RKI: Erstmals weniger HIV- Neuansteckungen in Deutschland


Seit dem Jahr 2001 leben erstmals weniger Menschen mit der Krankheit Aids in Deutschland. Im vergangenen Jahr kam es hierzulande zu mehr als 2880 Neuansteckungen. Am stärksten rückläufig waren die Neuansteckungen bei homosexuellen Männern.

In Deutschland wurden bis zum heutigen Tage etwa 28.453 Aidsinfiziert registriert. Mindestens 14.294 Menschen starben an der unheilbaren Krankheit. Seit dem Jahr 2001 stieg die Zahl der Aidskranken jedes Jahr deutlich an. Im vergangenen Jahr wurde dann zum ersten Mal ein Rückgang festgestellt.

Zahlen können nur geschätzt werden

Aber von einer Trendwende kann noch nicht gesprochen werden, so das Robert-Koch Institut. Im vergangenen Jahr wurden genau 2889 Neuansteckungen in Deutschland registriert, was 1,7 Prozent weniger sind als im Jahr zuvor, wie das Berliner Robert- Koch- Institut in seinem aktuellen Aidsbericht erklärte.

Im vergangenen Jahr sind 502 Berichte über Neuansteckungen eingegangenen. Diese Neuansteckungen beziehen sich aber auf mehrere Diagnosejahre. Allerdings können sich im vergangenen Jahr auch deutlich mehr Menschen mit dem Virus infiziert haben, da die Symptome erst nach Jahren auftreten können. Zudem lassen sich auch nicht alle testen, daher kann die genaue Zahl der Aidskranken nur geschätzt werden.

Zahlen seit 2008 rückläufig

Verfolgt man diese Theorie weiter, wären die Zahlen schon seit dem Jahr 2008 rückläufig. Die größte Gruppe bei den Neuinfektionen stellen mit gut 55 Prozent erneut homosexuelle Männer. Allerdings konnte hier ein deutlicher Rückgang der Neuinfektionen bemerkt werden. Steckten sich in 2010 noch 1697 homosexuelle Männer neu mit dem Virus an, so waren es 2011 noch 1574 Neuansteckungen (minus sieben Prozent).

Doch das Robert-Koch Institut warnte davor die neuen Zahlen als Trendwende zu sehen. Höchstwahrscheinlich sind die neuen Zahlen auf bessere Behandlungen von HIV- infizierten Menschen und eine breiteres Angebot von Aidstests aus dem Internet zurückzuführen, so das Institut weiter.

Keine Trendwende

Durch neuartige Medikamente kann das Ansteckungsrisiko mittlerweile sehr weit vermindert werden, so dass das Virus fast nicht mehr nachweisbar ist. Viele der Aidstests, die im Internet verkauft werden, liefern auch keine genauen Ergebnisse, so dass viele Neuansteckungen unbemerkt bleiben, warnt das Institut.

Von den Neuansteckungen im vergangenen Jahr entfielen 15,7 Prozent auf das weibliche Geschlecht, was einen Zuwachs von 0,7 Prozent im Gegensatz zum vergangenen Jahr entspricht. Bei den Männern ist die Zahl der Neuansteckungen fast identisch geblieben. Seit dem Jahr 2003 beträgt sie immer um die 10 Prozent. Bei den Drogensüchtigen haben sich drei Prozent mit dem Virus angesteckt, so wenig wie noch nie zuvor.

33 Millionen Aidskranke weltweit

Bei Aids handelt es sich um eine Krankheit, die fast ausschließlich beim Geschlechtsverkehr übertragen wird. Der Virus zerstört dabei das Immunsystem des Menschen. Zwar ist Aids noch immer nicht heilbar, dennoch kann mit modernen Medikamenten die Lebenserwartung deutlich gesteigert werden.

Ende 2007 lebten weltweit etwa 33 Millionen Menschen mit der Krankheit Aids, in diesem Jahr kam es auch zu 2,7 Millionen Neuansteckungen. Ein Prozent der 15- 49 Jährigen leiden an Aids, in Afrika liegen die Werte jedoch bei ungefähr 20 Prozent.

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