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Darmkrebs: Wie man ihn frühzeitig erkennt

von Magda Leitner Posted on 08.08.2022 05:5504.08.2022 15:28

Krebs ist eine Krankheit, die häufig erst spät diagnostiziert wird. Man hat vielleicht bereits Symptome, nimmt diese aber nicht ernst und versucht mit Hausmittelchen gegen sie anzukämpfen. Die Anzeichen sind erkennbar, aber anstatt die Ursache von diesen zu suchen, wirkt man ihnen kurzfristig entgegen und kümmert sich erst wieder darum, wenn sie erneut auftauchen. Natürlich muss man nicht wegen jeder kleinen Beschwerde einen Arzt aufsuchen, aber wenn diese länger anhalten und vielleicht sogar an Intensität zunehmen, sollte man sich unbedingt untersuchen lassen. Häufig liegt genau diesen Symptomen Krebs zugrunde. Vor allem Darmkrebs wird häufig nicht oder erst sehr spät erkannt.

Die Aufgaben des Darms

Der circa 8 Meter lange Darm schlängelt sich im unteren Bereich unseres Bauchraums und setzt sich aus Dünn- und Dickdarm zusammen. Die Aufgabe des Darms ist elementar: er kümmert sich einerseits um die Verdauung unserer Nahrung und andererseits wehrt er mit seiner bakteriellen Flora Krankheitserreger ab und ist somit maßgeblich für unsere Gesundheit verantwortlich.
Der Dünndarm beginnt mit dem Anschluss am Magen und setzt sich aus

  • Zwölffingerdarm
  • Leerdarm
  • Krummdarm

zusammen. Die Verdauung unserer Nahrung beginnt bereits in der Mundhöhle, wo Enzyme beginnen die Lebensmittel zu spalten. Die zerkaute Nahrung wandert danach in den Magen, der diese mit Hilfe einer Säure verarbeitet und an den Dünndarm weitergibt. Dort werden die Bestandteile des Speisebreis in kleinere Stücke aufgespaltet, bis auf die Ebene der Moleküle. Der Körper nimmt diese kleinen Nährstoffe über die Zellen der Dünndarmschleimhaut ins Blut auf, wodurch dieser mit allen lebensnotwendigen Stoffen versorgt wird.
Im Dickdarm bleiben nun die restlichen Bestandteile der Nahrung, die der Körper nicht verwerten kann. Dieser besteht aus

  • Blinddarm mit seinem Wurmfortsatz
  • Grimmdarm
  • Mast- bzw. Enddarm

Der Dickdarm entzieht dem verbleibenden Speisebrei Wasser und Salz und fügt Schleim hinzu. Auf diesem Weg entsteht Kot, der gleitfähig ist und ausgeschieden werden kann. Eine Eigenheit des Dickdarms ist, dass dieser eine Darmflora besitzt. Dort befinden sich Darmbakterien an der Schleimhaut, welche verschiedene elementare Funktionen für das Wohlbefinden und die Abwehr von Krankheitserregern haben. Die Darmflora kann aus dem Gleichgewicht kommen, was an diversen Krankheiten liegen kann.

Wenn der Darm krank wird

Der Darm reagiert schnell, wenn mit dem Körper etwas nicht stimmt. Bei verdorbenen Lebensmitteln bekommt man Durchfall, die falsche Ernährung kann zu Verstopfung führen und bei Stress kann es zu Bauchschmerzen kommen. Der Darm hat außerdem einen maßgeblichen Einfluss auf unsere Psyche. Dennoch nehmen wir Anzeichen häufig nicht oder zu spät wahr und kümmern uns zu wenig um sein Wohlbefinden. Und das, obwohl jährlich 65.000 Personen in Deutschland an Darmkrebs erkranken. Die Symptome zeigen sich häufig schleichend, aber es sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden, wenn folgende Beschwerden vorhanden sind:

  • veränderter Stuhlgang: wenn man immer wieder abwechselnd unter Durchfall und Verstopfung leidet, ist dies ein mögliches Zeichen dafür, dass mit den Darm etwas nicht in Ordnung ist. Häufig zeigt sich der Stuhlgang in diesem Fall auch erst als fest und geht dann in eine flüssige Konsistenz über. Generell kann man durch die Beschaffenheit des Stuhls viel über den Gesundheitszustand eines Menschen sagen.
  • Blut im Kot: sollte sich Blut im Kot befinden, ist dies ein Warnsignal. Im Idealfall ist das Blut gut sichtbar, allerdings kann sich dieses auch mit dem Rest der Ausscheidung vermischen und ist dann als solches nicht mehr gut erkennbar.
  • Gewichtsverlust: eine starke Abnahme des Gewichts kann ein Signal für eine Krebserkrankung sein. Der Patient isst für gewöhnlich normale Mengen, aber verbraucht die Kohlenhydrate schneller, weil der Körper allgemein mehr Energie benötigt.
  • Schmerzen: manche Patienten klagen über Schmerzen beim Stuhlgang oder plötzlich auftretende Schmerzen in der Magengegend.
  • Bauchfellentzündung: wenn der Krebs bereits eine gewisse Größe hat, kann dieser die Bauchwand durchbrechen und eine Entzündung im Bauchfell verursachen.
  • Darmverschluss: ein großer Tumor kann den Darm so einengen, dass die Nahrungsreste die Stelle nicht mehr passieren können. In diesem Fall entsteht ein Darmverschluss, der sehr gefährlich werden kann.

Generell fühlen sich Darmkrebs-Patienten häufig kraftlos, sind müde und leistungsschwach. Regelmäßige Untersuchungen des Magen-Darm-Traktes sind für eine frühe Erkennung und Diagnose eines Darmkarzinoms empfehlenswert.

Behandlungsmöglichkeiten des Karzinoms

Für die richtige Behandlung ist es wichtig zu wissen, welcher Teil des Darms von Krebszellen befallen ist. Grundsätzlich ist der Krebs meistens operativ entfernbar, weswegen es von Vorteil ist, wenn sich das Karzinom eher am Ende des Darms befindet. Des Weiteren gibt es verschiedene Therapiemöglichkeiten zur Bekämpfung der bösartigen Zellen, wie z.B. eine Chemo-, Strahlen- und Immuntherapie. Welche Art der Therapie am besten geeignet ist, wird mit dem jeweiligen Fachpersonal besprochen. Grundsätzlich wird immer der Versuch unternommen den Krebs zu heilen, dies hängt aber maßgeblich von dem Erkennungszeitpunkt und der Lage dessen ab. Die Überlebenschance von Betroffenen ist allerdings in den Jahren stark gestiegen, da die Krebserkrankung aufgrund von Vorsorgeuntersuchungen häufig im Frühstadium erkannt wurde.

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