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Prostatkrebs: Flächendeckender PSA- Test nicht sinnvoll

von redaktion Posted on 03.09.2013 13:15

Experten raten nicht grundsätzlich zur Vorsorgeuntersuchung gegen Prostatakrebs, weil die Studie zum Erfolg der Vorsorgeuntersuchung noch nicht abgeschlossen ist. Daher sollte jeder Mann selber entscheiden, ob er die umstrittene Vorsorgeuntersuchung durchführen lassen möchte oder nicht.

Prostatakrebs gehört zu den häufigsten Krebsformen bei Männern. In Deutschland sterben jährlich etwa 11.000 Männer an dieser Krebsform. Zwar ist eine Früherkennung mittels Bluttest möglich, aber umstritten. Mit dem Bluttest können Mediziner das Risiko zum Prostatakrebs abschätzen, Frühstadien erkennen und Zahl der tumorbedingter Todesfälle senken.

Dennoch rät die Deutsche Gesellschaft für Urologie von diesem Test ab. Viele Urologen halten ein Massenscreening zur Früherkennung von Prostatakrebs bei Männern derzeitig nicht für sinnvoll. So ist derzeit eine abschließende Schaden- Nutzen- Bewertung des Tests nicht möglich. Denn bei der Früherkennung werden Krankheitsstadien entdeckt, deren Nichtbehandlung dem Patienten nicht geschadet hätte.

Kein flächendeckendes Screening

So kann es in Folge des umstrittenen Tests zu Überdiagnostik und Übertherapie kommen. Das eigentliche Ausmaß wird aber erst die Auswertung der europäischen PSA- Screening- Studie zeigen, so die Deutsche Gesellschaft für Urologie. Eine flächendeckende Screening- Empfehlung gibt es derzeitig in keinem Land der Welt.

Seit Einführung des PSA- Tests in den USA ist die Sterblichkeit dort um 35 Prozent gesunken, die Häufigkeit von metastasierter Prostatakarziome sogar um 50 Prozent. In den USA gibt es derzeitig glaubhafte Hochrechnungen, wonach sich bei einer Abschaffung der umstrittenen Vorsorgeuntersuchung die Zahlen innerhalb von 10 Jahren verdreifachen würden.

Vor- und Nachteile abwägen

Auch hierzulande ist die Sterblichkeit in den vergangenen Jahren immer weiter gesunken. Allerdings nicht in dem Umfang wie in den USA. Gerade wegen der Studienlage wird das Massenscreening wie zum Beispiel bei Brustkrebs bei Prostatakrebs noch nicht empfohlen. So muss erst das Ergebnis der Studie abgewartet werden, um Vor- und Nachteile abzuwägen, so die Gesellschaft weiter.

Zum jetzigen Zeitpunkt sollte jeder Mann selbst entscheiden, ob er den Test machen möchte oder nicht. Das persönliche Krankheitsrisiko, geschätzte Lebenserwartung und Lebensalter sollten dabei auf jeden Fall berücksichtigt werden. Besonders Männer, deren Familienmitglieder schon früh an Prostatakrebs erkrankt sind, haben ein vier bis fünffach erhöhtes Erkrankungsrisiko.

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