Grippeimpfstoff 2012: 620.000 Impfdosen zusätzlich freigegeben


Angesicht des Rückrufes von 750.000 Impfdosen wurden nun 620.000 weitere Impfdosen alternativer Hersteller freigegeben. Einige Experten warnen dennoch davor, dass es in einigen Teilen Deutschlands zu Engpässen kommen könnte.

In diesem Jahr soll die Grippewelle schlimmer ausfallen als in den vergangenen Jahren. Ein Impfstoff des Pharmakonzerns Novartis musste wegen Verunreinigungen aus dem Verkehr gezogen werden. Einige machten sich nun Sorgen, ob jetzt überhaupt noch genügend Impfstoffe zur Verfügung stehen. Doch Experten gaben jetzt Entwarnung und erklärten, dass jetzt Produkte anderer Hersteller freigegeben werden.

Wie eine Sprecherin des Bundesgesundheitsministeriums in Berlin erklärte, hatte das Paul- Ehrlich- Institut (PEI) mitgeteilt, dass 620.000 Impfdosen jetzt ausgeliefert werden könnten. Die neuen Impfdosen sollen von den Herstellern GlaxoSmithKline und Abbott stammen. Laut der Sprecherin sind somit in Deutschland etwa 14 Millionen Impfdosen freigegeben. Im vergangenen Jahr wurden aber 15 Millionen Impfdosen benötigt.

750.000 Impfdosen aus dem Verkehr gezogen

Der Hersteller Novartis hatte seine Impfdosen wegen Nebenwirkungen zurückrufen lassen. Laut PEI könnten nach Verabreichung der Impfung Ausflockungen auftreten. Dadurch sind wiederum starke

Foto: Martin Büdenbender / pixelio.de

allergische Reaktionen möglich, die bis zur Lebensgefahr reichen können. Neben Deutschland, Italien und der Schweiz stoppte nun auch Frankreich die Auslieferung dieser Impfdosen.

Bis heute ist noch völlig unklar wie es zu dieser Ausflockung kommen konnte. Allein in Deutschland hatte der Hersteller etwa 750.000 Impfdosen aus dem Verkehr ziehen lassen. Eine Millionen Impfdosen waren aber schon verabreicht wurden, allerdings gibt es bis jetzt keine Meldungen über schwere allergische Reaktionen.

Risikogruppen zuerst impfen

Dennoch warnen Ärzte- und Apothekerverbände vor einem möglichen Engpass bei Impfdosenauslieferung, zumindest in manchen Gebieten Deutschlands. Schuld daran könnten die Rabattverträge sein, die Krankenkassen an Pharmaunternehmen binden, weil sie dadurch die Impfdosen deutlich günstiger bekommen.

Der Präsident der Bundesärztekammer, Frank Ulrich Montgomery, schlug Angesicht eines möglichen Engpasses vor, als erstes die Menschen zu impfen, die am gefährdetsten sind. Zu dieser Gruppe zählen ältere Menschen, Personen mit einem geschwächten Immunsystem, Schwangere und ihre Betreuer.

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