Wie Hashimoto-Krankheit die Schilddrüse schädigt


Ist man ständig müde, ohne ersichtlichen Grund, kann es durchaus möglich sein, dass sich dahinter nicht „normaler“ Stress verbirgt, sondern vielmehr eine schleichende Erkrankung der Schilddrüse.

Menschliche Schilddrüse produziert wichtige Hormone

Die Schilddrüse ist eine Hormondrüse, welche unterhalb des Kehlkopfes vor der Luftröhre sitzt. Die Hauptfunktion der Schilddrüse besteht in der Jodspeicherung und Bildung der jodhaltigen Schilddrüsenhormone, die eine wichtige Rolle spielen für den Energiestoffwechsel und das Wachstum von Zellen sowie des ganzen Körpers. Die Schilddrüse ist Ausgangspunkt für zahlreiche Erkrankungen, die unter anderem zu Störungen des Hormonstoffwechsels führen und eine Unter- oder Überfunktion der Schilddrüse hervorrufen können. In Jodmangel-Gebieten kann bei manchen Betroffenen ein sogenannter Kropf entstehen.

Die Symptome einer Fehlfunktion der Schilddrüse können daher vielfältig sein. Ein Sonderfall ist „Hashimoto“ (benannt nach einem japanischen Arzt), mit vollständiger Bezeichnung Hashimoto-Thyreoiditis. Hierbei handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung, die zu einer chronischen Entzündung der Schilddrüse führt. Bei einer Autoimmunerkrankung richtet sich das Immunsystem gegen den eigenen Körper. Im Fall von Hashimoto kommt es zu einer Zerstörung von Gewebe der Schilddrüse.

Krankheitsverlauf in vielen Fällen leicht

Der Krankheitsverlauf ist bei einem Großteil der Erkrankten leicht, doch sind auch mittelschwere und schwere Verläufe bekannt. Die Symptome sind vielfältig und – gerade am Beginn der Erkrankung – schwierig einzuordnen. Die Vielzahl und Variabilität der Symptome sowie der schleichende Verlauf erschweren die Diagnose.

Vielfältige Symptome möglich

Äußern kann sich Hashimoto durch: niedrige Körpertemperatur, erhöhte Kälteempfindlichkeit, Ödeme (Schwellungen durch Wassereinlagerungen, besonders an Lidern, Gesicht, Extremitäten), Kloß im Hals, Druckgefühl am oder im Hals, Strangulationsgefühl (auch nur phasenweise), häufiges Räuspern und Hüsteln, heisere oder belegte Stimme, depressive Verstimmung, Motivationslosigkeit, Antriebslosigkeit, Muskelschwäche, Muskelverhärtungen, trockene, rissige Haut und damit verbundener Juckreiz, trockene Schleimhäute, brüchige Haare und Fingernägel, Haarausfall, schnelle und starke (fast unkontrollierbare) Gewichtszunahme, Übelkeit, Verdauungsstörungen, Wachstumsstörungen, Herzvergrößerung, verlangsamter Herzschlag, verringerte Libido, veränderter Menstruationszyklus (bei Frauen), Augenerkrankung, Gelenkschmerzen, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, sowie die Eingangs erwähnte Müdigkeit.

Diagnose und Behandlung der Krankheit

Die Diagnose erfolgt durch einen Bluttest in Kombination mit einer Ultraschall-Untersuchung. Da die Schilddrüse nicht mehr zur normalen Produktion von Hormonen in der Lage ist, besteht die Behandlung in der medikamentösen Einnahme von Hormonen. Jod in Tablettenform hingegen sollte bei Hashimoto nicht zusätzlich eingenommen werden, da ein Jodüberschuss die Entzündung der Schilddrüse fördern kann. Die in der Nahrung enthaltenen Jodmengen gelten als unbedenklich.

Die zugrundeliegende Autoimmunerkrankung als solche ist leider bis zum heutigen Tage nicht heilbar.

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