.

Niedersachsen hat Probleme mit resistenten Keimen

So meldete im vergangenen Jahr der Landkreis Holzminden so viele Infektionen mit dem resistenten Keim MRSA wie kein anderer Landkreis in ganz Deutschland. Wie das Berliner Robert- Koch- Institut in einer Stellungnahme bestätigte haben aber auch die Nachbarlandkreise Northeim und Hameln- Pyrmont ein echtes Problem mit resistenten Erregern.

Besonders die Kliniken in der Ems- Dollart- Region haben schwer mit den multiresistenten Keimen zu kämpfen. Im Nordwesten des Bundeslandes Niedersachsen habe jeder fünfte multiresistente Keim seinen Ursprung in der Landwirtschaft, im Süden von Deutschland sei es im Gegensatz dazu gerade mal ein Prozent.

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