Leipziger Uniklinikum meldete Erkrankungen durch KPC- Keim zu spät ans Gesundheitsamt


Gut 60 Patienten haben sich im Universitätsklinikum Leipzig mit einem gefährlichen Darmkeim angesteckt. Da das Krankenhaus diese Vorfälle zu spät an das Gesundheitsamt meldete, ermittelt nun auch die Staatsanwaltschaft in diesem Fall.

Das Universitätsklinikum der Stadt Leipzig steht weiterhin scharf in der Kritik. In den vergangenen Tagen ist bekannt geworden, dass ungefähr 60 Patienten des Krankenhauses einen gefährlichen Darmkeim in sich trugen. So wurde die Epidemie viel zu spät an das zuständige Gesundheitsamt Leipzig weitergeleitet.

MDR meldete 26 Todesfälle

Auch die Deutsche Gesellschaft für Krankenhaushygiene findet es äußerst merkwürdig, dass über einen Zeitraum von gut zwei Jahren nicht die Quelle des Erregers gefunden wurde. Vor wenigen Tagen hatte das Uniklinikum mitgeteilt, dass bei mindestens 58 Patienten das multiresistente Klepsiella-Bakterium (KPC) nachgewiesen wurde.

Das Bakterium kann unter Umständen zu schweren Krankheiten führen. Dieser Vorfall stellt den größten Ausbruch in Deutschland da. Einem aktuellen Bericht des MDR zufolge seien 26 Patienten, die mit schweren Erkrankungen wie Leberversagen ins Krankenhaus kamen, an der Krankheit gestorben. Ein Sprecher des Leipziger Krankenhauses bestätigte die Berichte des MDR jedoch nicht.

Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen eingeleitet

Wie die „Bild“- Zeitung am Mittwoch dieser Woche berichtete, hat sich nun auch die Leipziger Staatsanwaltschaft in die Ermittlungen eingeschaltet. So prüfe die federführende Staatsanwaltschaft, ob es einem relevanten Anfangsverdacht gebe, so der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Ricardo Schulz, in einer Stellungnahme.

Wie der Sprecher der Behörde weiter bestätigte, prüfe die Staatsanwaltschaft, ob in der Leipziger Universitätsklinik sämtliche Hygienevorschriften und Sorgfaltspflichten eingehalten wurden.

Klinikum versucht sich rauszureden

Das Klinikum versuchte sich in der Zwischenzeit aus der Misere herauszureden: „Wir haben unseren Fokus auf Präventions- und Schutzmaßnahmen gesetzt, nicht auf die Todesursachen der Patienten“, so die Sprecherin des Krankenhauses, Helena Reinhardt. Die meisten Fälle traten der Sprecherin zufolge bei Patienten auf, die auf der Intensivstation oder Chirurgie behandelt wurden, vereinzelt waren auch weitere Abteilungen betroffen.

Das Bakterium tritt in erster Linie im Mund und Darm des Menschen auf, dort ist es auch vollkommen ungefährlich, gelangt es allerdings in die Blutbahn, kann es zu schweren Infektionen kommen, wie zum Beispiel zu einer schweren Blutvergiftung.

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