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Unterschätzt und zu selten genutzt: Die Gürtelrose-Impfung

karin.buttinger@gmx.at' von Karin Buttinger Posted on 04.10.2021 11:1704.10.2021 10:11

Herpes Zoster, besser bekannt als Gürtelrose, ist eine meist schmerzhafte Erkrankung, die vor allem ältere Personen betrifft. In Deutschland erkranken jedes Jahr rund 300.000 Menschen daran, meist Personen über 50 Jahren. Was viele nicht wissen: gegen die schmerzhafte Gürtelrose gibt es eine Impfung.

Jeder Dritte erkrankt an Gürtelrose

Obwohl den meisten Menschen der Begriff Gürtelrose bekannt ist, wird die Erkrankung von den meisten weithin unterschätzt. Laut einer aktuellen Untersuchung hält es mehr als die Hälfte der Menschen für sehr unwahrscheinlich, an Gürtelrose zu erkranken. Dabei sind aber viel mehr Patienten betroffen, als bisher angenommen: Fast alle Erwachsenen, genauer gesagt über 99 Prozent, tragen das verursachende Virus bereits in sich, eine von drei Personen erkrankt im Laufe des Lebens an Gürtelrose. Aktuell geht man davon aus, dass etwa zwei von zehn Personen, die vorher bereits Windpocken hatten, im Laufe des Lebens auch einmal Gürtelrose bekommen. Das kommt daher, dass der Erreger der Gürtelrose, das Varizellen-Zostervirus, der gleiche ist, der auch das Krankheitsbild der Feuchtblattern hervorruft.

Langzeitfolge Schmerz

Nur die wenigsten Menschen wissen, dass eine Impfung gegen die Nervenerkrankung existiert – was sich in der äußerst niedrigen Durchimpfungsrate widerspiegelt. Außerdem ist nur den wenigsten bekannt, wie schmerzhaft Gürtelrose tatsächlich sein kann: Bei der Erkrankung mit Herpes Zoster tritt ein Hautausschlag auf, der im Grunde so aussieht wie Feuchtblattern – im Unterschied dazu aber auf ein klar begrenztes Hautgebiet beschränkt ist. Die rötlichen Hautausschläge verwandeln sich alsbald in mit Flüssigkeit gefüllte Bläschen. Bei rund jeder zehnten Person halten die damit einhergehenden starken Schmerzen auch noch einige Monate nach dem Abklingen der Gürtelrose an – sie kann in eine extrem schmerzhafte Post-Zoster-Neuralgie (PZN) übergehen, die aus Nervenschädigungen resultiert. Vor allem ältere Personen mit einem geschwächten Immunsystem sind gefährdet.

Zweiteilige Impfung ab 50 Jahren empfohlen

Um einer Erkrankung vorzubeugen, wird eine Impfung gegen Herpes Zoster empfohlen. Der Impfstoff wird dabei zweimalig in einem Abstand von mindestens 2 Monaten verabreicht. Monika Redlberger-Fritz, Virologin im Zentrum für Virologie der Medizinischen Universität Wien, erläutert bei einer Pressekonferenz, dass der Impfplan für Erwachsene ab 50 Jahren und für Personen mit besonders hohem Risiko eine Impfung gegen Gürtelrose vorsieht. In den letzten Jahren war es allerdings nicht selbstverständlich, in Deutschland einen Impfstoff gegen Gürtelrose zu bekommen. Grund dafür waren laut dem Robert-Koch-Institut Engpässe beim Impfstoff – was der Umsetzung der Impfempfehlung entgegenstand. Allerdings hat sich die Liefersituation in diesem Jahr deutlich entspannt, sodass viel mehr Menschen die Impfmöglichkeit nutzen können.

Viel zu selten genutzt

Bei manchen Risikogruppen kann eine Impfung auch bereits unter 50 Jahren sinnvoll sein – diesbezüglich beraten lassen kann man sich bei einem behandelnden Arzt. Experten sprechen sich für mehr Aufmerksamkeit für die Impfung gegen Gürtelrose aus, schließlich erkranken im Laufe der Zeit mehr als 50 Prozent der über 60-Jährigen sowie 78 Prozent der über 70-Jährigen daran. Gerade einmal 1,5 Prozent der über 60-Jährigen nahmen laut dem Epidemiologischen Bulletin des Robert-Koch-Instituts (RKI) aber das Impfangebot wahr und nur 0,7 Prozent erhielten auch die zweite Impfung. Die Website des Robert-Koch-Instituts bietet weitere relevante Informationen zur Gürtelrose-Impfung.

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