Diabetes- Atlas: Immer mehr Arme leiden an Zuckerkrankheit


Mittlerweile leben sechs Millionen Zuckerkranke in Deutschland. Besonders hoch ist der Anteil in den neuen Bundesländern. Das hat der neue Diabetes- Atlas der Krankenkasse Barmer GEK herausgefunden.

In Deutschland leben derzeitig etwa sechs Millionen Menschen mit der Zuckerkrankheit Diabetes. Die gesetzliche Krankenkasse Barmer GEK hat in dieser Woche in den aktuellen Diabetes- Atlas vorgestellt. Dieser offenbart, dass vor allem Bewohner in sozial schwächeren Gegenden häufig an der Diabetes leiden. Im Bundesland Sachsen leben die meisten Diabetiker.

Doch nicht nur in Deutschland, auch in den Industriestaaten wie den USA, den Schwellenländern wie Mexico steigen die Zahlen der Diabeteserkrankten gerade sprunghaft an. Aktuellen Zahlen der Weltgesundheitsorganisation WHO zu folge leben weltweite schon 350 Millionen Menschen mit der Zuckerkrankheit.

550 Millionen Diabetiker bis 2030

Nach aktuellen Schätzungen der Internationalen Diabetesvereinigung sollen bis 2030 550 Millionen Menschen an Diabetes Mellitus erkrankt sein. Aber auch in Deutschland wird Diabetes immer mehr zum Problem, wie auch der neue Atlas der Krankenkasse zeigt. Anlässlich des Weltdiabetestages am 15. November hat die Krankenkasse gemeinsam mit der Deutschen Diabeteshilfe Diabetes.DE neue Zahlen vorgelegt.

Den aktuellen Zahlen zufolge ist die Zahl der Erkrankten zwischen den Jahren 2008 und 2014 um 14 Prozent angestiegen. In ganz Deutschland sind mittlerweile acht Prozent aller gesetzlich Versicherten von der Krankheit betroffen. Dies sind mehr als sechs Millionen Deutsche. Doch der Anteil der Diabetiker ist nicht in jedem Bundesland gleich hoch.

In Sachsen leben die meisten Diabetiker

Während in Hamburg nur 4,4 Prozent an Diabetes mellitus erkrankt sind, sind es in der Region Bad Belzig in Brandenburg schon 13,5 Prozent. Nach Angaben der Krankenkasse schneidet das Postleitzahlengebiet 148 am schlechtesten ab. Hier leben etwa drei Mal so viele Diabetes- Erkrankte wie zum Beispiel wie rund um den Elbchaussee bei Hamburg(4,3 Prozent).

Nach Bundesländern leben die meisten Zuckerkranken in Sachsen (10,4 Prozent), Sachsen Anhalt (10,1 Prozent), und Brandenburg (9,9 Prozent). In Westdeutschland leben mit 8,6 Prozent die meisten Diabetiker im Saarland. Das Bundesland Schleswig- Holstein hat mit 6,8 Prozent die niedrigste Rate.

RKI kam zu einem ähnlichen Ergebnis

Die großen Unterschiede lassen sich laut der Krankenkasse auf die unterschiedlichen Alters- und Geschlechtsstrukturen zurückführen. Besonders auffällig ist jedoch, dass Diabetes vorrangig in sozial schwachen Gegenden auftritt. In den östlichen Bundesländern zeigte sich ein Durchschnitt von acht Prozent. Die Daten beruhen auf die Zahlen von neun Millionen Versicherte der Krankenkasse, das entspricht 12,5 Prozent der Gesamtbevölkerung.

Auch das Robert- Koch- Institut kam im Mai dieses Jahres zu einem ähnlichen Ergebnis, der Studie zufolge leiden rund sieben Prozent der 18 bis 79 Jahre alten Deutschen an Diabetes. Auch das RKI stellte fest, dass es in den neuen Bundesländern tendenziell mehr Zuckerkranke gibt.

Diabetes Typ 2 selbst vorbeugen

Aber ob es einen ursächlichen Zusammenhang zwischen Ragionen mit hoher Arbeitslosigkeit, kleinen Einkommen, geringer Kaufkraft und dem Auftreten von Diabetes gibt, sollen weitere Studien untersuchen.

Im Gegensatz zu Diabetes Typ 1, kann Diabetes Typ 2 durch Vorbeugungsmaßnahmen verhindert werden. Diabetes Typ 2 resultiert in erster Linie aus Übergewicht, ungesunder Ernährung und zu wenig Bewegung.

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