Schulung: Ebola-Training startet Donnerstag in der Stadt Würzburg


Was muss ein Pfleger oder Arzt tun, wenn plötzlich ein eventueller Ebola-Patient auf der Notaufnahme eines deutschen Krankenhauses landet? Damit die Mitarbeiter der Krankenhäuser das wissen, bietet ein Würzburger Klinikum Ebola-Trainingskurse an.

Auch Klinikpersonal in Deutschland soll sich für eventuelle Ebola-Verdachtsfälle rüsten. In der bayrischen Stadt Würzburg können sich Mediziner, Pfleger und Mitarbeiter des öffentlichen Gesundheitsdienstes nun in diesem Bereich schulen lassen.

Hunderte Anmeldungen

„Wir starten am Donnerstag. Die Kurse sollen bis Weihnachten ein- bis zweimal in der Woche stattfinden“, erklärt der zuständige Chefarzt der Missionsärztlichen Klinik, August Stich, der Deutschen Presse-Agentur in einem aktuellen Interview. Schon jetzt lägen Hunderte Anmeldungen aus ganz Deutschland vor, so der Mediziner weiter.

In der eintägigen Schulung soll die Teilnehmern beigebracht werden, wie sie reagieren müssen, wenn ein Patient in der Notaufnahme oder der hausärztlichen Praxis die Kriterien eines Ebola-Verdachts erfüllt und so schnell wie möglich isoliert werden muss. „Das Anlegen von Schutzkleidung ist nicht trivial. Es reicht nicht, die Schutzkleidung auf den Tisch zu legen und nebenbei ein Youtube-Video einzuschalten“, erklärt der erfahrende Mediziner in dem Gespräch weiter.

Einige Verdachtsfälle in Deutschland erwartet

In fünf- bis siebenköpfigen Gruppen lernen die Pfleger und Ärzte aber auch die wichtige Theorie. „Alle Alarme bisher waren Fehlalarme und die meisten davon hätte man durch zielgerichtete Befragung im Vorfeld schon verhindern können“, wird der Chefarzt in dem Interview weiter zitiert.

Der Tropenmediziner geht in der Zwischenzeit davon aus, dass sich in den nächsten Wochen die Zahl der Verdachtsfälle auch in Deutschland weiter erhöhen könnte, weil viele deutsche Helfer aus Westafrika wieder nach Hause kommen. Allerdings warnte der Arzt aber auch vor einer unnötigen Hysterie.

Einziges Ebola- Schulungszentrum

„Wir haben ja nicht Hunderte Verdachtsfälle zu erwarten. Sondern es sind einzelne wenige. Und da muss man das Gesundheitssystem als Ganzes darauf vorbereiten“, so der Mediziner weiter. Es müsse aus diesem Grund nicht jede kleine Zweigstelle gleich den Maximaleinsatz proben.

In der süddeutschen Stadt Würzburg gibt es das bis heute einzige Ebola-Trainingszentrum in ganz Deutschland. Hier werden Helfer für Westafrika in zweitägigen Seminaren auf ihre Arbeit im Ebola-Gebiet geschult.

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