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Koffein in der Schwangerschaft: Wie viel ist zu viel?

von David Ulrich Posted on 27.08.2020 11:0027.08.2020 10:55

Neue wissenschaftliche Erkenntnisse stellen die Sicherheit von Koffein für Schwangere in Frage. Sollte also während einer Schwangerschaft gänzlich auf Kaffee und Tee verzichtet werden? Und wieso eigentlich?

Allgemeine Empfehlung von 200 mg Koffein

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO), oder die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) empfehlen, den täglichen Koffeinkonsum während der Schwangerschaft auf 200 mg zu begrenzen. Das entspricht etwa zwei Tassen Kaffee.
Diese Limitation kommt daher, dass bereits in früheren Studien übermäßiger Koffeinkonsum zu Früh- oder Stillgeburten, sowie einem geringen Geburtsgewicht führen konnte.
Eine neue Studie, wonach jeglicher Koffeinkonsum schädlich für den Phötus sein soll, stellt die bisherigen Erkenntnisse in Frage.

Koffein soll Still- und Fehlgeburten begünstigen

Die Studie um Jack E. James wurde im Journal BMJ Evidence Based Medicine veröffentlicht und lässt bei Gesundheitsorganisationen und Experten die Wogen hochgehen. Schließlich gibt es laut Studienautor James kein sicheres Limit für den Koffeinkonsum bei Schwangeren, entgegen der jahrelangen, ebenfalls geprüften, Empfehlungen.
James und sein Team analysierten mehr als 1.200 Studien zum Thema Schwangerschaft und Koffeinkonsum. Dabei erkannten sie ein erhöhtes Risiko u. a. für Still- und Fehlgeburten, bei Frauen, die während ihrer Schwangerschaft Koffein zu sich nahmen. Die Studienautoren folgern, dass die bisherigen Empfehlungen von Gesundheitsorganisationen eine „radikale Revision“ benötigen.

„Koffein-Detox“

Schon vor einigen Jahren erschien eine Studie (im selben Journal), die Zusammenhänge zwischen der Höhe des Koffeinkonsums und einem geringen Geburtsgewicht des Kindes, bzw. Übergewicht in der Kindheit herstellte. Auch hier war jedweder Konsum von Koffein verbunden mit einem erhöhten Risiko.
Es kann allerdings schwierig sein, auf koffeinhältige Produkte zu verzichten, sind sie doch überall: Soft- und Energydrinks können das Stimulans enthalten, sowie Schokolade, manche Medikamente und natürlich Tee. Auf Platz Eins ist und bleibt jedoch das wohl beliebteste Heißgetränk des Westens: Kaffee. In Deutschland trinkt man durchschnittlich 164 Liter davon im Jahr.
Ob Schwangerschaft oder nicht, es ist generell eine gute Idee, hin und wieder eine Art „Kaffee-Detox“ zu machen. Je länger man ein stimulierendes Mittel wie Koffein zu sich nimmt, desto höhere Dosen braucht der Körper, um die aufputschende Wirkung zu entfalten. Alle paar Monate zumindest einige Tage kein Koffein zu sich zu nehmen, ist also für jeden eine gute Idee. Besonders, wenn man bereits mehrere Tassen Kaffee pro Tag trinken muss, um sich nicht müde zu fühlen.

Koffein in der Schwangerschaft: Wie viel ist zu viel?

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