Diabetiker haben höheres Risiko für lebensbedrohliche Leberkrankheiten

Heutzutage leiden viele Menschen an Diabetes. Mit der Stoffwechselerkrankung steigt auch das Risiko für weitere gesundheitliche Probleme und Erkrankungen. Einer neuen Studie zufolge geht mit Diabetes Typ 2 auch ein vergrößertes Risiko für gefährliche Leberkrankheiten einher.

Bedeutungsvoller Zusammenhang aufgedeckt

Im Rahmen einer Studie der Queen Mary University in London und der University of Glasgow wurde kürzlich erkannt, dass Diabetes mit einem erhöhten Risiko für Lebererkrankungen verbunden ist. Die Untersuchungsergebnisse wurden in dem englischsprachigen Fachjournal „BMC Medicine“ veröffentlicht.
Für die Forschungsarbeit wurden insgesamt Daten von 18 Millionen Menschen aus ganz Europa analysiert. Die Studie ergab, dass viele Personen mit potenziell tödlichem Leberkrebs oder Leberzirrhose auch Diabetiker sind. Für Menschen mit Diabetes Typ 2 besteht demnach ein erhöhtes Risiko an derartigen Leiden zu erkranken. Daher sollte dieser Zusammenhang besonders gut überwacht und untersucht werden, um das Fortschreiten lebensgefährlicher Krankheiten möglichst zu vermeiden.

Alkoholfreie Fettlebererkrankung mit Diabetes verknüpft

Bis zu 25 Prozent der Bevölkerung in der westlichen Welt ist von der sogenannten alkoholfreien Fettlebererkrankung (NAFLD) betroffen. Damit handelt es sich um die weltweit häufigste Ursache von Leberkrankheiten. Die Erkrankung steht in direkter Verbindung zu Fettleibigkeit und Diabetes Typ 2. In vielen Fällen sind sich Allgemeinmediziner über diesen Zusammenhang jedoch nicht im Klaren, sodass die Krankheit oft nicht diagnostiziert wird.
Meist ist die alkoholfreie Fettlebererkrankung harmlos, einer von sechs Betroffenen entwickelt jedoch eine Leberentzündung, auch als nicht-alkoholische Steatohepatitis (NASH) bekannt. Diese kann zu Leberschäden und letztendlich zu einer Leberzirrhose oder sogar Leberkrebs führen.

Aggressive Lebererkrankungen werden gefördert

Mithilfe der Identifizierung von Personen, die derart aggressive Erkrankungen möglicherweise entwickeln, könnten Interventionen und Therapien entscheidend verbessert werden. Während der Forschungsarbeit verglichen die Wissenschaftler alle kranken Patienten mit 100 gesunden Probanden. Über 136.000 Personen litten unter NAFLD und NASH, und wiesen ein erhöhtes Risiko für Diabetes Typ 2, Bluthochdruck und Fettleibigkeit auf. Die stärkste Verbindung bestand, wenn bereits Diabetes Typ 2 diagnostiziert worden war. Diese Personen bekamen weitaus öfter eine gefährliche Lebererkrankung. Damit liegt nahe, dass Diabetes ein guter Prädiktor für Leberprobleme sein könnte.
Da eine nicht-alkoholische Fettleber in vielen Fällen nicht diagnostiziert wird, entwickelten einige Teilnehmer fortgeschrittene, lebensgefährliche Stadien der Krankheit. Dies ist ein Zeichen dafür, dass auch hier die Erkrankung zu spät erkannt wurde. Die Studienautoren hatten sich bereits zuvor über die geringe Zahl der Diagnosen gewundert.

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