Masern: Bahr schließt Impfpflicht vorerst aus


Nun schaltet sich auch die Politik in die Diskussion um die schlechte Impfquote in Deutschland ein. Der Bundesgesundheitsminister will möglichst eine Impfpflicht umgehen, aber wenn in den kommenden Jahren die Masern in Deutschland nicht ausgerottet sind, will er sie dennoch einführen. Das Bundesland Bayern wird zusätzliche Gelder für Impfkampagne locker machen.

Mittlerweile ist auch die schlechte Masern- Impfquote in der deutschen Politik angekommen. Der deutsche Bundesgesundheitsminister, Daniel Bahr, will aber, wenn möglich, eine Maser- Impflicht vermeiden und die Impfung auf andere Weise durchsetzen. So soll der Impfstatus der Kinder nicht erst vor Eintritt in die Grundschule sondern im Kitaalter abgefragt werden.

Auf jeden Fall will der Minister aber die Masern- Impfquote in Deutschland deutlich verbessern. Bahr forderte in einem aktuellen Interview mit dem „Focus“ die einzelnen Bundesländer auf, dass „aufsuchende Impfen“ zu verbessern. Der öffentliche Gesundheitsdienst muss in der Lage sein, Impflücken aufzuspüren und Impfangebote zu unterbreiten.

Nicht genug Abkommen mit Krankenkassen

Entsprechende Vereinbarungen mit den gesetzlichen Krankenkassen können aber nur 50 Prozent der Bundesländer vorweisen. Der Gesundheitsminister erwartet aber, dass auch die restlichen Bundesländer ein Abkommen mit den Krankenkassen abschließen werden.

Die schlechteste Impfquote hat im Moment das Bundesland Bayern, hier will der Freistaat Impfungen in den Gesundheitsämtern ermöglichen. Laut Aussage des bayrischen Gesundheitsministers Huber, wird das Land in dem kommenden drei Jahren 450.000 Euro für eine Impfkampagne in den öffentlichen Gesundheitsämtern bereits stellen.

Impfpflicht schwierig

Zwar schließt der Bundesgesundheitsminister die Impfpflicht nicht komplett aus, aber er will alles dafür tun, um einen anderen Weg zu finden, so Bahr am Sonntag in einem Interview mit der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“. In Zukunft soll auch mehr Geld für die Aufklärung ausgegeben werden und der Impfstatus der Kinder soll schon im Kita- Alter abgefragt werden.

Sollten die Masern in kommenden Jahren in Deutschland nicht ausgerottet sein, wird aber kein Weg an der Impfpflicht vorbei führen, so der Minister weiter. Allerdings wird eine Impfpflicht schwierige Fragen auf, was passiert mit Eltern, die sich weigern, ihre Kinder impfen zu lassen? Nach Aussagen von Bahr arbeitet das Bundesgesundheitsministerium bereits an Richtlinien, den Impfstatus bereits im Kita- Alter und nicht wie jetzt erst vor der Einschulung abfragen zu lassen.

Einwanderfamilien selten geimpft

Eine mögliche Zielgruppe sind Einwanderfamilien, eine aktuelle Studie hatte festgestellt, dass besonders Kinder von Einwanderfamilien nicht gegen Masern geimpft sind. Das liegt wohl in erster Linie daran, das Migranten zu wenig Zugang zu Gesundheitsdienstleistungen haben.

Nach einer aktuellen Umfrage plädieren auch gut 76 Prozent der Deutschen dafür, dass nur gegen Kinderkrankheiten geimpfte Kinder Kitas und Schulen besuchen dürfen. Aber 21 Prozent lehnten auch so eine Impfpflicht ab. Befragt wurden 1001 repräsentativ ausgewählte Personen zwischen dem 17. Und 18. Juli.

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